
Danke der „Kirche bunt“ für diesen Beitrag!

Danke der „Kirche bunt“ für diesen Beitrag!
Da man viel Zeit hat, liest man in diesen Tagen die alten Vorlesungsskripten und ich fand unter den Vorlesungen über die Kirchenväter eine Homilie von St. Petrus Chrysologus über den Sturm auf dem See (Mt 8,23-27). Einige Zitate finde ich sehr passend für unsere Zeit und unsere Anliegen in diesen Zeiten.
„Des Steuermanns Kunst wird nicht erprobt bei heiterem Himmel, sondern im Sturm des Unwetters. Ist der Himmel klar, kann auch der letzte Schiffsjunge das Schiff steuern; wenn aber die Stürme gewaltig toben, ist die Kunst des ersten Meisters erfordert. Als daher auch die Jünger sahen, dass die Kunst der Schiffsleute vergeblich sei, dass das Meer gegen sie wüte, dass die Fluten lechzten nach ihrem Untergang, dass die Wirbelwinde sich gegen sie erhoben hatten, da flüchteten sie sich vor Angst zum Lenker des Weltalls selbst, zum Steuermann der Welt, zum Meister der Elemente, und flehten ihn an, er möge die Wogen stillen, die Gefahr beseitigen, Rettung schaffen den Verzweifelten. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn und sprachen: ‚Herr, hilf uns. Wir gehen zugrunde‘. Und Jesus sprach zu ihnen: ‚Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen‘?“ Möchten doch auch wir den in uns schlafenden Christus mit dem lauten Seufzer des Herzens, mit der Stimme unseres Bekentnisses, mit den Tränen eines Christen, mit lautem Weinen, mit den Angstrufen der Apostel wecken und rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Und genau paßt ja auch die Lesung auf unsere Zeit, wie geschrieben steht: ‚Der Nordwind ist ein rauher Wind.‘ Seinem Namen nach wird er der ‚Rechte‘ genannt; Dieser rauhe, von rechts wehende Nordwind ergießt sich nach Süden, nach Ost und West in furchtbarem Sturm, wühlt die Meere auf, verpestet die Lüfte, stürzt um die Berge, verzehrt die Städte, versenkt ganze Provinzen und wandelt den Erdkreis um in ein einziges Wrack. Daher kommt es, dass das Schifflein Christi bald hoch gegen Himmel geschleudert wird, bald in die Abgründe der Furcht hinabgeworfen wird. Bald läßt es sich lenken durch Christi Kraft, bald sich hin und hertreiben von Angst und Furcht; bald wird es bedeckt mit den Fluten des Schmerzes, bald ringt es sich sicher hindurch auf den Flügeln des gläubigen Bekenntnisses. Wir aber, Brüder, wollen immer und immer wieder rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Und in der Tat, Brüder, wenn wir wirklich uns als einen menschlichen Leib auffassen würden, wenn wir glauben wollten, dass die, die da untergehen, unser eigen Fleisch und Blut wären, so würden wir in der Zucht des Fastens, in dem Seufzer des Gebetes unter Tränenströmen ohne Unterlaß rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Laßt uns zurückkehren zum Herrn, damit der Herr zu uns zurückkehre! Lassen wir ab vom Bösen, damit das Gute wieder ans Tageslicht komme! Laßt uns dienen dem guten Gott, unter der Leitung und Hilfe Christi, unseres Herrn, dessen Ehre und Herrlichkeit währt ohne Ende von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
Ehrlich gesagt bin ich überzeugt, dass die gegenwärtige Krise keine kleine, rasch vorübergehende Krise sein wird. Es könnte uns sehr viel lange beschäftigen. Sie wird gewaltige, unvorhersehbare Folgen haben. Als Christen haben wir in unserer Tradition eine gewaltige Waffe gegen jede Gefahr, Das Gebet. Diesen Schatz finden wir in der Bibel und im Leben und Schriften der Heiligen. Unzählige Christen schöpfen im Gebet Mut, Kraft, Trost und Heil. Wir haben zahlreiche Beispiele in der Geschichte der Kirche, wo einzelne Christen und Gemeinschaften in Not und Gefahr durch Gebet gerettet worden sind. So können wir auch in diesen Tagen neben unsere medizinische und technische, auch diese geistliche Waffe gegen diesen unsichtbaren Feind einsetzen. Drei Dinge, die wir in diesen Tagen unbedingt brauchen können: Geduld, Intelligenz und Gebet.
