Kategorien
Aktuelles

Jubelpaare 2021

Großes Fest der St. Valentiner Jubelpaare

Seit 2020 erhalten die St. Valentiner Jubelpaare einen eigenen Festtag, den Pfingstmontag.

Nachdem 2020 „Covid-19“ allen einen Strich durch die Rechnung machte, was das Jubelpaar-Fest betraf, so konnte dies heuer in etwas abgeänderter Form stattfinden.

29 Jubelpaare dankten in der Hl. Messe für die gemeinsame Ehezeit dies auch ohne das traditionelle Gruppenfoto und ohne Sektempfang.

Während Hr. Pfarrer i.R. Msgr. Johann Zarl das Eheversprechen erneuerte und die Ehepaare segnete, erinnerte Diakon Manuel Sattelberger an die 4 Fragen welche jedem Ehepaar bei ihrer Hochzeit gestellt werden.

Willst du deine Frau/deinen Mann lieben und achten und ihr/ihm die Treue halten alle Tage ihres Lebens?

Bist du hierhergekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit deiner Braut/deinem Bräutigam den Bund der Ehe zu schließen?

Seid ihr beide bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott euch schenken will, und sie im Geist Christi und seiner Kirche zu erziehen?

Seid ihr beide bereit, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen?

Danke Hanspeter Lechner für den Beitrag und die Fotos!

Kategorien
Aktuelles

„Mutter Kirche“

Pfingstsonntag 2021

Krakau und alte Damen

Anlässlich der ersten Messe eines ehemaligen Studienkollegen war ich einmal für eine Reise in Polen und auch in der Stadt Krakau. Eine Rundfahrt mit dem Bus in Krakau hat es gegeben, aber an Details dieser Rundfahrt erinnere ich mich nicht mehr.

-Ich erinnere mich nur mehr an den Reiseführer, der sagte:

 „Wissen Sie, sagte er, die Beziehung zu dieser Stadt ist ähnlich wie zu meiner Mutter:  Krakau, die Stadt ist alt, genau genommen ist sie auch nicht schön anzuschauen, vieles gefällt mir an ihr nicht, -wie bei der eigenen Mutter

Aber sie ist bleibt ja doch meine Mutter.“

Pfingsten wird als die Geburtsstunde der Kirche bezeichnet.

 -Es gibt ja auch so die Redensart von „Mutter Kirche“.

-Ja, sie ist alt, vieles gefällt mir und ihnen an ihr wohl auch nicht.

Sie ist in vielen Bereichen nicht schön anzuschauen.

Sie ist vielmehr ganz schön in die Jahre gekommen.
Die Kirche ist eine alte Dame, der man die Spuren einer langen Geschichte ansieht.-

-Ich will es mir natürlich nicht mit älteren Damen verscherzen.

Es gibt ja unter ihnen viele, die quicklebendig sind, kritisch und aufgeschlossen, -trotz ihres Alters.

-Ob es nicht auch bei unserer alten Dame „Kirche“ so sein könnte?

-Zentral ist an Pfingsten die Erzählung aus der Apostelgeschichte.
Der Geist Gottes fährt wie ein Sturm durch die junge Gemeinde, da ist von Bewegung die Rede, von Aufbruch, wo vorher nur Ängstlichkeit war. – Ja, denke ich mir jedes Jahr wieder, wenn diese Stelle verkündet wird: Das wäre doch ein Traum, wenn heute ein solcher Ruck durch unsere Kirche gehen könnte, sodass die Fenster und Türen aufgehen, erstarrtes sich löst und stattdessen Schwung, Begeisterung spürbar wird!
Aber gibt es das nicht hier und da, trotz allem auch heute, -selbst an der Spitze der Kirche? Ich denke an unseren Papst Franziskus.

Manche von uns tun sich mit einzelnen Entscheidungen gewiss schwer! Doch vieles, was er sagt und tut, ist immer wieder bewundernswert.

Er sorgt immer wieder für Überraschungen, wie soeben mit der Ankündigung einer weltweiten Bischofssynode:

Wo schon ein wichtiges Ziel genannt wurde:

Aufeinander und auf den Heiligen Geist zu hören!

Das klingt doch sehr verheißungsvoll und vor allem pfingstlich!

