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Du bist kostbar in meinen Augen!

Du bist kostbar in meinen Augen (Ruth Heil)

30. Sonntag im Jahreskreis, Evangelium Mt 22,34-40

Wie die Einleitung deutlich zeigt, geht es den Fragern gar nicht um den Inhalt, sondern darum, Jesus aufs Glatteins zu führen. Jesus durchschaut dies, nimmt sie aber trotzdem ernst und nützt die Gelegenheit, um sie an das, was ihm selbst am wichtigsten ist zu erinnern, an das Gebot der dreifachen  Liebe, der Liebe zu Gott, zu mir selbst, zu Mitmensch/Schöpfung. Denn daran, sagt Jesus, hängt alles!

Meist fallen uns da zuerst die Mitmenschen ein. Es gibt wohl kaum jemanden unter uns, der/die ehrlichen Herzens sagen könnte: ich mag jeden Menschen, ich verstehe jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, ich kenne keine Konflikte, keine Antipathie, keine Menschen, mit denen ich mich schwer tue —-. Ich glaube, wir alle haben schwierige Beziehungen mit bestimmten Menschen, die wir liebend gerne verändern würden – die Beziehung, bzw. oft auch den betreffenden Menschen, weil wir glauben, dass ja der andere schuld ist, dass es mit der Beziehung nicht klappt. Das sitzt sowieso tief in uns drinnen: der andere müsste sich ändern, dann würde in unserem Leben alles leichter!

Gar nicht einfacher ist die Beziehung zu uns selbst. Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst, formuliert ja Jesus. Mag ich mich wirklich so wie bin? Oder bin ich nicht da auch sauer über vieles, was ich lieber anders hätte? Das beginnt oft schon mit Körperbau, Gesicht; dann das, was mir meine Vorfahren an Charaktereigenheiten mitgegeben haben und dazu fällt mir häufig auch noch eine Menge ein, was ich selbst im Leben besser anders gesagt oder gemacht haben sollte —-

Der große Theologe Karl Rahner schreibt einmal: „Es ist die große Tat unseres Lebens: uns selbst anzunehmen“

Und dann die Beziehung zu Gott: auch sie kann schwierig sein. Wenn ich nicht glauben kann, wenn ich seine Gegenwart so ganz und gar nicht wahrnehmen kann, wenn ich mit bestem Willen nicht verstehe, warum er all das grauenhafte Leid in der Menschheit zulässt.

Wir gehen alle hervor aus dem Dreifaltigen Gott, der in sich Beziehung ist und lebt und er stellt uns von Anfang an in diese dreifache Beziehung: zu IHM, zu uns selbst und zu Mitmensch/Schöpfung. Und ähnlich wie Gott gleichzeitig der eine Gott ist, lassen sich auch Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe nicht trennen. Wir haben nur EIN Herz, mit dem wir lieben können, das bedeutet, wir lieben entweder alle drei oder niemand. Ich kann also nicht Gott lieben und den Mitmenschen ignorieren oder den Nächsten lieben und mich selbst ablehnen —

Stellt sich die Frage: kann man Liebe denn befehlen, mit einem Gebot regeln? Liebe, die wir als Gefühl wahrnehmen, ganz sicher nicht! Jesus ist Realist, er kennt den Menschen gut, also muss es wohl Sinn machen, wenn er uns dieses dreifache Gebot gibt, das große Liebesgebot.

Mir hilft da die lateinische Sprache. Da steht für „Liebe“: Amor, Caritas, Benevolentia.

Amor kennen wir alle vor allem als Liebe zwischen Mann und Frau.

Caritas steht für die barmherzige, helfende Liebe.

Jesus aber hat beim Liebesgebot sinngemäß (in seiner Sprache) „benevolentia“ gesagt, auf Deutsch „Wohlwollen“. Da steckt „Wollen“ drinnen, d.h. für diese Liebe kann ich mich entscheiden – und das immer wieder. Für mich ist das wirklich befreiend! Für Wohlwollen kann ich mich nämlich auch gegenüber einem Menschen entscheiden, der mir unsympathisch ist, mit dem ich mich schwer tue, ja der mich verletzt. Ich bin mir sicher, auch bei selbst gewählten BeziehungspartnerInnen, z. B. in der Ehe gibt es Phasen, in denen ich gefühlvolle Liebe nicht aufbringe, sondern nur mit Wohlwollen durchkomme. Ebenso wenig kommt die helfende Liebe ohne bewusste Entscheidung für Wohlwollen aus.