Dr. Isaak Padinjarekuttu
Osteroktav
Ostern ist zu groß für einen (Feier-)Tag! Das Fest aller Feste, der Urgrund unseres Glaubens an Jesus, der von den Toten auferstanden ist, ist so groß, so reichhaltig und so umfangreich, dass wir dieses Fest eine ganze Woche lang feiern dürfen! Ostersonntag und Ostermontag sind die „Starttage“ in diese Osterwoche, die man seit jeher „Osteroktav“ nennt.
Das Lexikon erklärt uns: Oktav (von lateinisch octavus ‚der achte‘) bezeichnet in der katholischen Liturgie zum einen den achten Tag (Oktavtag) nach einem Hochfest im Kirchenjahr, der als dessen Nachklang und Abschluss begangen wird, wie auch die acht Tage (Oktav) vom Fest bis zu seinem Oktavtag. Dabei wird nach der historischen Inklusivzählung gezählt, die den Oktavtag als achten Tag miteinschließt; der Oktavtag fällt somit auf den gleichen Wochentag wie das Hochfest. (Wikipedia)
Die Evangelien in den kommenden Oktav-Tagen, erzählen uns von den Begegnungen der Jünger und Frauen mit dem Auferstandenen! Es sind berührende Erzählungen, in denen uns die Evangelisten von diesem großen Geheimnis erzählen, dass wir kurz und bündig „Ostern“ nennen. „Geheimnis des Glaubens!“, so ruft der Diakon (oder Priester) nach der Heiligen Wandlung den Mitfeiernden zu. Ich wünsche uns, dass wir in den kommenden Oktav-Tagen immer „heimischer“ im Geheimnis der Auferstehung, im ver-wandelnden Geheimnis unseres Glaubens, fühlen können, fühlen dürfen. Denn auch in einem GeHEIMnis, kann man(n) und frau daheim sein!
Wir sind in diesen Tagen eingeladen, unsere Bibel wieder aus dem Schrank zu holen und die Auferstehungserlebnisse nachzulesen! Um, wie schon gesagt, mit unserem Leben, in diesen Geschehnissen „heimisch(er)“ zu werden. Legen wir die Bibel nicht einfach weg, geben wir ihr (in den Ostertagen) einen besonderen Platz in unseren Wohnungen. Viel Freude & Gewinn!
Osterdienstag: Mt 28,8-15
Ostermittwoch: Joh 20,11-18
Osterdonnerstag: Lk 24,35-48
Osterfreitag: Joh 21,1-14
Ostersamstag: Mk 16,9-15
2. Ostersonntag/Weißer-Sonntag: Joh 20,19-31
Euer Diakon Manuel Sattelberger!
Zwei Jünger gingen
Ostermontag
Ostern ist ein mobiles Fest – immer mehr Menschen waren in den letzten Jahren in diesen Tagen unterwegs und suchten das Weite. Doch heuer ist alles ganz anders: keine Staus, kein Osterurlaub, kaum Verkehrsunfälle, keine Familienfeste.
Und da erzählt uns das heutige Evangelium von zwei Jüngern die unterwegs waren. Geschlagene Leute, den Kopf lassen sie hängen und sehen die Sonne nicht mehr. Keine Spur von Ostern! Sie gehen weg von dem Ort an dem das Kreuz stand, weg von dort wo ihre Zukunftspläne platzten, wo sie ihre Hoffnung begraben haben.
Die Geschichte mit Jesus ist für sie vorbei. Sie erzählen nur noch was er getan und gesagt hat. Sie wissen vieles über Jesus, traurig sprechen sie davon. Mit all ihrem Wissen haben sie Jesus nicht. Ihr Herz ist schwer. Sie haben auf Jesus gesetzt, von ihm das Heil erwartet. Und nun ist er schmählich am Kreuz gescheitert. Das ist der Punkt über den sie nicht wegkommen, der tote Punkt.
