Kategorien
Aktuelles

Fronleichnam ANDERS …2020

Fronleichnam ANDERS feiern…heuer ohne Prozession!

Leider konnten wir wetterbedingt, wie eigentlich geplant, nicht in den Pfarrhofgarten. Aus diesem Grund feierten wir die Messe um 8:30 in der Kirche und die Messe um 10:00 Uhr auf dem Kirchenplatz. Pfarrer i.R. Zarl segnete den neuen Himmel und viele Kirchenbesucher feierten mit. Fast alle Bänke waren besetzt!

Eine Abordnung der Stadtkapelle begleitete den Gottesdienst musikalisch. Danke dafür!

Ein gelungener Fesstag (mit Abstand) im Zeichen der Corona Krise. Danke allen die an der Organisation mitgewirkt haben!

Danke Renate Steffelbauer und Hanspeter Lechner für die Fotos und Video!

Hier gehts zum Facebook Video

Kategorien
Aktuelles

Impulsgedanken zum Fronleichnamsfest

Impulsgedanken zum Fronleichnamsfest 2020 – Lesejahr A –

von Diakon Manuel Sattelberger

„Der Himmel geht über allen auf. Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf. Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.“ – dieses Lied, ein Kanon, wir haben es meiner Seminar-Zeit oft gesungen, fällt mir immer rund um den Fronleichnamsfesttag ein. Wir in der Pfarre St. Valentin, mussten nach Fronleichnam im Vorjahr mit Schrecken feststellen, mit unserem Trage-Himmel, auch „Baldachin“ genannt, stimmt etwas nicht. Er löst sich auf! Eine genauere Analyse der Benediktinerinnen von Steinerkirchen an der Traun ergab, dieser Tragehimmel ist wunderschön und einzigartig, aber er ist unrettbar zerstört! Klitzekleinen „Viecherln“ wurde er zu einem Festtagschmaus! Für uns stellte sich die Frage: Kaufen wir einen neuen „Himmel“? Wenn ja, wo? Von der Stange in einem Kirchendiscounter oder lassen wir einen neuen in einer Paramenten-Werkstätte anfertigen? Gibt es irgendwo einen Baldachin der nicht mehr verwendet wird, den wir ankaufen könnten? Soll er ein traditionelles Erscheinungsbild haben, dem Vorgänger ähnlich, oder lassen wir etwas Modernes kreieren? Braucht „unsere Zeit“ überhaupt noch solche Zeichen der barocken Frömmigkeit? Fragen über Fragen! Auch die Finanzierung ist eine Sache für sich. Was tun? Um es kurz zu machen: Wir haben einen neuen Himmel gekauft. Preis-Leistung stimmt! Mit diesen Gedanken zum „Himmel-Kauf“ möchte ich uns anregen, darüber nachzudenken, um was es, genauer um WEN es im Fronleichnamsfest geht. Äußerlichkeiten, die schön sind, keine Frage, können uns zum Wesentlichen hinführen, aber auch davon ablenken! Es braucht keinen „Prozessionshimmel“, keine Fahnen und anderen „Klimbim“. Die Mitte des Festes, das geistliche Lebensmittel, die spirituelle Lebensmitte von uns Christen, „finden“ wir hinter Glas, in einem kunstvoll gestalteten „Herzeige-Gerät“, Monstranz genannt. Um IHN, um Jesus im eucharistischen Brot, dreht sich das ganze Fest und alles Beiwerk! Ich glaube sogar, dass es uns guttun könnte, dass „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ heuer, „Corona sei Dank“, anders zu feiern! Wir machen heuer keine Prozession, dafür werden wir, wenn es das Wetter erlaubt, unter freiem Himmel im Pfarrhofgarten die „Feldmesse“ feiern! Unser neuer Baldachin-Himmel wird dieses Jahr über unserem Feld-Altar stehen, als Hinweis-Zeichen, UM WEN es geht! Um das „Brot vom Himmel“ unter freiem Himmel, unter einem neuen Himmel! Angelus Silesius, ein Universalgelehrter wurde berühmt für seinen kurzen Satz: „Der Himmel ist in dir!“. Darüber gilt es nachzudenken, wenn wir heuer ANDERS Fronleichnam feiern! Hl. Juliana von Lüttich, bitte für uns!

