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Wach sein – wofür?

So im Jahreskreis 8. November 2020

Evangelium Mt 25,1-13

Im Jahr 1993 war ich für einen Monat im Rahmen meines Grundwehrdienstes zur Grenzsicherung an der burgenländischen Grenze. Ich war eingeteilt als Wachtposten bei der Unterkunft der eingesetzten Grenzsoldaten. Meine Aufgabe bestand darin, den Einlass zur Unterkunft nur berechtigten Personen zu gewähren und da bin ich viele Stunden Wache gestanden. Ich habe bei diesem Wachdienst viel gekämpft, aber nur in dem Sinne, dass ich gekämpft habe, dass mir nicht die Augen zufallen.

Als eine Schwester von mir zur Geburt eines Kindes in das Krankenhaus kam, da bin ich einige Stunden in der Nacht wachend vor dem Kreißsaal gesessen, wer in einer solchen Situation ist, weiß, dass man  dabei eben nicht die verbrachten Stunden zählt, sondern hofft den Schrei des neugeboren Kindes zu hören, welcher dann auch in den frühen Morgenstunden gekommen ist.

Im Evangelium vom Sonntag geht es auch um das Wachen.

Jesus richtet ursprünglich sein Wort zu Zeitgenossen, die offensichtlich in der entscheidende Stunde nicht wachen, sondern schlafen. In seinem Auftreten bricht eine neue Zeit an, denn will Gott mit seinem Volk Hochzeit feiern. Doch der Ruf wird nicht gehört und wird verschlafen.

Die Texte sind bleibend auch Mahnung für unser Leben als Christinnen und Christen das Leben nicht zu verschlafen, sondern sich vorzubereiten und wach zu sein.

                        Wach sein – wofür?

Jesus Christus kommt: Im Monat November gedenken wir unserer Toten und auch die eigene Sterblichkeit kommt wohl mehr in den Blick als während des Jahres. Wach sein dafür, dass wir Ihm begegnen werden in der Stunde unseres Todes.

– Wenn Er ruft, werde ich bereit sein, wenn er zum himmlischen Hochzeitsmahl ruft?

Jesus Christus kommt: Ja, er kommt heute zu uns, in der Feier des Gottesdienstes, in den Feiern der Sakramente, immer wenn wir selbst betend in der Hl. Schrift lesen. Er kommt zu uns  im persönlichen und gemeinsamen  Gebet. Er kommt zu uns in den in den frohen und den herausfordernden Begegnungen und  Ereignissen des Alltags. Er kommt mitunter leise und oft anders als wir Ihn erwarten.

Unsere Welt braucht heute mehr denn je Menschen, die Welt braucht Christinnen und Christen, die  wach sind und sich wach halten, durch ein Leben aus dem Glauben.

Ein junger Zenmönch fragt seinen Meister: „Was kann ich tun um die Welt zu retten?“ Der Meister antwortet: „So viel, wie du dazu beitragen kannst, dass morgen die Sonne aufgeht.“ Darauf der Schüler enttäuscht: „Aber was nützen dann alle meine Guten Taten?“ Darauf der Meister: „Sie helfen dir Wach zu sein, wenn die Sonne aufgeht.“ (Anthony de Mello)

Für Kinder:

Wo Gott mir ganz nahe kommt, da ist es wie im Himmel. Aber bin ich dafür vorbereitet, dass Gott bei mir ankommen kann?

Jesus erzählt uns zu dieser Frage eine Geschichte:

„Alle freuen sich. Es soll Hochzeit sein. Aber der Bräutigam ist noch nicht da und es wird schon dunkel. Deshalb gehen ihm 10 junge Frauen entgegen. Jede nimmt eine brennende Öllampe mit. 5 der Frauen sind klug. Sie nehmen vorsichtshalber einen Krug Ersatzöl für ihre Lampen mit; denn vielleicht müssen sie ja lange warten. Die anderen 5 Frauen denken nicht daran. Dumm sind sie. Lange warten die Frauen, doch der Bräutigam kommt immer noch nicht. Müde setzen sie sich hin. Bald schläft eine nach der anderen ein. Mitten in der Nacht werden sie von lauten Rufen geweckt: „Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!“