Wer so elend endet, kann doch nicht auf Seiten Gottes stehen. Ohnmacht im persönlichen Leben, in der Gotteserfahrung, im alltäglichen Leben. Oft genug sind wir dann mit Gott über Kreuz, gerade jetzt in dieser Zeit der Pandemie wo wir nicht verstehen, was uns da zugemutet wird.
Ja nichts mehr davon sehen, ja nichts mehr davon hören. Immerhin gehen die Jünger zu zweit und sprechen über ihre Enttäuschung. Das unterscheidet sie von denen, die wenn‘s schwierig wird verstummen.
Während die zwei Niedergeschlagen ihren Weg gehen, „kam Jesus hinzu und ging mit ihnen“. Keine umwerfende Erscheinung, kein spektakulärer Auftritt, sie erkennen ihn zunächst gar nicht. Sie sind mit Blindheit geschlagen – wie unsereins oft genug. Sie müssen ihn neu kennenlernen. Der unbekannte Dritte fragt, hört zu, bringt zum Nachdenken. Er verweist auf die Heilige Schrift, erschließt ihnen, von dort her, neue Perspektiven in ihrer Ratlosigkeit, öffnet ihnen die Augen.
Muss das nicht so sein? Wer so wie Jesus gegen das Leiden kämpft, der bekommt am eigenen Leib mit dem Leiden zu tun. Der Arzt wird selbst verwundet und infiziert. So will Gott die Wunden der Menschheit heilen, indem er sie selbst durchleidet. Der Gott, an dem wir glauben, geht nicht an den Wunden der Welt vorbei, er trägt sie selbst und hat gerade dadurch die Kraft, sie zu heilen.
Das kann man nicht so schnell verstehen. Jesus geht den langen Weg der beiden Jünger mit, durch das Tal ihrer Hoffnungslosigkeit. In den entscheidenden Fragen des Lebens und des Glaubens gibt es keine Abkürzungen. Da muss man sich Zeit lassen und Geduld haben mit sich und den anderen. Auch in der gegenwärtigen Krise werden wir Zeit und Geduld brauchen um daraus wieder herauszukommen. So ist es gut zu wissen, dass man Jesus nicht erst am Ende des Weges findet, sondern schon unterwegs.
Als es dann Abend wurde, blieb der unbekannte Fremde bei den beiden Jüngern. Er lässt sie in ihrer Unruhe nicht allein. Allerdings drängt er sich nicht auf, sondern wartet ihre Einladung ab. Als die Männer dann gemeinsam um den Tisch sitzen, bricht der Fremde das Brot und teilt es aus. An dieser Handlung erkennen die Emmaus-Jünger Jesus. Nun wissen sie, wer mit ihnen unterwegs war.
In dem Moment, als sie ihn erkannten, entzieht er sich zugleich. In diesem Sich-Entziehen darf man durchaus die ermutigende Botschaft erkennen:
Ihr schafft das schon, ich traue euch das wirklich zu!
Mod. Mag. Herbert Reisinger
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Die freudige Botschaft von heute lautet: „Jesus ist auferstanden, Jesus ist in unserer Mitte“ – sollten wir da nicht jubeln und singen vor lauter Freude? Müssten unsere Gesichter nicht strahlen und lachen? Doch sehen wir uns um: nicht viel von der Freude ist zu sehen! Ganz im Gegenteil: Angst, Ratlosigkeit, Unsicherheit, ungläubiges Staunen! Die Gründe für diese Furcht und Angst, Unsicherheit und Ratlosigkeit brauche ich Ihnen nicht zu erklären. Die Grundordnung der Welt, wie wir sie kennen, ist ins Wanken geraten. Unsere Lebensweise ist gestört und kehrt vielleicht nicht mehr zurück. Viele haben wirklich Angst vor der Zukunft.
Auch damals: Die Frauen kommen zum Grab; sie sind voll Furcht und Angst. Sie sind auch traurig. Am Anfang ist es schwierig für sie, an die Auferstehung zu glauben. Aber dann sind sie voll Freude und eilen zu den Anderen, um über das große Ereignis zu berichten. Was hat die Frauen dazu gebracht zu glauben? Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus selbst. Sie suchen ihn vergeblich im leeren Grab und sind traurig, weil sie ihn dort nicht finden. Die beiden Engel am Grab Jesu fragen die Frauen: „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Es trifft auch uns das Wort der Engel. Wenn wir traurig sind über das, was verlorengegangen ist, wenn wir voll Furcht und Angst sind vor dem, was uns erwartet, dann ist es wie ein Herumtappen in einem leeren, dunklen Grab. Dann können wir keine Osterfreude haben. Freude kann nur Jesus schenken, der sagt: Fürchtet euch nicht.