Für Erwachsene: Kennen Sie die Hl. Juliana von Lüttich? „Googeln“ sie diese Dame einmal und sie werden erkennen, warum es ohne diese Frau Fronleichnam nicht geben würde! Beten wir wieder bewusster beim Vater unser die Worte „unser tägliches Brot gib uns heute“. Beim Mittagstisch wäre ein Tischgespräch über die Bedeutung der Eucharistie schön. Was „gibt“ mir die Hl. Kommunion? Welche Erinnerungen habe ich an meine Erst-Kommunion, die Vorbereitung darauf?

Für unsere Kinder: Zu Fronleichnam erinnern wir uns an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern. Schlag deine Kinderbibel auf, lies nach! Wenn du gerne zeichnest, könntest du das letzte Abendmahl, Jesus und seine 12 Apostel malen. Oder gestalte deine „Fantasie-Monstranz“. Sei kreativ!

Kategorien
Aktuelles

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

                                                                                                               Dreifaltigkeitsonntag                                                                                                          

Ich habe heilige Namen in Leichtsinn ausgesprochen.“ So war und ist es in Bekenntnissen bei einer Beichte zu hören.

Als Priester frage ich mich: Was heißt es nun „Heilige Namen im Leichtsinn aussprechen?“ -Es gibt wohl Worte im Bekenntnis, bei Älteren und bei Jüngeren, die wiederholen sich. Manche Formulierungen werden dann schon selber wie Rituale: Kann es nicht sein, dass diese ritualisierten Formulierungen beitragen, dass der Inhalt, das was man eigentlich sagen will mehr und mehr zurücktritt?

Manches ist ja im Bekenntnis oft nur angedeutet: Es scheint, der Priester soll erahnen und zwischen den Zeilen herauslesen, was eigentlich gemeint ist. Das was in einem Gespräch auch sonst nicht förderlich ist, ist auch in einem Beichtgespräch nicht förderlich: Im Sinne, Mann/Frau sagt etwas: Aber doch nicht ganz: „Heilige Namen in Leichtsinn ausgesprochen“: -Ich höre heraus, dass damit wohl das 2. Gebot angesprochen ist: Du sollst den Namen JHWHs, deines Gottes nicht missbrauchen. -Ist ja Gottes Name uns „heilig“.

Er soll nicht „leicht sinnig“ ausgesprochen werden: In Leichtsinn aussprechen könnte heißen: „Hör der Himmelvater schimpft“, sagte man früher zu Kindern wenn’s geblitzt und gedonnert hat. Heute begegnet einem in der Rede von Gott eher das Gegenteil: Von Gott wird manchmal geredet: Lieblich, nett und harmlos: Gott erscheint eher als ein Hampelmann, wo alles erlaubt ist, der über alles und jedes locker hinwegsieht. „In Leichtsinn aussprechen“ :

Geht es nicht oft schnell über die Lippen, als Ausruf: „Um Gott’s Willen!“, oder in „Gott’s Noam!“. Wie oft in seinem/ihrem Leben nimmt wohl jemand, der verkündigt „Gott“ in den Mund? Wie oft, ist da in seinem/ihrem Leben das eigene Herz nicht dabei – oder anders formuliert: erahnt er/sie doch immer wieder einmal, was, wen er/sie da ausspricht?

Heute: Hochfest der heiligsten Dreifaltigkeit. -Wäre es vielleicht richtiger, ganz zu schweigen? Ich will es mit einem Wort des Augustinus sagen: „Von Gott kann man nicht reden, doch wehe dem, der von ihm schweigt“ Ja, es ist ein großes Geheimnis, das wir an diesem Hochfest feiern: Ein Geheimnis, aber nicht im Sinne von „Geheimniskrämerei“, sondern im Sinne von Geheimnis, das auch ein geliebter Mensch auch nach vielen Jahren des gemeinsamen Weges bleibt.