Aber ihre Lampen sind fast leer gebrannt. Die fünf klugen Frauen sind dafür vorbereitet. Schnell füllen sie ihre Lampen mit dem Öl aus den Krügen. Sofort brennen sie wieder hell auf. Das wird für den Rückweg reichen. Die anderen fünf Frauen erschrecken. Jetzt erst erkennen sie, dass das Öl ihrer Lampen nicht ausreicht. Schnell laufen sie los, um neues Öl zu besorgen. Doch so kommen sie zu spät. Der Bräutigam ist längst da. Die klugen Frauen haben ihn abgeholt und gemeinsam feiern sie Hochzeit. Die 5 dummen Frauen bleiben enttäuscht draußen im Dunkeln.“

Als Jesus diese Geschichte erzählt hat, schaut er jeden seiner Freunde an und sagt: „Sei also wachsam, damit Du vorbereitet bist! Denn es gibt Momente in Deinem Leben, da kommt es ganz auf Dich an!“

Kennst Du solche Momente?

(Norbert Koch, GR)

https://www.erzbistum-koeln.de/seelsorge_und_glaube/ehe_und_familie/familie_und_kinder/glauben_leben/familienliturgie/ausmalbilder_und_textseiten/lesejahr_a/32_so.html

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Feiertagsgedanken von Diakon Manuel

Feiertagsgedanken zu ALLERSEELEN

Die Tage rund um Allerheiligen und Allerseelen, überhaupt die oft trüben Novembertage mit ihrem Nebel, ihrer Kälte und den immer kahler werdenden Bäumen und Sträuchern, geben uns die Möglichkeit unsere Trauer und unsere Traurigkeiten zu erleben, zu gestalten um sie nicht zu verdrängen! Denn: Was du verdrängst, dass holt dich oft schneller ein als zu denkst!

Trauer, liebe Schwestern und Brüder, ist vielfältig! Und jeder Mensch trauert anders und auf seine Weise! Wir erleben die Trauer in ganz besonderer Weise, wenn wir von einem lieben Menschen Abschied nehmen müssen. Und da ist es unterm Strich egal ob dieser Mensch plötzlich und unerwartet stirbt oder dem Tod eine längere, schwere Krankheit vorausgegangen ist.

Wir erleben dieses menschliche Gefühl aber auch vielfach in anderen Situationen und Umständen, wenn z.B. die Kinder das Elternhaus verlassen, weil sie sich etwas Eigenes schaffen oder zum Studium wegziehen, ja ihre eigenen oft nicht nachvollziehbaren Entscheidungen treffen und andere Wege gehen. Manche Pensionierung ist auch mit dem Gefühl der Trauer verbunden, weil die Arbeit sofern man sie gern gemacht hat, ein wichtiger Bestandteil des Lebens war. Alte Menschen, aber nicht nur Alte, sind oft traurig, weil sie spüren, dass ihre Kräfte, ihre Sinne und ihre Gesundheit nachlassen und man sich ständig von Etwas oder Jemanden verabschieden muss …

            Um es auf den Punkt zu bringen: Die Trauer ist die Schwester der Liebe! Dort wo geliebt wurde oder geliebt wird, dort wird getrauert! Und die Schwester der Liebe kommt hin und wieder bei uns zu Besuch, lassen wir sie eintreten, öffnen wir ihr die Tür, liebe Schwestern und Brüder, geben wir ihr Raum!

            Die kleine Heilige Theresia von Lisieux, die nie Theologie studiert hat, trotzdem aber zur Kirchenlehrerin erhoben wurde und schon mit 24 Jahren an Tuberkulose sterben musste, sagte auf ihrem Sterbebett: „Nicht der Tod wird mich holen, sondern der gute Gott!“

            Liebe Schwestern u. Brüder! Das ist unser christlicher Glaube. Das ist auch unsere große Hoffnung in den Zeiten der Trauer und inneren Traurigkeiten! Aus diesem Grund feiern wir Allerheiligen und feiern wir Allerseelen, weil unser Leben ein Ziel hat, das Ziel ist nicht der Tod, ist nicht das Grab, unser aller Ziel ist Gottes Liebe!

