Autor: Rudolf Hiebl
Der „dreieine“ Gott
Der „dreieine“ Gott
Schon um das Jahr 56 grüßte der Apostel Paulus die Gemeinde in Korinth mit den Worten: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“, was wir in jeder Messe auch heute hören. Schon um das Jahr 80 tauften die Christen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, wie wir im Evangelium gehört haben, was wir bis heute tun. Der Glaube an den dreifaltigen Gott gehört also zu dem Wesen des christlichen Glaubens seit ihrem Anfang. Jedes Handeln, jedes Gebet beginnen wir im Namen des dreifaltigen Gottes. Und wozu brauchen wir einen liturgischen Dreifaltigkeitssonntag? 1300 Jahre lang gab es ein solches Fest nicht. Ich verstehe dieses Fest als eine anbetende Zusammenfassung alles dessen, was wir von Weihnachten bis Pfingsten gefeiert haben: dass Gott nicht irgendein um sich selbst kreisendes, fremdes Wesen ist, sondern das Beispiel schlechthin von Selbsthingabe, Liebe und Aufopferung.
So hat sich der biblische Gott geoffenbart: Das Volk Israel ist einem Gott begegnet, der es aus Ägypten herausgerettet hat und der für immer sein Befreier und seine ganze Hoffnung geworden ist. Das gesamte Alte Testament erzählt davon, wie dieser Gott sich um sein Volk kümmert und wie das Volk ihn als einen helfenden und rettenden Gott erfahren hat.
Diese Offenbarung Gottes hat sich in Jesus Christus fortgesetzt. Wir sehen im Neuen Testament, wie die Jünger in Jesus, in seinen Worten, in seinen Haltungen und in seinen Taten Gott selbst erfahren haben. In diesem Jesus spricht Gott selbst. In diesem Jesus handelt Gott selbst. Er ist das endgültige Wort und die Gegenwart Gottes in der Welt.
Dann kommt die Erfahrung der Anhänger Jesu nach Ostern und in der Folgezeit, dass sie vom Geist Jesu immer wieder ergriffen werden. Sie konnten diese Geisteserfahrung nur so deuten, dass er der Geist Gottes ist, von dem die Propheten gesprochen haben, und den Jesus ihnen versprochen hat, und dass durch den Geist Jesus immer in ihrer Mitte gegenwärtig ist.
Das ist die Grundlange des christlichen Glaubens an den dreifaltigen Gott. Unser Gott ist ein Gott, der den Menschen gütig zugeneigt ist. Das zu glauben und glaubwürdig zu vermitteln, ist nicht einfach. So scheint die Dreifaltigkeit, wie es im Katechismus der katholischen Kirche steht, heute eine Welt fern vom menschlichen Leben zu sein. Längst finden viele Aussagen des christlichen Glaubens, darunter auch die kirchlichen Aussagen über den dreifaltigen Gott, bei vielen Christen, die in einer säkularen Welt in einem suchenden Glauben unterwegs sind, keine Aufnahme mehr. Vielfach werden menschliche Konstrukte aus der Tradition als göttliche Offenbarung propagiert. Das muss sich sicher ändern. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der biblische Glaube selbst nutzlos geworden ist. Zunächst sagen wir, dass die Dreifaltigkeit kein zu lösendes Problem ist, sondern ein Geheimnis, das gelebt werden muss. Die Kirche war sehr bemüht, den Glauben an den dreieinigen Gott mit allen Kräften zu verteidigen, weil sie glaubte, dass er für unser Leben von großer Bedeutung ist. Durch diese Lehre wollte die Kirche den absoluten und unnahbaren Gott den Menschen näherbringen, um Gott „Emmanuel“, „Gott mit uns“ sein zu lassen. Warum? Damit wir diesen Gott näher kennen lernen und seine Güte erfahren. Nicht nur das: Damit wir uns bemühen, Gottes Eigenschaften für unser eigenes Leben nachzuahmen: Jesus sagte: Sei vollkommen wie Gott, sei barmherzig wie Gott, sei liebevoll wie Gott. Es macht also keinen Sinn, neue Argumente über Gott zu bringen, sondern über das Geheimnis Gottes zu meditieren, das die Kirche uns heute näher zu bringen versucht, und vor allem zu versuchen, in unserem Leben gottähnlich zu sein. Es ist eine große Herausforderung, aber wir können kleine Schritte machen. Dazu segne uns Gott heute.