Fühlen wir uns nicht trotzdem überfordert vom großen Liebesgebot? Wir sind einfach nicht in der Lage, bedingungslos zu lieben. Ich glaube, erst wenn ich zu dem Vertrauen finde, dass ich von meinem Erfinder, Schöpfer, von Gott ein Leben lang ohne jede Bedingung gewollt und geliebt  werde und zwar so, wie ich nun einmal bin, wird es mir möglich sein, mich selbst anzunehmen. Und erst, wenn ich mich selbst annehmen und mir mit Wohlwollen begegnen kann, werde ich auch fähig, Mitmensch und Schöpfung zu lieben.

Ruth Heil bringt Gottes Beziehung, Gottes Liebe zu jeder/jedem von uns wunderbar ins Wort:

Sternstunde

Als du entstanden bist,

das war eine Sternstunde Gottes.

Er sprach: es werde! Dann wurdest du.

Du bist kein Zufall und kein Unfall,

sondern ein Einfall Gottes.

Und Gott sagt zu dir:

Du bist wertvoller als ein Stern,

der irgendwann im Weltall verglüht!

Du bist gerufen, für mich zu leuchten.

Ich bin es, der vor dir hergeht, der helle Morgenstern.

Sei getrost, mein Kind, ich weise dir den Weg,

auch im dunklen Tal!

Du bist kostbar in meinen Augen,

und ich habe dich lieb!

Ruth Heil

Impuls von Sr. Huberta Rohrmoser

Marienschwester Kl. Erla

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Hl. Firmung im Pfarrverband Enns-Donau-Winkel

„Getauft, gefirmt und gesendet!“, so lautete das Motto der 1. großen Pfarrverbandsfirmung „Enns-Donau-Winkel“, am 18. Oktober 2020 in der Stadtpfarrkirche St. Valentin.

88 Firmlinge fanden mit ihren Paten einen Platz, dann war die Pfarrkirche „corona-bedingt“ voll. Die Familien konnten via Livestream im Pfarrsaal oder Zuhause diese Firmung mitfeiern.

Danke an Alt-Abt Christian Haidinger aus dem Stift Altenburg für die Firmspendung . Zur Predigt hatte er seine „Firmampel“ mit. Danke Moderator Herbert Reisinger, Pfarrer i.R. Johann Zarl, Diakon Manuel und den Ministrantinnen und Ministranten für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes, dem Chor und den Musikerinnen und Musikern der Pfarre Langenhart für die klangvolle musikalische Gestaltung. Danke den vielen helfenden Händen die im Hintergrund tätig waren, den Mesnern (besonders Marianne und Franz Hirsch), den Kirchenschmückern und allen Helfern von Pfarrgemeinderat und Pfarrkirchenrat!

Besonderer Dank gilt allen Firmhelfern und Firmbegleitern für die Vorbereitung.

Bernie Leier und das Team von Skyline sorgte für die gesamte Technik, die Übertragung im Pfarrsaal und ins Internet. Michael Heigl war für die Installation des YouTube Kanals und den Livestream verantwortlich und Hanspeter Lechner für die tollen Fotos. Herzlichen Dank dafür!

Das Video (zum ansehen) und die Fotos (zum Download) stehen kostenlos zur Verfügung.

Ein gehöriger Aufwand, der sich aber bezahlt macht, wenn man in die leuchtenden Augen der Firmlinge schaut….