Ihr Diakon Manuel Sattelberger.

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Brief von Bischof Alois Schwarz zu Allerheiligen

Ich weiß nicht, ob der Himmel niederkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen?“, schreibt die Kärntner Lyrikerin Christine Lavant in ihrem Gedicht „Die Bettlerschale“. Mit dem Fest Allerheiligen wenden wir uns dem zu, was vom Himmel kommend heilig ist. Es ist gleichsam das Begegnungsfest zwischen Himmel und Erde, in das wir Menschen hineingewoben sind. Einige von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, haben in diesem vergangenen Jahr einen lieben Angehörigen, einen Freund, eine Freundin, eine/n Bekannte/n verloren. Vielleicht haben Sie auf Grund der derzeitigen Corona-Pandemie auch nicht die Möglichkeit gehabt, sich am Grab bei der Beerdigung zu verabschieden. Umso wichtiger ist es, besonders am Fest Allerheiligen all unsere Verstorbenen im Gebet hereinzunehmen und sie am Friedhof zu besuchen. Gerade im Angesicht des Todes eines geliebten Menschen fehlt uns die Kraft. Es ist, als ob auch wir die Lebenskraft und Lebensfreude ein Stück weit sterben lassen müssten. In diese Trauer hinein, die uns schwächt, die uns Angst macht, kommt Gott, kommt der Himmel uns entgegen.

Am Fest Allerheiligen erinnern wir uns an all jene Heiligen, die uns in das Leben bei Gott vorausgegangen sind. Ihnen dürfen wir – gemeinsam mit unseren lieben Verstorbenen – nahe sein. Es ist, als „ob der Himmel niederkniet“, das gemeinsame Fest der Heiligen und unserer lieben Verstorbenen. Umso verständlicher ist es, dass wir uns an den Tagen zuvor auf das Fest vorbereiten. Wir schmücken die Gräber und entzünden an den verschiedenen Grabstätten Kerzen. Gleichzeitig aber spüren wir, dass das irdische, materielle Denken alleine nicht genügt. Wir brauchen Rituale und vor allem den Segen, der uns die innere Ruhe und das Vertrauen schenkt, dass unser letzter Sinn und unser eigentliches Ziel der Himmel ist. Solange wir unterwegs sind, brauchen wir immer wieder Labe-Stellen für unsere Seele, die uns nähren und darauf besinnen, was im Leben wirklich wichtig ist.

Die Gräbersegnung ist ein Ritual, bei dem wir mit dem Heiligen, dem Himmel in Beziehung treten können. Es ist aber auch eine Möglichkeit, zu sehen, dass wir in unserer Trauer, in unserem Schmerz um den verstorbenen Angehörigen, nicht alleine sind. Wir, die Lebenden, erwarten den Himmel, der sich zeigt und uns im Gedenken an unsere Verstorbenen entgegenkommt. Gleichzeitig werden wir auch daran erinnert, dass unser irdisches Leben sich eines Tages in das Leben bei Gott Hineinverwandeln wird.

Ich verstehe schon, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie nach dem Friedhofsbesuch dann in Ihren Familien das Leben feiern wollen. Das heurige Allerheiligenfest könnte ein Anlass sein, einmal ganz anders das Leben zu feiern, mit einem Spaziergang danach und in der eigenen Familie. Fragen Sie Ihre Kinder, was das Heilige für sie bedeutet. Sie werden staunen. Sie können sich aber auch alleine damit beschäftigen, wo der Himmel in Ihrem Leben niedergekniet ist. Nehmen Sie die Möglichkeit wahr, dem Heiligen zu begegnen und nehmen Sie heuer einmal Abstand von den bisher üblichen Feiern im größeren Familienkreis, auch wenn es zum Brauchtum gehört.

Vielleicht möchte uns diese Zeit der äußeren Distanzierung, des Abstandhaltens im Blick auf Corona hinführen zu einer stillen und besinnlichen Beschäftigung mit dem Wesentlichen für unsere Seele. Teilen Sie dann Ihre Gedanken mit Freunden oder Bekannten, mit Familienmitgliedern am Telefon. Diese Erfahrung kann zu einem besonderen Festtag für Sie und Ihre Familien werden.