Blicken wir einmal auf Maria von Magdala. Sie bleibt am Grab Jesu und weint. Das ist eine ganz normale menschliche Reaktion angesichts des Todes. Es war auch wichtig für sie, die Trauer auszudrücken. Das Weinen ist auch für uns wichtig, wenn wir dem auferstandenen Jesus heute begegnen wollen. Wir weinen über die Situation unserer Gesellschaft, über die Lage unserer Kirche und über unser eigenes Leben. Genau inmitten ihres Weinens hat Maria von Magdala Jesus erkannt. Das hat ihr Leben verwandelt. Der starke Glaube an Jesus hat ihr die Kraft gegeben, ihre Trauer zu durchleben, Jesus treu zu bleiben und dann voller Freude den auferstandenen Jesus zu verkünden. Die Kirche schenkt uns die fünfzig Tage der Osterzeit, um diesen Osterglauben wieder ganz bewusst in uns aufzunehmen. Nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern auch vor den Gräbern unserer Enttäuschungen, unserer Zukunftsangst, unserer Hoffnungslosigkeiten in diesen Zeiten.
Wenn wir an die Kraft des auferstandenen Jesus glauben, werden wir die Krise der heutigen Zeit als ein Moment der Wahrheit annehmen. Sie wird uns in den nächsten Wochen vor Augen führen, was funktioniert und was nicht, und uns zwingen, eine Wahl zu treffen. Hoffentlich werden die Dinge für uns eine andere Bedeutung bekommen. Hoffentlich werden wir feststellen, dass wir auf vieles verzichten können. Hoffentlich werden wir anfangen, unser Leben neu zu bewerten, das heißt: den Dingen, die es verdienen, einen Wert zuzuschreiben und den anderen eben nicht. Mit anderen Worten, den wahren Wert der Dinge zu erkennen, Möglicherweise fördert die Krise manche Besinnung, um das eigene Leben zu überprüfen bei allem, was wir arbeiten, managen, konsumieren, oder auch einschränken. Vielleicht wächst aus Drangsal auch wieder Einsicht, ergibt sich die Chance für ein sinnvolleres Leben. Lasst uns glauben: Für Gott ist nichts unmöglich (Lukas 1:37).
Ich schließe meine Gedanken mit einem Gebet.
Guter Gott! Wir bitten dich um alles, was wir uns von Herzen wünschen: um Freude am Leben, an unserer Arbeit, vor allem aber um Gesundheit und einen sicheren Weg.
Wir erbitten von dir, was wir am meisten brauchen, um Mensch zu sein: die Zuneigung derer, mit denen wir leben, die Treue unserer Freunde, die Liebe derer, die wir lieben, und den Großmut aller, vor denen wir im Unrecht sind.
Wir bitten dich, guter Gott, um eine sichere Zukunft für die Kinder und um glückliche Tage für unsere älteren Mitmenschen, um Genesung für unsere Kranken.
Ich wünsche Ihnen, nicht einfach nur „Frohe Ostern!“ Das sagt man so schnell. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie dem Lebendigen Gott begegnen, denn er ist immer in unserer Mitte. Möge er uns helfen zu erfahren: Jesus ist auferstanden, er ist mit uns, er lebt unter uns, er lebt durch uns und für uns. Amen.
Moderator Mag. Herbert Reisinger

Gedanken zum Karsamstag
Der Karsamstag hatte bisher schon einen ganz eigenen Charakter:
An diesem Tag finden letzte Ostervorbereitungen statt:
Der Chor und das Orchester probt in der Kirche für den Festgottesdienst, die Minis proben mit dem Pfarrer für die Osternacht, die Ratschenkinder sind unterwegs und werden als Dank für ihren Dienst mit vielen Süßigkeiten beschenkt.
In den Familien finden schon Vorbereitungen für Besuche statt,
die an den Ostertagen stattfinden, oder man hat überhaupt noch einen Kurzurlaub über Ostern geplant.