Fotos Hanspeter Lechner

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Weltmissionssonntag

Weltmissionssonntag

18. Oktober 2020

In diesem Jahrzehnt gab es mehrere Initiativen, die darauf abzielten, die Missionstätigkeit in der Kirche wiederzubeleben. Es begann mit der Einsetzung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung im Jahr 2010, gefolgt von der Bischofssynode zur „Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens“ im Jahr 2012, der Bischofssynode für die Region Pan-Amazonas im Jahr 2019, der Erklärung des Monats Oktober 2019 zum Missionsmonat und der jüngsten vatikanischen Anweisung „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche,” um einige zu nennen. Der Grund liegt nahe. Nach Ansicht von Papst Franziskus ist die „Missionstätigkeit paradigmatisch für alle Aktivitäten der Kirche,“ und daher müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die Aufmerksamkeit aller Getauften auf diese grundlegende Aufgabe zu lenken. Was war das Ergebnis all dieser Initiativen? Es ist schwierig, diese Frage zu beantworten, da keine offiziellen Statistiken vorliegen. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass die Kirche in diesem Jahrzehnt an vielen Fronten in der Defensive geraten ist: bedroht von einer aggressiven säkularen und post-säkularen Gesellschaft, dem islamischen Terrorismus, rechts- und linksgerichteten Ideologien, dem zerstörerischen Potenzial von Wissenschaft und Technologie ohne Regulierung und Kontrolle und die vielen Eigentore, die die Kirche geschossen hat. Und zum Abschluss des Jahrzehnts gibt es die Corona-Pandemie, die die Grundlagen der Weltordnung, wie wir sie heute kennen, erschüttert hat. Und doch, wenn Mission – verstanden als die Fortsetzung der Mission Christi zur Errichtung des Gottesreiches für die Kirche paradigmatisch ist, müssen wir darüber sprechen, Mittel und Wege finden, um kreativ daran teilzunehmen und sie dort zu platzieren, wo sie hingehört, nämlich, in der Mitte der christlichen Existenz. Wenn wir einen weiteren Weltmissionssonntag feiern, denken wir wieder über die Mission der Kirche und unseren Beitrag zur Errichtung des Gottesreiches in Gemeinschaft und Solidarität mit allen Christen und allen Männern und Frauen guten Willens nach.

Das kirchliche Leben weltweit steht in dieser Zeit unter dem Zeichen von der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen dieser weltweiten Krise sind kaum abschätzbar. Auch die leeren Kirchen in der Karwoche werden lange in Erinnerung bleiben. Aber sind nicht die leeren Kirchen auch ein Symbol der Leere, die viele Menschen mit ihrem Glauben in der Kirche fühlen, wie der Theologe Thomas Halik es ausgedrückt hat? Wir können unmöglich etwas geben, das wir nicht haben. Wenn Evangelisierung die Weitergabe unseres Glaubens ist, dann müssen wir uns nicht nur mit der Weltmission beschäftigen, sondern auch mit uns selbst. Wie die österreichischen Bischöfe in ihrer Weltmissionssonntagsbotschaft in aller Ehrlichkeit sagen, hat der christliche Glaube in den vergangenen Jahrzehnten bei uns in Europa an Kraft verloren. Papst Franziskus hat das immer wieder betont, dass wir eine narzisstische Kirche geworden sind, die zu sehr auf sich selbst bezogen ist, die nur um sich selbst kreist. Dann ist die Gefahr tatsächlich groß, dass wir die eigentliche Situation aus dem Blick verlieren. Eine solche Kirche wird belanglos oder zu einem Ärgernis für die, die vom Glauben und der Kirche fern sind. Aus dieser Belanglosigkeit herauszukommen, ist eine große Herausforderung. Ob wir dafür etwas von der Corona Pandemie lernen können? Wie können wir unsere geistliche Substanz und das Gebet wiederentdecken? Papst Franziskus spricht sogar von der „missionarischen Kraft des Fürbittgebets“. So können wir auch missionarisch sein.

Eine missionarische Kirche wird auch ihren Blick für die Nöte und Anliegen unserer Nächsten öffnen. Diese Solidarität mit Menschen in Not unter uns und überall in der Welt ist die beste missionarische Geste, die wir in diesem Moment zeigen können. Denn das Kerngebot des Christentums ist das Liebesgebot. Gerade in diesen Zeiten der Krise zeigen sich viele Menschen in Werken der Nächstenliebe als wahre Christen. Menschen gingen in ihrem Einsatz für die Nächsten bis an ihre Grenzen. Eine unglaubliche Welle der Solidarität machte sich breit. Diese Solidarität mit allen Leidenden weltweit ist Mission par excellence. Wenn heute im Auftrag des Papstes in allen Gottesdiensten auf allen Kontinenten und in allen Ländern für die Weltkirche gesammelt wird, wird diese Solidarität eine Realität. Wenn wir unser solidarisches Handeln beibehalten, dann machen wir Gottes Reich sichtbar vor der Welt. Und das ist Mission!