Das wünsche ich Ihnen von Herzen

Bischof Alois Schwarz

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Sonntag der Weltkirche 2020

Einen Sonntag später als überall feiern wir den Weltmissionssonntag, den Sonntag der Weltkirche Ende Oktober. Der beleuchtete Globus am Altar ist ein Zeichen dafür, dass es Kirchengemeinden rund um die Welt gibt. Die Päpstlichen Missionswerke „missio“ rund um Dir. P. Karl Wallner, motivieren die Pfarren über den eigenen Tellerrand, im wahrsten Sinn des Wortes zu blicken. Den Ärmsten der Armen fehlt es an allem, Covid-19 macht die Lebenssituation noch schlechter. Wir als „reiche“ Kirche in Österreich, wollen unseren armen Brüdern und Schwestern helfen, indem wir für die sammeln! Wir sammeln Gebete und Spenden! Unsere Jungscharkinder, begleitet von Jugendlichen, verkauften 600 missio-Schokopralinen-Sackerl. Mit Süßem Gutes tun! Möge unser Engagement nicht nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein sein, sondern vor allem ein Zeichen der Hoffnung für viele Arme rund um den Erdball. Kirche ist nicht nur ein Gebäude aus Stein in unseren Ortszentren, sie ist auch eine weltumspannende Hoffnungs- und Solidaritätsgemeinschaft!

Danke auch den Singing Valenteenies für die Gestaltung der Messe. Man konnte die Freude spüren die sich von den Gesängen der Kinder auf die Messbesucher übertrug….

DANKE!

Fotos Hanspeter Lechner, Text Diakon Manuel!

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Du bist kostbar in meinen Augen!

Du bist kostbar in meinen Augen (Ruth Heil)

30. Sonntag im Jahreskreis, Evangelium Mt 22,34-40

Wie die Einleitung deutlich zeigt, geht es den Fragern gar nicht um den Inhalt, sondern darum, Jesus aufs Glatteins zu führen. Jesus durchschaut dies, nimmt sie aber trotzdem ernst und nützt die Gelegenheit, um sie an das, was ihm selbst am wichtigsten ist zu erinnern, an das Gebot der dreifachen  Liebe, der Liebe zu Gott, zu mir selbst, zu Mitmensch/Schöpfung. Denn daran, sagt Jesus, hängt alles!

Meist fallen uns da zuerst die Mitmenschen ein. Es gibt wohl kaum jemanden unter uns, der/die ehrlichen Herzens sagen könnte: ich mag jeden Menschen, ich verstehe jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, ich kenne keine Konflikte, keine Antipathie, keine Menschen, mit denen ich mich schwer tue —-. Ich glaube, wir alle haben schwierige Beziehungen mit bestimmten Menschen, die wir liebend gerne verändern würden – die Beziehung, bzw. oft auch den betreffenden Menschen, weil wir glauben, dass ja der andere schuld ist, dass es mit der Beziehung nicht klappt. Das sitzt sowieso tief in uns drinnen: der andere müsste sich ändern, dann würde in unserem Leben alles leichter!

Gar nicht einfacher ist die Beziehung zu uns selbst. Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst, formuliert ja Jesus. Mag ich mich wirklich so wie bin? Oder bin ich nicht da auch sauer über vieles, was ich lieber anders hätte? Das beginnt oft schon mit Körperbau, Gesicht; dann das, was mir meine Vorfahren an Charaktereigenheiten mitgegeben haben und dazu fällt mir häufig auch noch eine Menge ein, was ich selbst im Leben besser anders gesagt oder gemacht haben sollte —-

Der große Theologe Karl Rahner schreibt einmal: „Es ist die große Tat unseres Lebens: uns selbst anzunehmen“

Und dann die Beziehung zu Gott: auch sie kann schwierig sein. Wenn ich nicht glauben kann, wenn ich seine Gegenwart so ganz und gar nicht wahrnehmen kann, wenn ich mit bestem Willen nicht verstehe, warum er all das grauenhafte Leid in der Menschheit zulässt.