– Ja, unsere Kirche, die alte Dame ist noch immer für Überraschungen gut. Ich weiß nicht, wie lange schon der Untergang des Glaubens und der Kirche prophezeit wird.

Ich will Ihnen sagen: Die Kirche ist ziemlich zäh. Sie wird überleben!

Nicht zuletzt deswegen, weil sie Fragen wach zu halten hat die Menschen bewegen, solange es Menschen auf dieser Erde gibt.
Fragen wie diese, um die kein Mensch auf die Dauer herum kommt:
Wohin geht die Reise unseres Lebens letztlich?

Milan Machovec, war ein tschechischer Philosoph und setzte sich für den Dialog zwischen Marxismus und Christentum ein und hat an seine atheistischen Kollegen das Wort gerichtet:

„Das Pfarrergewerbe ist das zweitälteste Gewerbe der Welt.“
-Ich empfinde das als ein ausgesprochenes Kompliment!

Der Philosoph wollte seinen atheistischen Kollegen sagen:
unterschätzt die Religion nicht. Da geht es um ganz elementare Lebensfragen der Menschen!

Feiern wir also der alten Kirche Geburtstag: Lassen wir uns bewegen von schwungvollen Heilig Geist Liedern! Lassen wir uns neu motivieren! Wir sind es, wir selber, die für die Lebendigkeit der Kirche zuständig sind.
Wir sind es, die Jesu Botschaft wach halten können.

Und bringen wir unsere eigenen positiven Erfahrungen mit Gemeinde, Gottesdienst und Kirche unters Volk.
Jeden Tag haben wir Gelegenheit dazu!

Amen.

Mod. Mag. Herbert Reisinger

Einige der angeführten Gedanken in der Predigt stammen von Franz-Josef Ortkemper, aus seinem Buch:

 „Von Gott reden in schwieriger Zeit.“

Kategorien
Aktuelles Verlautbarungen

Verlautbarungen – Pfarrnachrichten ab 23. Mai 2021

Kategorien
Aktuelles

Maiandacht der Pfarrcaritas

Eine sehr stimmungsvolle Maiandacht gestaltetet das Team der Pfarr Caritas. Musikalisch umrahmt von einem Ensemble des Chores der Pfarre, Coronabedingt in kleiner Besetzung!

Anbei ein Paar Fotos von Renate Steffelbauer.

Kategorien
Aktuelles

Gottesdienste mit der Stadtkapelle

Eine Abordnung der Stadtkapelle St. Valentin, unter der Leitung von Kapellmeister Martin Weichselbaumer, gestaltetet heute beide Gottesdienste musikalisch. Ein ganz besonderes DANKE für die stimmungsvolle Musik! Ein wahrer Genuss in diesen Zeiten….

Danke auch Dr. Isaak für die Gestaltung des Gottesdienstes und die Gedanken zur Predigt!

Kategorien
Aktuelles

Gott „beWAHRen“

Gedanken zum 7. Sonntag der Osterzeit B

Gott „beWAHRen“

Im Evangelium (Joh 17,6a.11b-19) vom „7. Sonntag in der Osterzeit“, wir feiern ja Ostern bis Pfingsten, dürfen wir einen sehr intimen „Gebetsmoment“ Jesu miterleben. Er erhebt seine Augen zum Himmel und betet zu Gott, den Jesus vertrauensvoll „Vater/Papa/Abba“ nennt. Jesus betet für die Menschen (auch für dich und mich!) und er betet um Einheit, um Behütung, um Heilung, um Wahrheit und das kein Mensch verloren geht! Diese großen „Liebes-Anliegen“ unterbreitet Jesus seinem Vater-Gott im Gebet. „Bewahre sie in deinem Namen!“, dieser Satz lässt mich an Bewahrung und aufbewahren denken. Jesus möchte, dass wir alle die Wahrheit in seiner Liebe erkennen, sie bewahren, mehr noch, dass sich die gesamte Menschheit in Gott gut aufbewahrt weiß! Was will man mehr? Wer so betet, tut es nur aus einem Anliegen: Aus Liebe, Freundschaft und tiefster Zuneigung!

Diesem Vorbild Jesu dürfen wir in unseren Gebeten und Taten, in unseren „Worten und Werken“ nachahmen! Wir dürfen in IHM die Wahrheiten für unseren Lebensweg suchen, erkennen und weitererzählen!