Dr. Isaac Padinjarekuttu

Bild: dbk.de

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Danke Frau Dr. Renate Riedl !

Frau Dr. Renate Riedl hat über 10 Jahre die Bibelrunde in der Pfarre geleitet. Mit ihrem Engagement und Ihrem Wissen ist es ihr gelungen neugierige und Bibelleser für die Bücher der Heiligen Schrift zu begeistern. Ganz besonders die Bibelrundenausflüge und die Diskussionsrunden sind allen Teilnehmern in Erinnerung geblieben.

„Mitten im Buch der Psalmen, bei Psalm 90, hat uns die Coronageschichte erwischt“ schreibt sie!

„Da überhaupt nicht abzusehen ist, wie und ob es im Herbst mit Gruppen in der Pfarre weitergeht, ich selber in dieser Altersgruppe angekommen bin, die als Riskogruppe gilt, habe ich mich nach langem Überlegen entschlossen, diesen Impuls ernst zu nehmen und mich von dieser Aufgabe zu verabschieden“.

Vergelt´s Gott im Namen der Pfarre und im Namen aller Teilnehmer der Bibelrunde!

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Kindergottesdienst im Pfarrheimgarten

Der Hl. Franz von Assisi hatte seine Freude! Ein voller Pfarrheimgarten, voll mit Kindern, Eltern und Großeltern – und vielen Stofftieren! Immer im Oktober feiern wir das Fest des Hl. Tier-, Menschen- und Gottesfreundes Franziskus. Seine Botschaft ist aktueller denn je! Im Pfarrheim-Garten hatten wir auch kein Probleme mit Abstand halten und Corona-Schutz! Das Wetter spielte mit. Danke an unsere Gottesdienstleiterin Sabine Hauleithner mit ihrer Schnecken-Handpuppe Finchen und unser Musikerinnen-Team Petra Schleicher und Sabine Kirchweger für die musikalische Begleitung. Eine „neue Normalität“ wird es auch bei unseren Kindergottesdienstfeiern brauchen. Wir werden uns bemühen, alle Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, zum Wohle aller Großen und Kleinen, Alten und Jungen! Selbstverständlich müssen auch wir als Kinderliturgie-Kreis der Pfarre „auf Sicht fahren“. Der nächste (geplante) Kindergottesdienst wäre das MARTINSFEST am Sonntag, 15. November um 17 Uhr. Wir feiern, wenn es möglich ist, alles „outdoor“, mit viel Abstand, die Kipferl gibt es in ein Sackerl eingepackt und geteilt wird dann nach der Feier in den eigenen 4-Wänden. So (er-)leben wir auch „Hauskirche“! Wann, ob und wie das Martinsfest stattfinden wird, werdet ihr mit Sicherheit erfahren! Hl. Franz von Assisi und Heiliger Martin, bittet für uns!

Beitrag Diakon Manuel

Fotos Renate Steffelbauer

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Gott will, dass wir seine Gäste sind!

Sonntagsgedanken zum 28. Sonntag im Jahreskreis A

Matthäus 22,1-14

Zu einer Hochzeit eingeladen zu sein ist etwas Schönes – und wenn es eine königliche Hochzeit ist – wer würde sich da nicht freuen?

Im heutigen Evangelium geschieht aber das Unglaubliche: Die Eingeladenen sagen ab – sie haben keine Lust oder keine Zeit!

Der König hat viel Geduld – er schickt seine Diener ein zweites Mal aus – doch wieder ohne Erfolg! Keiner kommt! Einige, der Eingeladenen, vergreifen sich sogar, an den Dienern, misshandeln sie oder bringen sie um. Der König wird zornig. Das ist eine Provokation und die Reaktion ist heftig. Doch das Fest soll stattfinden.

Er schickt ein letztes Mal Diener aus. Diesmal werden alle eingeladen – egal ob reich oder arm, angesehen oder verspottet. Da kommen sie in Scharen und der Festsaal füllt sich mit Gästen. Das sagt uns: Gott will, dass wir seine Gäste sind. Er wirbt mit allen Mitteln um uns.