Wir gehen alle hervor aus dem Dreifaltigen Gott, der in sich Beziehung ist und lebt und er stellt uns von Anfang an in diese dreifache Beziehung: zu IHM, zu uns selbst und zu Mitmensch/Schöpfung. Und ähnlich wie Gott gleichzeitig der eine Gott ist, lassen sich auch Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe nicht trennen. Wir haben nur EIN Herz, mit dem wir lieben können, das bedeutet, wir lieben entweder alle drei oder niemand. Ich kann also nicht Gott lieben und den Mitmenschen ignorieren oder den Nächsten lieben und mich selbst ablehnen —

Stellt sich die Frage: kann man Liebe denn befehlen, mit einem Gebot regeln? Liebe, die wir als Gefühl wahrnehmen, ganz sicher nicht! Jesus ist Realist, er kennt den Menschen gut, also muss es wohl Sinn machen, wenn er uns dieses dreifache Gebot gibt, das große Liebesgebot.

Mir hilft da die lateinische Sprache. Da steht für „Liebe“: Amor, Caritas, Benevolentia.

Amor kennen wir alle vor allem als Liebe zwischen Mann und Frau.

Caritas steht für die barmherzige, helfende Liebe.

Jesus aber hat beim Liebesgebot sinngemäß (in seiner Sprache) „benevolentia“ gesagt, auf Deutsch „Wohlwollen“. Da steckt „Wollen“ drinnen, d.h. für diese Liebe kann ich mich entscheiden – und das immer wieder. Für mich ist das wirklich befreiend! Für Wohlwollen kann ich mich nämlich auch gegenüber einem Menschen entscheiden, der mir unsympathisch ist, mit dem ich mich schwer tue, ja der mich verletzt. Ich bin mir sicher, auch bei selbst gewählten BeziehungspartnerInnen, z. B. in der Ehe gibt es Phasen, in denen ich gefühlvolle Liebe nicht aufbringe, sondern nur mit Wohlwollen durchkomme. Ebenso wenig kommt die helfende Liebe ohne bewusste Entscheidung für Wohlwollen aus.

Fühlen wir uns nicht trotzdem überfordert vom großen Liebesgebot? Wir sind einfach nicht in der Lage, bedingungslos zu lieben. Ich glaube, erst wenn ich zu dem Vertrauen finde, dass ich von meinem Erfinder, Schöpfer, von Gott ein Leben lang ohne jede Bedingung gewollt und geliebt  werde und zwar so, wie ich nun einmal bin, wird es mir möglich sein, mich selbst anzunehmen. Und erst, wenn ich mich selbst annehmen und mir mit Wohlwollen begegnen kann, werde ich auch fähig, Mitmensch und Schöpfung zu lieben.

Ruth Heil bringt Gottes Beziehung, Gottes Liebe zu jeder/jedem von uns wunderbar ins Wort:

Sternstunde

Als du entstanden bist,

das war eine Sternstunde Gottes.

Er sprach: es werde! Dann wurdest du.

Du bist kein Zufall und kein Unfall,

sondern ein Einfall Gottes.

Und Gott sagt zu dir:

Du bist wertvoller als ein Stern,

der irgendwann im Weltall verglüht!

Du bist gerufen, für mich zu leuchten.

Ich bin es, der vor dir hergeht, der helle Morgenstern.

Sei getrost, mein Kind, ich weise dir den Weg,

auch im dunklen Tal!

Du bist kostbar in meinen Augen,

und ich habe dich lieb!

Ruth Heil

Impuls von Sr. Huberta Rohrmoser

Marienschwester Kl. Erla

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Hl. Firmung im Pfarrverband Enns-Donau-Winkel

„Getauft, gefirmt und gesendet!“, so lautete das Motto der 1. großen Pfarrverbandsfirmung „Enns-Donau-Winkel“, am 18. Oktober 2020 in der Stadtpfarrkirche St. Valentin.

88 Firmlinge fanden mit ihren Paten einen Platz, dann war die Pfarrkirche „corona-bedingt“ voll. Die Familien konnten via Livestream im Pfarrsaal oder Zuhause diese Firmung mitfeiern.