Dr. Isaac Padinjarekuttu
Bild: Erzdiözese Wien
Heilige Firmung im Pfarrverband 2021
104 Firmlinge empfingen, gespendet von Probst Johann Holzinger aus dem Stift St. Florian, in der Pfarrkirche Langenhart die Hl. Firmung. Coronabedingt konnten leider nur die Firmlinge und ihre Paten die beiden Gottesdienste besuchen. Mittels Livestream wurden beide Messen auf unserem YouTube Kanal „Pfarrverband Enns-Donau-Winkel“ übertragen, so konnten viele Angehörige bequem von zu Hause die Firmung mitverfolgen.
Musikalisch wurden die Firmgottesdienste von den „Visionen“ und einem Elternchor sehr abwechslungsreich gestaltet. Danke an Monika Gundendorfer für die Gesamtorganisation, Bernie Leier und Michi Heigl für die Übertragung, sowie allen mitwirkenden. Ein sehr stimmungsvolles Fest!
Danke DRAXLERFOTOS für die Bilder!
Jubelpaare 2021
Großes Fest der St. Valentiner Jubelpaare
Seit 2020 erhalten die St. Valentiner Jubelpaare einen eigenen Festtag, den Pfingstmontag.
Nachdem 2020 „Covid-19“ allen einen Strich durch die Rechnung machte, was das Jubelpaar-Fest betraf, so konnte dies heuer in etwas abgeänderter Form stattfinden.
29 Jubelpaare dankten in der Hl. Messe für die gemeinsame Ehezeit dies auch ohne das traditionelle Gruppenfoto und ohne Sektempfang.
Während Hr. Pfarrer i.R. Msgr. Johann Zarl das Eheversprechen erneuerte und die Ehepaare segnete, erinnerte Diakon Manuel Sattelberger an die 4 Fragen welche jedem Ehepaar bei ihrer Hochzeit gestellt werden.
Willst du deine Frau/deinen Mann lieben und achten und ihr/ihm die Treue halten alle Tage ihres Lebens?
Bist du hierhergekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit deiner Braut/deinem Bräutigam den Bund der Ehe zu schließen?
Seid ihr beide bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott euch schenken will, und sie im Geist Christi und seiner Kirche zu erziehen?
Seid ihr beide bereit, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen?
Danke Hanspeter Lechner für den Beitrag und die Fotos!
„Mutter Kirche“
Pfingstsonntag 2021
Krakau und alte Damen
Anlässlich der ersten Messe eines ehemaligen Studienkollegen war ich einmal für eine Reise in Polen und auch in der Stadt Krakau. Eine Rundfahrt mit dem Bus in Krakau hat es gegeben, aber an Details dieser Rundfahrt erinnere ich mich nicht mehr.
-Ich erinnere mich nur mehr an den Reiseführer, der sagte:
„Wissen Sie, sagte er, die Beziehung zu dieser Stadt ist ähnlich wie zu meiner Mutter: Krakau, die Stadt ist alt, genau genommen ist sie auch nicht schön anzuschauen, vieles gefällt mir an ihr nicht, -wie bei der eigenen Mutter.
Aber sie ist bleibt ja doch meine Mutter.“
Pfingsten wird als die Geburtsstunde der Kirche bezeichnet.
-Es gibt ja auch so die Redensart von „Mutter Kirche“.
-Ja, sie ist alt, vieles gefällt mir und ihnen an ihr wohl auch nicht.
Sie ist in vielen Bereichen nicht schön anzuschauen.