Sind wir bereit?

Wir können die Einladung annehmen oder sie ablehnen. Gott hält an seiner Einladung fest. Er schickt uns immer wieder Botschaften, Fingerzeige und Impulse.

Bin ich offen und ansprechbar? Höre ich sein Rufen? Ist Gott die Mitte meines Lebens – oder sind es die täglichen Aufgaben, der Freizeitstress, der Computer? Wie ernst nehme ich seine Einladung? Jede und jeder von uns hat die Wahl – ich kann mich für oder gegen Gott entscheiden.

Die Menschen, die im Gleichnis auf die letzte Einladung des Königs kommen, sind ein bunter Haufen – unterschiedliche Leute von der Straße der Stadt. Vielleicht waren unter ihnen Obdachlose, Prostituierte, Zöllner – Menschen um die man gewöhnlich einen Bogen macht. Es ist befreiend, dass man seine eigene Lebensgeschichte mit allen Scheitern vor Gott bringen kann, ohne verurteilt zu werden. Gottes Barmherzigkeit ist groß!

Was aber ist mit dem hochzeitlichen Gewand gemeint, das einer der Gäste nicht anhat und dann hinausgeworfen wird?

Ich glaube, man kann die Einladung zum Hochzeitsmahl nicht annehmen und zugleich so bleiben wie man vorher war. Ist das nicht ein Ruf zur Umkehr?

Es geht nicht um ein passendes Outfit. Es geht darum, ob ich meinen Glauben lebe, in Taten der Liebe, im Ertragen des anderen, im Verzeihen und in der Bereitschaft zur Versöhnung.

Ich darf kommen wie ich bin – aber so soll ich nicht bleiben – ich soll mich verändern lassen, mich von Gott so machen lassen, wie er mich haben möchte. Mich von seiner Liebe umgestalten lassen. Das Hochzeitsgewand ist letztendlich die Liebe.

Am Ende unseres Lebens werden wir einmal nach der Liebe gefragt. Mit dem Maß, mit dem wir messen und zuteilen, wird auch uns zugeteilt werden. Allein die Liebe zählt!

Monika Gundendorfer

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ERNTEDANK 2020

Bei strahlendem Wetter fanden sich am Sonntag den 4. Oktober zahlreiche Besucher, zur Segnung der Erntekrone und der Erntegaben, auf dem Hauptplatz ein. Einen besonderen Rahmen bildeten die vielen Kinder, die Goldhaubenfrauen und die Stadtmusikkapelle, die auch den Einzug in die Kirche begleiteten. Pfarrer i.R. Johann Zarl und Diakon Manuel zelebrierten den ganz besonders feierlichen Dank-Gottesdienst.

Auf dem Vorplatz wurde, für alle die in der Kirche nicht mehr Platz fanden, Sessel aufgestellt und mittels eines Fernsehers, mit Bild und Ton, die Feier nach außen übertragen.

Ein ganz besonderer Dank gilt den Organisatoren, allen voran der Dorfgemeinschaft Altenhofen um Maria Hagler und Karl Schönauer für die vielen Stunden der Vorbereitung! Danke auch dem Team des Willkommensdienstes und den vielen Helfern die für den reibungslosen Ablauf verantwortlich zeichnen. Bei den derzeitigen gesetzlichen Vorgaben eine Herausforderung!

Der Kirchenschmuck ist, wie immer eine Augenweide, gespickt mit vielen feinen Details. Wir laden Sie ein, besuchen Sie die Kirche in den nächsten Tagen, es lohnt sich (immer)!


Danke Renate Steffelbauer für die Fotos!

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„Und Sie, kennen Sie Christus?“ Impusgedanken zum 27. Sonntag im Jahreskreis

27. Sonntag im Jahreskreis 2020 Impulsgedanken zu Mt 21,33-42.44.43

„Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.“ (Mt 21, 41)

Ich gehöre der Generation an, in deren Kinder und Jugendzeit das Ende des 2. Weltkrieg etwa 40 Jahre zurücklag. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Erwachsene in meiner Gegenwart Kraftausdrücke gebraucht haben,die ich heute nicht einmal niederschreiben möchte.