Es gab bis bisher viel Aktivität an einem Karsamtag.
Heuer sind auch diese gewohnten und vertrauten Abläufe anders.
Sehen Sie es als Gelegenheit wieder auf den ursprünglichen Sinn dieses Tages zu schauen:
In vielen Kirchen gibt es in dieser Zeit auch Darstellungen des Grabes Jesu. Damit haben wir schon einen wichtigen Hinweis auf den Inhalt dieses Tages:
Wir gedenken Todes Jesu und seiner Grablegung, wir können die Ereignisse betend nachwirken lassen, sein Sterben für uns.
Karsamstag ist noch nicht Osterstimmung.
Es ist vergleichbar mit der Leere, die uns erfüllt, wenn nach dem Tag eines Begräbnisses eines geliebten Menschen Ruhe eintritt,
wir vielleicht zum ersten Mal auch Zeit finden, dem nachzuspüren, was fehlt, wenn der geliebte Mensch nicht da ist.
So kann der Karsamstag auch ein Tag sein, an denen wir an alle unsere Toten denken, -sicher auch an die Toten weltweit der derzeitigen Pandemie.
Als Christ begehe ich den Karsamstag natürlich vom Osterfest her.
Das Grab Jesu, war eben nicht der Ort der „letzten Ruhe“ für ihn, wie man oft auf heutigen Todesanzeigen lesen kann.
Für ihn war das Grab ein Ort der Verwandlung in das Leben Gottes hinein.
Es liegt ein ernster Charakter über den Karsamstag und auch schon die frohe Erwartung der Feier des Osterfestes.
In dieser Spannung vollzieht sich dieser besondere Tag, -in dieser Spannung sind wir zur Zeit in der Hoffnung auf das Ende der Pandemie.
In dieser Spannung steht unser ganzes Christsein:
Vom Erlöst sein, und noch nicht vollendet. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen besinnlichen Karsamstag.
Karfreitag: 10. 04. 2020
Mit Stichtag 27. März sind in Italien mindestens 67 Priester der Corona-Epidemie zum Opfer gefallen.
Mit einer selbstlosen Tat hat ein italienischer Priester (Don Giuseppe Berardelli) inmitten der Corona-Krise für Schlagzeilen gesorgt. Laut Medienberichten rettete der 73 Jährige einem ebenfalls am Virus erkrankten Mitpatienten das Leben, indem er ihm das eigene Beatmungsgerät überließ. Der Geistliche starb wenig später an den Folgen der Krankheit.
Dabei hatte seine Kirchengemeinde nahe Bergamo das Gerät speziell für ihren infizierten Priester erworben, weil es in der Region an Beatmungsgeräten mangelt. Der Priester hatte jedoch darauf bestanden, den lebenswichtigen Apparat an einen jüngeren, ihm nicht bekannten Patienten weiterzugeben.
„Welch ein Mensch!“ So stehen wir staunend vor diesem selbstlosen Menschen.
Mir ist beim Lesen dieser Zeilen Jesus vor Pilatus eingefallen. Wie er Jesus mit einer Dornenkrone am Kopf, einem purpurroten Mantel umgehängt zu den Menschen hinausführt und sagt: „Seht, welch ein Mensch!“ Ich finde keine Schuld an ihm!
„Seht, welch ein Mensch!“
Man kann dieses Wort an diesem Karfreitag 2020, von Pilatus zu Christus gesprochen, zu vielen Menschen sagen: zu diesem italienischen Priester, zu den Menschen, die in diesen Tagen Unermessliches leisten, die nicht in erster Linie auf ihr eigenes Risiko, sondern auf die Menschen in Not schauen.
Seht, welche Menschen!
Er wird nicht mehr behandelt, weil er schon zu alt ist und daher für ihn kein Intensivbett mehr da ist, wie es schon in einigen Ländern passiert.
Seht, welche Menschen! Es sind die Menschen, die im Kriegsgebiet leben, die auf der Flucht vor Verfolgung sind, Menschen, die gefoltert, gemartert, getötet, missbraucht werden. Seht, da sind Menschen. Sie schreien nach Hilfe, nach Erbarmen, nach jemandem, der Mitleid mit ihnen hat.
Coronakranke, unheilbar kranke Menschen, die sich jeden Tag quälen, können uns einfallen.