Sie ist vielmehr ganz schön in die Jahre gekommen.
Die Kirche ist eine alte Dame, der man die Spuren einer langen Geschichte ansieht.-
-Ich will es mir natürlich nicht mit älteren Damen verscherzen.
Es gibt ja unter ihnen viele, die quicklebendig sind, kritisch und aufgeschlossen, -trotz ihres Alters.
-Ob es nicht auch bei unserer alten Dame „Kirche“ so sein könnte?
-Zentral ist an Pfingsten die Erzählung aus der Apostelgeschichte.
Der Geist Gottes fährt wie ein Sturm durch die junge Gemeinde, da ist von Bewegung die Rede, von Aufbruch, wo vorher nur Ängstlichkeit war. – Ja, denke ich mir jedes Jahr wieder, wenn diese Stelle verkündet wird: Das wäre doch ein Traum, wenn heute ein solcher Ruck durch unsere Kirche gehen könnte, sodass die Fenster und Türen aufgehen, erstarrtes sich löst und stattdessen Schwung, Begeisterung spürbar wird!
Aber gibt es das nicht hier und da, trotz allem auch heute, -selbst an der Spitze der Kirche? Ich denke an unseren Papst Franziskus.
Manche von uns tun sich mit einzelnen Entscheidungen gewiss schwer! Doch vieles, was er sagt und tut, ist immer wieder bewundernswert.
Er sorgt immer wieder für Überraschungen, wie soeben mit der Ankündigung einer weltweiten Bischofssynode:
Wo schon ein wichtiges Ziel genannt wurde:
Aufeinander und auf den Heiligen Geist zu hören!
Das klingt doch sehr verheißungsvoll und vor allem pfingstlich!
– Ja, unsere Kirche, die alte Dame ist noch immer für Überraschungen gut. Ich weiß nicht, wie lange schon der Untergang des Glaubens und der Kirche prophezeit wird.
Ich will Ihnen sagen: Die Kirche ist ziemlich zäh. Sie wird überleben!
Nicht zuletzt deswegen, weil sie Fragen wach zu halten hat die Menschen bewegen, solange es Menschen auf dieser Erde gibt.
Fragen wie diese, um die kein Mensch auf die Dauer herum kommt:
Wohin geht die Reise unseres Lebens letztlich?
Milan Machovec, war ein tschechischer Philosoph und setzte sich für den Dialog zwischen Marxismus und Christentum ein und hat an seine atheistischen Kollegen das Wort gerichtet:
„Das Pfarrergewerbe ist das zweitälteste Gewerbe der Welt.“
-Ich empfinde das als ein ausgesprochenes Kompliment!
Der Philosoph wollte seinen atheistischen Kollegen sagen:
unterschätzt die Religion nicht. Da geht es um ganz elementare Lebensfragen der Menschen!
Feiern wir also der alten Kirche Geburtstag: Lassen wir uns bewegen von schwungvollen Heilig Geist Liedern! Lassen wir uns neu motivieren! Wir sind es, wir selber, die für die Lebendigkeit der Kirche zuständig sind.
Wir sind es, die Jesu Botschaft wach halten können.
Und bringen wir unsere eigenen positiven Erfahrungen mit Gemeinde, Gottesdienst und Kirche unters Volk.
Jeden Tag haben wir Gelegenheit dazu!
Amen.
Mod. Mag. Herbert Reisinger
–Einige der angeführten Gedanken in der Predigt stammen von Franz-Josef Ortkemper, aus seinem Buch:
„Von Gott reden in schwieriger Zeit.“
Maiandacht der Pfarrcaritas
Eine sehr stimmungsvolle Maiandacht gestaltetet das Team der Pfarr Caritas. Musikalisch umrahmt von einem Ensemble des Chores der Pfarre, Coronabedingt in kleiner Besetzung!
Anbei ein Paar Fotos von Renate Steffelbauer.




