Manche dieser Kraftausdrücke haben sich sehr abfällig über Juden geäußert. Erst als ich dann im Erwachsenwerden über die versuchte Vernichtung der Juden im Weltkrieg erfuhr, verstand ich die Zusammenhänge: Die Sprache der Erwachsenen war geprägt die durch die Sprache der Zeit,die sie selber in der Kinder- und Jugendzeit erlernt haben, – auch geprägt in der Abfälligkeit über das jüdische Volk.

Es gehört zu den dunklen Kapiteln in unserer Kirchengeschichte, das im Laufe der Jahrhunderte Unheil über Juden immer wieder kam (-oder zumindest geduldet) – auch durch die Kirche. Sehr traurig ist es ebenso, dass viele meinten und immer noch behaupten, sie können sich dabei auch auf die Heilige Schrift berufen, wenn sie einzelne Verse der Hl. Schrift aus dem Zusammenhang reißen. Nein, Gott hat keine Freude an der Vernichtung seines Volkes, „das er zuerst erwählt hat“ (vgl. Röm 11,2!).

Jesus Christus war von seiner Abstammung her Jude, daher meine Anregung:

Nehmen sie die Heilige Schrift zur Hand und nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und blättern Sie darin, vor allem im Alten Testament, den das war für Jesus zu seiner Zeit die ganze Hl. Schrift. Bleiben Sie bei dem was sie anspricht und beten Sie.  Bedenken sie das Wort des Kirchenlehrers Hieronymus:

„Die Hl. Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen“

Und Sie, kennen Sie Christus? 

Pfr. Herbert Reisinger

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Erstkommunion 27. September 2020

Nachdem coronabedingt der Termin in den Herbst verlegt wurde, strahlte an diesem Sonntag sogar die Sonne mit den Kindern um die Wette!

Begleitet von der Stadtkapelle St. Valentin, zogen 18 Mädchen und 17 Buben von der Volksschule, gemeinsam mit ihren Angehörigen, in die Pfarrkirche ein. Dort begrüßte Pfarrer i.R. Johann Zarl alle Besucher und zelebrierte, unterstützt von Diakon Manuel, den feierlichen und sehr stimmungsvollen Gottesdienst. „Jesus – Brot des Lebens“ war das Motto, zu dem die Kinder ihre Themen vorbereitet hatten. Musikalisch umrahmt wurde die Feier, in bewährter Art und Weise, von Gerti Lischka mit Ihren MusikerInnen.  Am Ende des Gottesdienstes durften die Kinder das erste Mal die heilige Kommunion empfangen.

Unser ganz besonderer Dank gilt Religionslehrerin Veronika Scheuchenegger, den Tischmüttern, den Lehrerinnen und allen Helfern, die trotz der derzeit schwierigen Umstände die Vorbereitung und den Ablauf organisiert haben!

Ein bisschen „Normalität“ war wieder in der Kirche zu spüren….

Ein herzliches Dankeschön der Firma Foto Rußkäfer aus Steyr für die zur Verfügung gestellten Bilder!

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„Spieglein, Spieglein an der Wand…..?“

Diakon Manuel Sattelberger

Sonntagsgedanken zum 26. Sonntag im Jahreskreis A

Im berühmten Märchen von Schneewittchen und den 7 Zwergen heißt es: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Ich bin kein Märchenonkel und erzähle euch auch keine G’schichteln, trotzdem möchte ich euch einen Spiegel anbieten mit dem neuen Reim: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sind wir in Gottes Hand?“

            Papst Franziskus hat in seinem Schreiben Evangelii Gaudium, auf Deutsch ‚Die Freude am Evangelium’, den Predigern ins Stammbuch geschrieben, dass jede gute Predigt eine Idee, ein Gefühl und ein Bild enthalten muss! Um also ein guter Prediger zu sein, habe ich heute das Bild des Spiegels gewählt! Spiegel begleiten nicht nur eitle oder auf ihr gutes Aussehen bedachte Menschen, sondern jeden einzelnen von uns! Der Spiegel zeigt uns, wie wir zumindest äußerlich gerade ausschauen/dreinschauen…

            Mir scheint, dass uns Jesus im heutigen Evangelium auch so einen Spiegel vorhalten möchte mit der Frage: In welcher Person spiegelst du dich, wo spiegelt sich dein Leben wider?