Der andere, die andere übertrifft bei weitem das eigene Verstehen und das Bild, das man über ihn/sie hat. -In diesem Sinne ist Gott: „Geheimnis.“ Wir feiern heute nicht ein „höheres Wesen“, an das wir glauben, sondern einen Gott, der uns liebend zugewandt ist, der in seinem Sohn Jesus Christus seine Liebe gezeigt hat und zeigt:

Wer an ihn glaubt, der kann Ihn aufnehmen und im Leben, im  Herzen, eine   Wohnstätte geben: Durch den Geist der ihn uns wohnt. (Röm 8,4) –

„In ihm bewegen wir und sind wir“ (Apg 17,28)

In diesem Sinne, darf ich diese heilige Namen dankbar, staunend, anbetend immer wieder, nicht leicht sinnig, aber sehr wohl leichten Sinnes aussprechen:  Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Mod. Mag. Herbert Reisinger

Kategorien
Aktuelles

Begräbnisleitung – Ausbildungskurs

Der Dienst an verstorbenen und trauernden Menschen und die Pflege einer würdevollen und vom christlichen Glauben geprägten Bestattungskultur gehört zu den zentralen Aufgaben der Kirche.
Um diese Aufgabe und den Beistand der Kirche langfristig sicherzustellen und damit die Priester zu entlasten, wird eine Ausbildung für Begräbnisleitung durch kirchlich beauftragte Frauen und Männer in der Diözese St. Pölten konzipiert und umgesetzt.


„Es ist Aufgabe des Leiters, für die Vorbereitung der gottesdienstlichen Feier zu sorgen, insbesondere für die Verkündigung des Wortes Gottes. Dabei soll er den Verstorbenen und die besonderen Umstände seines Todes vor Augen haben. Er soll aber auch den Angehörigen helfen, ihr Leid und ihre Trauer in der Kraft des christlichen Glaubens zu tragen.“ (Nr. 71)


Vgl. Pastorale Einführung, in: Die kirchliche Begräbnisfeier. MANUALE
hg. im Auftrag der Dt. Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz u.a., Trier 2012, Seite 24.

Hier gehts zum Informationsfolder der Diözese

Bei Interesse bitte bei Diakon Manuel melden!

Kategorien
Aktuelles

Impulsgedanken zu Pfingstsonntag

Gedanken von Dr. Isaac Padinjarekuttu

Pfingsten 2020

Wenn ich Sie fragen würde, was Sie unter ‚Geist‘ verstehen, wäre es sicher nicht ganz einfach, diese Frage zu beantworten. Leichter fällt uns schon eine Antwort, wenn wir von der Aktivität des Geistes sprechen. Wir können, zum Beispiel, leicht über Geistlosigkeit reden. Jeder weiß, was ein geistloser Witz ist. Das ist ein Witz, über den man nicht lachen kann. Jeder weiß, was eine geistlose Rede ist. Das ist eine Rede, bei der man einschläft. Jeder weiß, wer ein geistloser Mensch ist. Das ist jemand, der das Denken den Pferden überlässt, der blind seinen Trieben und Instinkten folgt. Kurz: Mit geistlos bezeichnen wir alle Situationen, in denen es langweilig, mechanisch, kalt, starr und stur zugeht. Wo aber der Geist auftaucht, da wird’s lebendig, farbig, bunt, da horcht man auf und hört zu; da ist man gebannt und gespannt; da erkennt und erfährt man Neues. Wo Geist ist, da ist Leben!

Übertragen wir den gleichen Denkansatz auf unser Pfingstfest, so wird deutlich, warum das Kommen des Heiligen Geistes bitter notwendig war – und ist. Denn was wäre ohne den Heiligen Geist?:

Ohne den Heiligen Geist wäre der christliche Glaube nichts anderes als irgendeine religiöse Ideologie.

Ohne den Heiligen Geist wäre das Gebet nichts anderes als leere und seelenlose Wortemacherei.

Ohne den Heiligen Geist wäre die theologische Wissenschaft nichts anderes als ehrfurchtsloses Gerede.

Ohne den Heiligen Geist wäre die Kirche nichts anderes als eine verknöcherte Institution, ein religiöses Machtgebilde, dessen Funktion niemand mehr zu erkennen vermag.

Ohne den Heiligen Geist wären Papst, Bischöfe und Priester nichts anderes als routinierte religiöse Funktionäre, Manager in sonderbaren Gewändern.

Ohne den Heiligen Geist wäre aus dem gesamten Christentum buchstäblich „die Luft raus.“ „Geist und – Luft“ sind in der Bibel das gleiche Wort – und das will viel heißen!