Danke an Alt-Abt Christian Haidinger aus dem Stift Altenburg für die Firmspendung . Zur Predigt hatte er seine „Firmampel“ mit. Danke Moderator Herbert Reisinger, Pfarrer i.R. Johann Zarl, Diakon Manuel und den Ministrantinnen und Ministranten für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes, dem Chor und den Musikerinnen und Musikern der Pfarre Langenhart für die klangvolle musikalische Gestaltung. Danke den vielen helfenden Händen die im Hintergrund tätig waren, den Mesnern (besonders Marianne und Franz Hirsch), den Kirchenschmückern und allen Helfern von Pfarrgemeinderat und Pfarrkirchenrat!

Besonderer Dank gilt allen Firmhelfern und Firmbegleitern für die Vorbereitung.

Bernie Leier und das Team von Skyline sorgte für die gesamte Technik, die Übertragung im Pfarrsaal und ins Internet. Michael Heigl war für die Installation des YouTube Kanals und den Livestream verantwortlich und Hanspeter Lechner für die tollen Fotos. Herzlichen Dank dafür!

Das Video (zum ansehen) und die Fotos (zum Download) stehen kostenlos zur Verfügung.

Ein gehöriger Aufwand, der sich aber bezahlt macht, wenn man in die leuchtenden Augen der Firmlinge schaut….

Fotos Hanspeter Lechner

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Weltmissionssonntag

Weltmissionssonntag

18. Oktober 2020

In diesem Jahrzehnt gab es mehrere Initiativen, die darauf abzielten, die Missionstätigkeit in der Kirche wiederzubeleben. Es begann mit der Einsetzung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung im Jahr 2010, gefolgt von der Bischofssynode zur „Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens“ im Jahr 2012, der Bischofssynode für die Region Pan-Amazonas im Jahr 2019, der Erklärung des Monats Oktober 2019 zum Missionsmonat und der jüngsten vatikanischen Anweisung „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche,” um einige zu nennen. Der Grund liegt nahe. Nach Ansicht von Papst Franziskus ist die „Missionstätigkeit paradigmatisch für alle Aktivitäten der Kirche,“ und daher müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die Aufmerksamkeit aller Getauften auf diese grundlegende Aufgabe zu lenken. Was war das Ergebnis all dieser Initiativen? Es ist schwierig, diese Frage zu beantworten, da keine offiziellen Statistiken vorliegen. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass die Kirche in diesem Jahrzehnt an vielen Fronten in der Defensive geraten ist: bedroht von einer aggressiven säkularen und post-säkularen Gesellschaft, dem islamischen Terrorismus, rechts- und linksgerichteten Ideologien, dem zerstörerischen Potenzial von Wissenschaft und Technologie ohne Regulierung und Kontrolle und die vielen Eigentore, die die Kirche geschossen hat. Und zum Abschluss des Jahrzehnts gibt es die Corona-Pandemie, die die Grundlagen der Weltordnung, wie wir sie heute kennen, erschüttert hat. Und doch, wenn Mission – verstanden als die Fortsetzung der Mission Christi zur Errichtung des Gottesreiches für die Kirche paradigmatisch ist, müssen wir darüber sprechen, Mittel und Wege finden, um kreativ daran teilzunehmen und sie dort zu platzieren, wo sie hingehört, nämlich, in der Mitte der christlichen Existenz. Wenn wir einen weiteren Weltmissionssonntag feiern, denken wir wieder über die Mission der Kirche und unseren Beitrag zur Errichtung des Gottesreiches in Gemeinschaft und Solidarität mit allen Christen und allen Männern und Frauen guten Willens nach.