            Wir hören heute aus dem Mund des Gottessohnes ein Gleichnis, ein Bildwort, Jesus vergleicht! Er erzählt uns von einem Mann zu biblischer Zeit der zwei Söhne hat! An beide Söhne ergeht dieselbe Bitte um Mitarbeit in seinem Weinberg!

            Liebe Schwestern und Brüder, haben Sie jetzt bitte immer das Bild des Spiegels im Hintergrund meiner Gedanken! Da gibt es den Sohn Nummer Eins, der sagt: Ja, Ja Papa, mach ich schon – tut aber nichts dergleichen. Ein Faulsack, ein Blender, der seinem Papa nicht folgt! Sohn Nummer Zwei, sagt: Nein, kannst du selber machen! Mit der Zeit reut es ihn und sein vorschnelles ‚Nein‘, wird zu einem ‚Ja’ und geht doch, sagen wir mal mit Startschwierigkeiten, „butteln“ in den Weinberg!

            Und jetzt die gipfelnde Frage Jesu: Wer von den beiden Söhnen hat den Willen des Vaters erfüllt? Klare Antwort: Sohn Nummer Zwei! In welchem Sohn findest du dich heute wieder? Im Ersten, dem Ja-Ja-Sager oder im Zweiten der anfänglich ‚sicher nicht’ sagt und dann doch der Bitte seines Vaters nachkommt!

            Wenn du heute in den Spiegel schaust den dir Jesus jetzt vor dein Gesicht hält, WER bist du? Ich für mich, finde mich, ein bisserl in beiden Söhnen wieder. Mir fallen viele Situationen ein, wo ich dem ersten Sohn gleiche, aber auch dem zweiten Sohn!

Was möchte uns Gott heute, jetzt und hier mit diesem Evangelium das uns Matthäus überliefert hat, sagen?

  • Der Ruf Gottes in seinem Weinberg zu arbeiten ergeht an jeden von uns – ohne Ausnahme!
  • Und auch wenn heute nur von ‚Söhnen’ die Rede ist so meint Jesus mit 100 % Sicherheit auch die ‚Töchter’ Gottes. Wir alle sind aufgerufen mit unserem Leben auf diese Frage Gottes zu antworten.
  • Versteht mich nicht falsch! Im ‚Weinberg Gottes’ zu arbeiten heißt nicht in erster Linie einen geistlichen Beruf anzustreben, oder in einem Kloster zu leben! Mit dem ‚Weinberg Gottes’ ist unser ganz konkretes Leben gemeint – so wie es ist – ohne Beschönigung, ohne sich oder anderen etwas vorzumachen! Bekommt Gott von dir (heute) ein ‚Ja, ja!’ oder ein ‚Nein, sicher nicht!’.

            Trostvoll am heutigen Evangelium ist, dass Gott auch ein ‚Nein’ akzeptiert, aber jeder auch die Freiheit besitzt sein Handeln, dein Leben, seinen Weg, egal was auch immer, dass jeder die Möglichkeit hat aus seinem anfänglichen (mündlichen) ‚Nein’ ein tatkräftiges ‚Ja!’ werden zu lassen!

            Ist es nicht auch mit unseren Lebensschicksalen so? Gott oder ‚das Schicksal’, wie viele sagen, mutet uns Menschen oft viel zu! Oft zu viel! Die Frage besteht darin: Sage ich ‚Ja!’ oder ‚Nein!’ zu meinen Lebensschicksalen? Wir haben die Wahl a) daran zu zerbrechen oder b) es auch wenn es unheimlich schwer und schmerzhaft ist anzunehmen, im Vertrauen, dass Gott (s)einen Plan hat!

            Liebe Schwestern und Brüder! Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sind wir in Gottes Hand? Die Antwort die uns das heutige Evangelium gibt ist folgende: Wir sind Gottes Söhne und Töchter, berufen ihm im Weinberg unseres Lebens zu dienen! Gott zwingt uns nicht! Denn wer liebt verabscheut den Zwang! Wirkliche Liebe, ein ehrliches ‚JA!’ gibt es nur in Freiheit!