Am Pfingsten ist der Heilige Geist auf die Apostel, auf die junge Kirche in Feuerzungen herabgekommen. Er hat die Kirche nie mehr verlassen, sondern wirkt bis auf den heutigen Tag sein Werk in ihr. Das kann man beweisen. Denn zweifellos gibt es in der Kirche Christen, die anstecken und begeistern. Zweifellos gibt es in der Kirche Gebete, die zünden und in Bewegung setzen. Zweifellos gibt es in der Kirche Theologen, die Altes überzeugend vermitteln und Neues erkennen. Zweifellos gibt es in der Kirche Geistliche, die etwas bewirken und bewegen.

Aber eben nicht überall. Wer wollte leugnen, dass es in der Kirche auch Geistlosigkeit gibt! Es gibt erstarrten Glauben, zum Gerede veräußerlichtes Gebet, verknöcherte Institutionen, ehrfurchtslose theologische Diskussion, geistlose Geistliche! Weil es das gibt, ist es durchaus notwendig, um das Kommen des Heiligen Geistes zu bitten, der in Kirche und Welt sein Werk wirkt auch im Schatten vom Corona. So lasst uns heute beten: „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen und du wirst das Angesicht der Erde  und der Kirche erneuern.“

Kategorien
Aktuelles

Impulsgedanken zum 7. Sonntag in der Osterzeit

Gott des Lebens und der Liebe

Vater bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast,

damit sie eins sind wie wir! Joh 17,11

Das heutige Evangelium ist eine Passage aus den Abschiedsreden Jesu. Wer sich auf lange Zeit oder gar für immer verabschiedet, sagt Wesentliches, möchte den Seinen Werte hinterlassen, ihnen Worte mitgeben, die ihnen helfen zu einem erfüllten Leben. So auch Jesus. Er hat mit seinem  Leben ein Beispiel uneingeschränkter Liebe zu ALLEN Menschen gegeben, nahm Freud und Leid auf sich. Jetzt will er das, was er bisher vorgelebt hat, noch einmal ins Wort bringen, sagen, was ihm wichtig ist.

  • Da ist vor allem sein tragender Grund: Seine Kraftquelle ist ohne Zweifel seine Beziehung zum Vater im Himmel. An ihn hat er sich immer wieder mit Bitte und Dank und Lobpreis gewendet, er verweilte ganze Nächte im Gebet. Seine Abschiedsrede ist ein inniges Gespräch mit dem Vater. Er erinnert seine Jünger und Jüngerinnen daran, dass der Vater ihn gesandt hat, ja, mehr noch, dass er ganz und gar eins ist mit dem Vater, mehr noch, dass er jetzt in die Herrlichkeit zurückgeht, die er vorher schon beim Vater hatte. Wer mich sieht, sieht den Vater; ich und der Vater sind eins, so hatte er ja oft betont.
  • Und dann die Verbundenheit mit seinen Jüngern und Jüngerinnen. Sie will er ganz in das Ein-Sein mit sich und dem Vater hineinnehmen. Mehrmals wiederholt er die Worte: du in mir- ich in dir – sie in uns. Wir Menschen sind also total hineingenommen in Gott! Mir nimmt das fast den Atem! Umarmt von Gott sind wir, von Gott, der universale Liebe ist! Ist das nicht eine wunderbare Verheißung? Gleichzeitig erinnert Jesus auch an seinen Herzenswunsch: Seid alle eins! Anders ausgedrückt: Liebet einander wie ich euch geliebt habe! Das einzige Gebot, das Jesus uns wirklich gegeben hat.

Der letzte Sonntag in der Osterzeit lässt uns aber auch nach vorne schauen, auf das Kommen des Hl. Geistes. Die Lesung aus der Apostelgeschichte lädt uns ein, uns wie die Jünger und Jüngerinnen darauf vorzubereiten, Wir sind in diesen 9 Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eingeladen, unser Herz zu öffnen für den Beistand, den Jesus uns versprochen hat, in dem er als der auferstandene Christus, bis zum Ende der Welt bei uns bleiben wird. Die Jünger und Jüngerinnen tun sich in der Bitte um Gottes lebensspendenden Geist mit Maria, der Mutter Jesu, zu einer betenden Gemeinschaft zusammen.