Diakon Manuel Sattelberger

Kategorien
Aktuelles Verlautbarungen

Verlautbarungen – Pfarrnachrichten ab 16. Mai 2021

VERLAUTBARUNGEN – PFARRNACHRICHTEN

7. SONNTAG der OSTERZEIT – Lesejahr B – 16. MAI 2021

Komm Heiliger Geist, erfülle die herzen aller menschen!

Herzlich einladen dürfen wir Sie, zur Mai-Andacht unseres Caritas-Teams am Sonntagabend, 16. Mai um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Ein Ensemble vom „Chor der Pfarre“ wird die Andacht musikalisch mitgestalten. Herzlich willkommen!

Unsere Goldhauben-Gruppe lädt am Freitag, 21. Mai um 19:30 Uhr zur Mai-Andacht bei der Kapelle der Fam. Lehermayr in Viehart ein. Bei Schlechtwetter feiern wir in der Pfarrkirche!

Kommenden Sonntag, 23. Mai feiern wir PFINGSTEN! Zu den Festmessen (8:30 Uhr und 10:00 Uhr) mit der Bitte um den Heiligen Geist, laden wir Sie herzlich sein! Das Pfingstfest ist auch eine gute Gelegenheit, sich an seine eigene Firmung und seine Firmpaten zu erinnern!

Vorschau: Am Pfingstmontag, 24. Mai feiern wir um 10 Uhr die Festmesse für alle Ehe-Jubelpaare des Kalenderjahres 2021. Sie sollten schon eine schriftliche Einladung erhalten haben, falls nicht, bitten wir um Entschuldigung! In Zeiten des vermehrten Datenschutzes, ist es für uns nicht mehr so einfach. Bitte melden Sie sich trotzdem (während der Kanzlei-Zeiten DI/MI/FR von 8-11 Uhr) kurz bei uns, damit wir gut planen können! Die Jubelpaare treffen sich um 9:45 Uhr am Kirchenplatz, Ordner werden den Jubelpaaren Sitzplätze zuweisen. Wir bitten um Verständnis, dass für den „großen Familienanhang“ unsere Kirche in Corona-Zeiten zu klein ist. Bei Schönwetter gibt es Sitzgelegenheiten am Kirchenplatz und eine akustische Übertragung!

Wir freuen uns auf ein schönes Fest mit euch allen!

Texte und Gebete zur Pfingstnovene (9-tägiges Gebet vor dem Pfingstfest) liegen für Sie am Schriftenstand in unserer Pfarrkirche auf! Bitte bedienen Sie sich, wir bemühen uns sehr um gute Behelfe, Folder und Gebetshilfen! Über eine freiwillige Spende in den Opferstock freuen wir uns!

Zur Meditation: Herr, unser Gott. Junge und alte Menschen, einfache und kluge, erfolgreiche und solche, die sich schwertun, hast du hier zusammengeführt als deine Gemeinde. Gib einem jeden etwas von deinem guten, heiligen Geist, damit wir dich und uns selbst und einander besser verstehen und vorankommen auf dem Weg, auf den du uns miteinander gestellt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Kategorien
Aktuelles

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt: B  13. 5. 2021

Was Christi Himmelfahrt für uns bedeutet, ist mir bei am Friedhof wieder deutlich geworden.

Bei einem Kinderbegräbnis vor einiger Zeit haben die Eltern, Geschwister und Freunde am Grab Luftballons, mit Gas gefüllt, zum Himmel steigen lassen. Es hat mich tief berührt, wie alle dagestanden sind und den Luftballons nachgesehen haben, bis der letzte unseren Blicken entschwunden war.

Die Mutter des verstorbenen Kindes hat mir später ungefähr so ihr Empfindungen mitgeteilt: „Es fiel mir ganz schwer, mein Kind loszulassen. Aber wie die Luftballons so aufgestiegen sind, da habe ich mein Kind gesehen, wie es aufgestiegen ist in eine neue, größere Welt, in die Weite des Himmels, in die liebenden Armen Gottes.