Das kirchliche Leben weltweit steht in dieser Zeit unter dem Zeichen von der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen dieser weltweiten Krise sind kaum abschätzbar. Auch die leeren Kirchen in der Karwoche werden lange in Erinnerung bleiben. Aber sind nicht die leeren Kirchen auch ein Symbol der Leere, die viele Menschen mit ihrem Glauben in der Kirche fühlen, wie der Theologe Thomas Halik es ausgedrückt hat? Wir können unmöglich etwas geben, das wir nicht haben. Wenn Evangelisierung die Weitergabe unseres Glaubens ist, dann müssen wir uns nicht nur mit der Weltmission beschäftigen, sondern auch mit uns selbst. Wie die österreichischen Bischöfe in ihrer Weltmissionssonntagsbotschaft in aller Ehrlichkeit sagen, hat der christliche Glaube in den vergangenen Jahrzehnten bei uns in Europa an Kraft verloren. Papst Franziskus hat das immer wieder betont, dass wir eine narzisstische Kirche geworden sind, die zu sehr auf sich selbst bezogen ist, die nur um sich selbst kreist. Dann ist die Gefahr tatsächlich groß, dass wir die eigentliche Situation aus dem Blick verlieren. Eine solche Kirche wird belanglos oder zu einem Ärgernis für die, die vom Glauben und der Kirche fern sind. Aus dieser Belanglosigkeit herauszukommen, ist eine große Herausforderung. Ob wir dafür etwas von der Corona Pandemie lernen können? Wie können wir unsere geistliche Substanz und das Gebet wiederentdecken? Papst Franziskus spricht sogar von der „missionarischen Kraft des Fürbittgebets“. So können wir auch missionarisch sein.

Eine missionarische Kirche wird auch ihren Blick für die Nöte und Anliegen unserer Nächsten öffnen. Diese Solidarität mit Menschen in Not unter uns und überall in der Welt ist die beste missionarische Geste, die wir in diesem Moment zeigen können. Denn das Kerngebot des Christentums ist das Liebesgebot. Gerade in diesen Zeiten der Krise zeigen sich viele Menschen in Werken der Nächstenliebe als wahre Christen. Menschen gingen in ihrem Einsatz für die Nächsten bis an ihre Grenzen. Eine unglaubliche Welle der Solidarität machte sich breit. Diese Solidarität mit allen Leidenden weltweit ist Mission par excellence. Wenn heute im Auftrag des Papstes in allen Gottesdiensten auf allen Kontinenten und in allen Ländern für die Weltkirche gesammelt wird, wird diese Solidarität eine Realität. Wenn wir unser solidarisches Handeln beibehalten, dann machen wir Gottes Reich sichtbar vor der Welt. Und das ist Mission!

Dr. Isaac Padinjarekuttu

Bild: dbk.de

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Danke Frau Dr. Renate Riedl !

Frau Dr. Renate Riedl hat über 10 Jahre die Bibelrunde in der Pfarre geleitet. Mit ihrem Engagement und Ihrem Wissen ist es ihr gelungen neugierige und Bibelleser für die Bücher der Heiligen Schrift zu begeistern. Ganz besonders die Bibelrundenausflüge und die Diskussionsrunden sind allen Teilnehmern in Erinnerung geblieben.

„Mitten im Buch der Psalmen, bei Psalm 90, hat uns die Coronageschichte erwischt“ schreibt sie!

„Da überhaupt nicht abzusehen ist, wie und ob es im Herbst mit Gruppen in der Pfarre weitergeht, ich selber in dieser Altersgruppe angekommen bin, die als Riskogruppe gilt, habe ich mich nach langem Überlegen entschlossen, diesen Impuls ernst zu nehmen und mich von dieser Aufgabe zu verabschieden“.

Vergelt´s Gott im Namen der Pfarre und im Namen aller Teilnehmer der Bibelrunde!

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Kindergottesdienst im Pfarrheimgarten

Der Hl. Franz von Assisi hatte seine Freude! Ein voller Pfarrheimgarten, voll mit Kindern, Eltern und Großeltern – und vielen Stofftieren! Immer im Oktober feiern wir das Fest des Hl. Tier-, Menschen- und Gottesfreundes Franziskus. Seine Botschaft ist aktueller denn je! Im Pfarrheim-Garten hatten wir auch kein Probleme mit Abstand halten und Corona-Schutz! Das Wetter spielte mit. Danke an unsere Gottesdienstleiterin Sabine Hauleithner mit ihrer Schnecken-Handpuppe Finchen und unser Musikerinnen-Team Petra Schleicher und Sabine Kirchweger für die musikalische Begleitung. Eine „neue Normalität“ wird es auch bei unseren Kindergottesdienstfeiern brauchen. Wir werden uns bemühen, alle Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, zum Wohle aller Großen und Kleinen, Alten und Jungen! Selbstverständlich müssen auch wir als Kinderliturgie-Kreis der Pfarre „auf Sicht fahren“. Der nächste (geplante) Kindergottesdienst wäre das MARTINSFEST am Sonntag, 15. November um 17 Uhr. Wir feiern, wenn es möglich ist, alles „outdoor“, mit viel Abstand, die Kipferl gibt es in ein Sackerl eingepackt und geteilt wird dann nach der Feier in den eigenen 4-Wänden. So (er-)leben wir auch „Hauskirche“! Wann, ob und wie das Martinsfest stattfinden wird, werdet ihr mit Sicherheit erfahren! Hl. Franz von Assisi und Heiliger Martin, bittet für uns!