Ich denke, gerade jetzt, nach den Entbehrungen der Corona-Zeit, spüren auch wir intensiver als je zuvor, wie wichtig Zusammensein, Beziehung und Begegnung sind. Selbst die modernsten Medien mit Sehen und Hören konnten die persönliche Begegnung mit Familienmitgliedern, Freunden —, die körperliche Nähe mit Händedruck und Umarmung nicht ersetzen.

Ich versuche zusammenzufassen, was für Jesus wichtig ist: Beziehung, Begegnung. Seine intensive Beziehung zum Vater ist seine Kraftquelle. Gleichzeitig lebt er eine starke Beziehung zu Mitmensch und Natur, aber auch zu sich selbst, indem er unbeirrbar an seiner Identität als Verkünder der Liebe Gottes festhält. Es ihm gleichzutun ist seine herzliche Einladung an uns! Und er stattet uns dafür immer neu mit den Gaben seines Leben spendenden Geistes aus.

Sr. Huberta Rohrmoser,

Marienschwester in Klein Erla

Kategorien
Aktuelles

Eigentlich geht es um einen Abschied…

Christi Himmelfahrt: 21.5.2020

Wir haben in Österreich das Glück, den heutigen Donnerstag als Feiertag begehen zu dürfen. Das ist eine gute Sache. Aber Feiertage sind dazu da, um zu feiern! Meine Frage: wissen die Leute überhaupt, was wir heute feiern?

Eigentlich geht es um einen Abschied. Christus geht endgültig fort! 40 Tage nach seiner Auferstehung, kehrt der Herr in den Himmels heim. Jesus wird vor den Blicken der Jünger verhüllt und entschwindet. Ja, man spürt richtig, wie verlassen und einsam die Apostel plötzlich dastehen.

Ein ähnliches Verlassensein habe ich als kleiner Bub einmal gespürt, wie mich meine Eltern im Seminar in Seitenstetten besucht haben. Damals durften wir ja nur 4 mal im Jahr nach Hause fahren.

Bis heute ist mir in Erinnerung geblieben, wie ich nach einem Besuch mit meinen Eltern zum Zug gegangen bin. Wie der Zug abgefahren ist, habe ich ihm lange nachgeschaut, bis er schließlich am Horizont verschwunden war. Dann bin ich armselig und verlassen alleine am Bahnhof dagestanden und Tränen sind geflossen.

Ich spüre solche Verlassenheit als Pfarrer sehr häufig bei den Menschen beim Begräbnis, wenn der Sarg in das Grab gesenkt wird oder das Auto mit dem Leichnam wegfährt.

Ich spüre solche Verlassenheitsgefühle heute auch oft in der Kirche. Bei manchen Ereignissen in der Kirche, wo die Verantwortlichen oft so hilflos agieren, bei der fortschreitenden Säkularisierung, beim Priestermangel. Vieles ließe sich hier aufzählen.

Ich weiß nicht, ob Sie mir zustimmen, aber ich denke, wir Christen stehen heute auch ein bisschen erstarrt da: erstarrt in Frustration, Selbstmitleid und Sentimentalität! Wie damals die Jünger: verlassen und perplex, ein Häuflein Elend. Damals musste sogar ein Engel die erstarrten Jünger ermahnen: „Was steht ihr da und starrt zum Himmel!“

Was machen wir gegen das Erstarren? Wenn wir auf die Jünger damals schauen, könnten wir etwas lernen. Die machen nämlich etwas sehr wichtiges: Gerade da, wo sie sich von Jesus verlassen fühlen, gehen sie einfach in den Abendmahlssaal zurück und beginnen zu beten. Mir fällt auf, dass die nicht viel lamentieren und nicht viel debattieren. Nein, die beten einfach!

Die Jünger damals beten. Sie beten mit Maria, mit den anderen Frauen, beten gemeinsam und intensiv. Wo Jesus abwesend scheint, da muss um seine Gegenwart gebetet werden! Denn er hat ja vor seinem Abschied versprochen: „Fürchtet euch nicht: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!“

„Ich lasse euch nicht als Waisen verlassen zurück! Ich werde einen Beistand senden, der euch in die ganze Wahrheit einführen wird.“

Neun Tage betet damals diese Urkirche, es ist die erste Novene, das erste neuntägige Gebet. Sie können das leicht nachrechnen: Von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten sind es 9 Tage.