Seither ist mir mein Kind ganz nahe. Ich glaube, im Loslassen habe ich mein Kind neu geschenkt bekommen und jetzt ist es mir ganz nahe.“

Vielleicht ist es den Jüngern damals am Ölberg auch so ähnlich ergangen. Auf der einen Seite der Verlust Christi. Mit dem Tod Jesu am Kreuz ist für die Jünger eine Welt zusammengebrochen. Dunkelheit erfüllt ihr Herz. Sie erfahren zwar, dass er auferstanden sei, aber sie können ihn nicht mehr körperlich festhalten. Eine Wolke entzieht ihn ihren Blicken.

Zwei Männer in weißen Gewändern sagen ihnen: „Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ Starrt nicht diesem Jesus nach, als ob er für immer fortgegangen wäre. Er ist unter euch gegenwärtig, still und verborgen in Menschen, die sich vom Geist Jesu bewegen lassen, die Feuer und Flamme für Jesus sind, die in seinem Geiste leben und handeln.“

Erst nach Pfingsten verstehen die Jünger Jesu seine Botschaft und sein Anliegen. Sein Weggehen wird für sie zu einem Gewinn. Sie „besitzen“ jetzt Jesus ganz anders.

Auf dem Ölberg bei Jerusalem steht die sogenannte Himmelfahrtskapelle. Am Felsboden in der Kapelle sieht man Fußspuren, die man als die Fußabdrücke Jesu deutet.

Mir scheint, diese Himmelfahrtskapelle mit den Fußspuren Jesu möchte uns sagen. Was steht ihr da und schaut zum Himmel? Es genügt nicht, nur zum Himmel zu starren und vielleicht auf ein besseres Jenseits zu warten. Schaut auf das Leben und entdeckt die Fußspuren Jesu in unserer Zeit und in unserem Leben. Schaut genau und ihr werdet sie genau dort entdecken, wo Menschen trösten, Freude bereiten, im Einsatz am anderen stehen, ein freundliches, gutes Wort sagen oder gerade jetzt in der Pandemie dort ihren Dienst verrichten, wo sie so dringend gebraucht werden.

Wenn wir diese Fußspuren Jesu entdecken in unserer Welt, dann haben wir Jesu Himmelfahrt verstanden, dann stimmt unsere Blickrichtung.

                                                   Msgr. Johann Zarl

Kategorien
Aktuelles

MUTTERTAG

Einen kindgerechten Muttertags-Gottesdienst zu Ehren aller Mütter fand in der Stadtpfarrkirche St. Valentin statt. Hr. Pfarrer i.R. Johann Zarl, Diakon Manuel Sattelberger und Kirchenschnecke Finchen stellten besonders Liebe und Frieden in den Vordergrund. „Wo Liebe herrscht, da ist auch Frieden. Könnte man eine Herdenimmunität mit Liebe schaffen, würde auf der Welt, Frieden herrschen“, so Hr. Pfarrer Zarl. Besonders gespannt horchten die Kinder der Schnecke Finchen zu, als diese die Geschichte „Weißt du eigentlich, wie lieb ich Dich hab?“ erzählte.Die Kinder könnten sich am Ende des Gottesdienstes ein Glasherz vom Altar holen, jedes Herz war anders, so wie auch jede Mutter anders wertvoll für ihre Kinder ist.Danke auch für die musikalische Gestaltung vom bis auf ein Minimum „Corona-bedingt“ geschrumpften Pfarrkinderchor. Danke, dass das Projekt „Singing Valenteenis“ trotz der schwierigen Situation immer noch im Vordergrund steht.Danke auch an Martin Weichselbaumer für sein Trompetensolo zu Ehren aller Mütter.

Beitrag und Fotos Hanspeter Lechner!

Kategorien
Aktuelles

Impuls für den 6. Sonntag der Osterzeit

Impuls für den 6. Sonntag der Osterzeit B 2021

„Kann ich das so machen? Meinst du, so wird es gut? Könntest du dir das bitte mal anschauen und mir Rückmeldung geben?“

Oft und oft stelle ich solche Fragen meiner Mentorin im ersten Unterrichtsjahr, meinem Doktor-vater und der Doktor-mutter oder auch der Mitschwester, die mich auf meinem geistlichen Weg begleitet und sehr oft habe ich sie meiner Mama schon gestellt. Ja, an die Mütter und alle „mütterlichen Menschen“ wollen wir heute am Muttertag in ganz besonderer Weise denken. Aber nicht nur heute sind wir ihnen dankbar dafür, dass sie uns das Geschenk des Lebens gegeben oder verdeutlicht haben. Nein, nicht nur heute – zu ihnen besteht zeitlebens eine ganz eigene Verbindung.