Beitrag Diakon Manuel

Fotos Renate Steffelbauer

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Gott will, dass wir seine Gäste sind!

Sonntagsgedanken zum 28. Sonntag im Jahreskreis A

Matthäus 22,1-14

Zu einer Hochzeit eingeladen zu sein ist etwas Schönes – und wenn es eine königliche Hochzeit ist – wer würde sich da nicht freuen?

Im heutigen Evangelium geschieht aber das Unglaubliche: Die Eingeladenen sagen ab – sie haben keine Lust oder keine Zeit!

Der König hat viel Geduld – er schickt seine Diener ein zweites Mal aus – doch wieder ohne Erfolg! Keiner kommt! Einige, der Eingeladenen, vergreifen sich sogar, an den Dienern, misshandeln sie oder bringen sie um. Der König wird zornig. Das ist eine Provokation und die Reaktion ist heftig. Doch das Fest soll stattfinden.

Er schickt ein letztes Mal Diener aus. Diesmal werden alle eingeladen – egal ob reich oder arm, angesehen oder verspottet. Da kommen sie in Scharen und der Festsaal füllt sich mit Gästen. Das sagt uns: Gott will, dass wir seine Gäste sind. Er wirbt mit allen Mitteln um uns.

Sind wir bereit?

Wir können die Einladung annehmen oder sie ablehnen. Gott hält an seiner Einladung fest. Er schickt uns immer wieder Botschaften, Fingerzeige und Impulse.

Bin ich offen und ansprechbar? Höre ich sein Rufen? Ist Gott die Mitte meines Lebens – oder sind es die täglichen Aufgaben, der Freizeitstress, der Computer? Wie ernst nehme ich seine Einladung? Jede und jeder von uns hat die Wahl – ich kann mich für oder gegen Gott entscheiden.

Die Menschen, die im Gleichnis auf die letzte Einladung des Königs kommen, sind ein bunter Haufen – unterschiedliche Leute von der Straße der Stadt. Vielleicht waren unter ihnen Obdachlose, Prostituierte, Zöllner – Menschen um die man gewöhnlich einen Bogen macht. Es ist befreiend, dass man seine eigene Lebensgeschichte mit allen Scheitern vor Gott bringen kann, ohne verurteilt zu werden. Gottes Barmherzigkeit ist groß!

Was aber ist mit dem hochzeitlichen Gewand gemeint, das einer der Gäste nicht anhat und dann hinausgeworfen wird?

Ich glaube, man kann die Einladung zum Hochzeitsmahl nicht annehmen und zugleich so bleiben wie man vorher war. Ist das nicht ein Ruf zur Umkehr?

Es geht nicht um ein passendes Outfit. Es geht darum, ob ich meinen Glauben lebe, in Taten der Liebe, im Ertragen des anderen, im Verzeihen und in der Bereitschaft zur Versöhnung.

Ich darf kommen wie ich bin – aber so soll ich nicht bleiben – ich soll mich verändern lassen, mich von Gott so machen lassen, wie er mich haben möchte. Mich von seiner Liebe umgestalten lassen. Das Hochzeitsgewand ist letztendlich die Liebe.

Am Ende unseres Lebens werden wir einmal nach der Liebe gefragt. Mit dem Maß, mit dem wir messen und zuteilen, wird auch uns zugeteilt werden. Allein die Liebe zählt!

Monika Gundendorfer