Und was bewirkt dieses Gebet? Etwas Großartiges! Am Ende wird sich der Himmel öffnen: und zwar im Sturm und feuriger Begeisterung! Das ist Pfingsten. Das Fest des offenen Himmels, das Fest der Kraft des Geistes Gottes.

Liebe Schwestern und Brüder! Wenn wir auf Pfingsten schauen, verstehen, wir, warum Christus in den Himmel aufgefahren ist: Jesus ist in die Ewigkeit des Himmels heimgekehrt, um anders bei uns zu sein: Durch seinen Geist. Durch die Kraft dieses Geistes bleibt Christus in seiner Kirche. Schluss mit der innerkirchlichen Lamentiererei, Schluss mit den Frustrationen: Christus hat uns nicht wirklich verlassen, er wird seine Kirche nie verlassen!

Als kleiner Bub damals stand ich ziemlich verlassen am Bahnhof. Was habe ich gemacht? Ich ging in das Seminar zurück und tat das, was mich meine Mutter immer gelehrt hat, was wir jedesmal taten, wenn ich von zu Hause fortgefahren bin. Die ganze Familie, auch am Sonntag, wenn das Gasthaus voll war und die Leute warten mussten. Da gingen wir zur Marienstatue im Schlafzimmer der Eltern und haben dort gemeinsam gebetet. Und das war immer sehr beruhigend und tröstend.

Und genau das habe ich damals auch gemacht. Ich ging ins Seminar zurück in die Kapelle und ich habe dort vor der Marienstatue gebetet. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern. Aber irgendwie war dort die Verlassenheit vorbei. Ich glaube schon, dass mir das meine Eltern beigebracht haben und ich es dort gespürt habe: Wo gebetet wird, wird Gott spürbar und gegenwärtig. Wo gebetet wird, wird alles gut! Wer betet, ist nie allein!

Vielleicht sollten wir uns darauf auch in dieser Coronazeit wieder erinnern. Es hilft mindestens so gut wie das beste Desinfektionsmittel.

Ich wünsche ihnen einen zuversichtlichen Christi Himmelfahrtstag!

Ihr Johann Zarl Pfarrer i R.

Kategorien
Aktuelles

Wir sind wieder da!

Da es ja bezüglich einer Termin-Vorausschau noch einige Unsicherheiten gibt, machen wir einen kleinen Rückblick auf Aktivitäten unserer Bücherei in den letzten Jahren.

  • Besuche des Kindergartens
  • Bastelnachmittage mit der Jungschar
  • Stolze GewinnerInnen unserer Ferienaktion
Kategorien
Aktuelles

Alles NEU macht der ….

Seit letzter Woche hat unser Pfarrsaal ein neues Gesicht! Die Fenster und Türen auf der Rückseite waren schon sehr verwittert! Aus diesem Grund wurden sie von der Tischlerei Wurz nicht nur repariert, sondern mit besonders schönen und langlebigen Alu Profilen verkleidet. Danke für die super Arbeit!

Danke Thomas Wurz für dein Engagement immer wieder in der Pfarre!

DANKE auch an Herrn Franz Schmeißl, er hat das kaputte Kirchturmfenster mit Hingabe repariert! Die Pfarre St. Valentin ist sehr dankbar für die vielen Begabungen in der Pfarrgemeinde!

Kategorien
Aktuelles

Erster Sonntag nach Corona 17. Mai 2020

Die „Selbstregulierung“ funktionierte am 1. Sonntag nach Gottesdienstöffnung bei beiden Hl. Messen sehr gut! Danke an alle Gläubigen für ihr mitwirken und die Disziplin! Danke an die Priester Dr. Isaac u. Msgr. Zarl für ihre guten Gedanken und die einfühlsame Heranführung an die neuen „Mess-Regeln“! Ein besonderer Dank an Marianne und Franz Hirsch für die viele Mehrarbeit die sie derzeit leisten! Auch die Ministranten haben sich getraut mitzufeiern. Eine gewisse Art der Normalität kehrt zurück! Welche Freude!