Sie begleiten uns in besonderer Art und Weise. Und ich bin froh und dankbar, dass solche Menschen mein Leben bereichern, mir helfen als Person zu wachsen und zu reifen. Und die mir mit einem „Ja! Trau dich!“ oft auch den letzten positiven Schubser gegeben haben, wenn ich noch nicht springen wollte. Sie sind für mich wichtige Ratgeber und gute, ja echte Freundinnen und Freunde.

Im Evangelium werden wir heute in eine ähnliche, aber viel existentiellere Situation hineingenommen.

Der Abschied Jesu steht unmittelbar bevor. Er verspricht seinen Jüngern: ich lasse euch nicht allein. Ich stehe euch bei mit meinem Geist. Wie sie sich das vorstellen können, ist den Jüngern vermutlich nicht klar. Sicher ist, dass es ganz anders sein wird als bisher.

Wenn ich mich in diese Situation mit meinen Fragen, auch meiner Unsicherheit und meinen Selbstzweifeln hineinversetze, dann wäre ich ziemlich verzweifelt: „Ich trau mich nicht, ich bin noch nicht so weit, ich kann das nicht.“

Aber mit allem, was Jesus sagt, höre ich sein geduldiges aber bestimmtes doch:

Doch. Denn ich habe dich erwählt. Mit deinen Fähigkeiten und mit deinen Grenzen. So wie du bist, so kann ich dich brauchen, so sollst und kannst du Frucht bringen. Deshalb kannst du dich trauen.

Doch. Du bist so weit. Dir und den anderen habe ich alles mitgeteilt, gezeigt, verkündet, was ich vom Vater gehört habe. Ihr seid nicht Knechte, die eben zu tun haben, was der Herr ihnen befiehlt, die aber von der Gesamtidee keine Ahnung haben und bei denen es nicht wichtig ist, ob sie verstanden haben, worum es überhaupt geht. Nein, sagt Jesus. Ihr seid meine Freunde. Ich habe euch gezeigt, erklärt, vorgelebt, worauf es ankommt. Und deshalb: tut was ich euch auftrage. Handelt genauso.

Und Jesu drittes doch: Du kannst das. Zusammen mit den anderen. Bleibt in der Liebe, die wie ein Lebensstrom durch mich vom Vater zu euch fließt. Steht treu zu meinen Worten, zu dem, was ich euch von Gott her verkündet habe. Dann habt ihr eine Richtschnur für euer Denken, Sprechen und Handeln. So wie ich euch geliebt habe, könnt und sollt ihr einander lieben.“

Liebe Schwestern und Brüder,

dieser Lebensstrom der Liebe reißt nicht ab, auch wenn Jesus nicht mehr leibhaftig unter den Seinen ist. Er reißt bis heute nicht ab, sondern wir sind hineingestellt durch Taufe und Firmung, als einzelne und als Gemeinschaft der Kirche.

Und dafür können uns gerade die „mütterlichen Menschen“, die ich eingangs erwähnt habe, immer wieder Zeugnis und damit Erinnerung sein. Sie leben diese Liebe und schenken sie weiter.

Die Zusage Jesu gilt: Ihr seid meine Freunde. Ich habe euch erwählt. Aber die Zusage fragt mich auch an: Lebe ich aus dieser Freundschaft? Bin ich so verankert in dieser Liebe, dass ich aus ihr heraus mein Leben und meine Beziehungen gestalte? Und traue ich mich, aus mir herauszugehen, von mir abzusehen, mich aufzumachen und Frucht zu bringen, andere in Berührung zu bringen mit dieser Liebe?

Diese Fragen stellen sich für jeden einzelnen für uns und sie stellen sich für die Kirche, auch in allen Fragen, die im Moment heftig diskutiert werden.

Lassen wir uns also von den Zusagen Jesu, von seinem Doch in unseren Zweifeln bestärken. Und wagen wir Schritte der Umkehr, wo wir Jesu Freundschaft und Liebe nicht entsprechen.

Bernadette Schwarz, Kandidatin der Marienschwestern vom Karmel

9. Mai 2021