Da hat einer seine Arbeit verloren und hat das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören.
Seht, welch ein Mensch! Für jeden von uns kann dieser Mensch ein anderes Gesicht haben. Sie warten auf ein Zeichen des Mitleids von mir.
Karfreitag 2020!
Pilatus zeigte Jesus den Menschen von seinem Palast. „Seht, welch ein Mensch!“ Uns bringt das Fernsehen diese Menschen täglich ins Wohnzimmer! Die Leute vor Pilatus schrien: Kreuzige ihn! Und wie reagieren wir?
Seht, welch ein Mensch! Johannes stellt uns diesen Jesus in seiner Passion, die am Karfreitag gelesen wird, mit diesen Worten aus dem Mund des Pilatus vor Augen.
Jesus stellt sich am Karfreitag auf die Seite der Menschen. Auf die Seite derer, die in Not sind, verfolgt, krank oder auch auf die Seite derer, die für andere eintreten, unermessliches leisten.
Gott geht es um den Menschen, der leidet, der trauert und weint. Gott geht es um den, der nicht mehr weiter weiß. Gott geht es um dich – Gott geht es um mich.
Für mich ist dies Trost und Auftrag zugleich: Gott steht auf der Seite der Menschen. Ich vertraue darauf, dass Gott auch an meiner Seite steht. Ich vertraue darauf, dass er mir jemanden an die Seite stellt, der mit mir Angst und Zweifel, Wut und Sprachlosigkeit aushält, der mir vielleicht sogar neuen Mut schenken kann, der mich wieder hoffen läßt, der mir hilft, den nächsten Schritt zu wagen.
Und ich wünsche uns, dass wir nie gleichgültig werden, wenn es jemandem schlecht geht. Ich erwarte, dass Christen im Angesicht von Gewalt und Unrecht den Mund aufmachen und diese Welt verändern helfen.
Pfarrer i.R. Johann Zarl
Ich wünsche uns allen diese österliche Erfahrung, dass einer mit uns geht durch alle Höhen und Tiefen des Mensch-Seins. „Seht, welch ein Mensch!“ Er steht auf meiner Seite. Er lässt auch mich nicht fallen! Auferstehung, Ostern ist nahe!
Liebe Mitglaubende, Mithoffende und Mitvertrauende!
Gründonnerstag 2020
Woran denken Sie, wenn Sie Gründonnerstag hören?
Fußwaschung, Einsetzung der Eucharistie, Ölberg oder ein Erlebnis, das Ihnen von diesem Tag in Erinnerung ist?
Darf ich Sie einladen mit mir jetzt hinzuschauen auf die Szene im Abendmahlsaal:

der Evangelist Johannes berichtet uns: Jesus, der Herr und Meister, wäscht seinen Jüngern die Füße. Zu Jesu Zeiten war das ein Sklavendienst. Ich kann die Entrüstung von Petrus gut verstehen: „DU! Mein Meister! Du willst mir, Petrus, die Füße waschen? Unmöglich!“ Und Jesus macht ihn aufmerksam: „Wenn du mit mir in Gemeinschaft bleiben möchtest, dann lass das an dir geschehen!“ Wie wird es Petrus gegangen sein?
Was könnte uns/mir Jesus heute damit ganz konkret sagen? Möchte Jesus, dass ich meine Autorität aufgebe und „Sklavendienste“ mache, mich ausnützen lasse von anderen, mich total verausgabe. Mutter Theresa hat am Anfang ihrer Tätigkeit bei den Armen gemeint, sie müsse hungern und genau so arm leben wie die Ärmsten. Da sagte ihr eines Tages eine Ärztin: „Wollen sie den Menschen helfen oder mit ihnen sterben?“
Darf ich meine Autorität als Oberin, Vater, Mutter, Lehrerin, Pfarrer …. aufgeben? Eine sehr heikle Sache, oft eine Gratwanderung: Was muss ICH verantworten? Welche Verantwortung darf ich abgeben? Wo darf ich Mitverantwortung einfordern? Wo gilt es, zu ermutigen, Verantwortung auf sich zu nehmen?
Jesus bleibt der Meister auch nach der Fußwaschung. Wenn ich mit ihm in Gemeinschaft bleiben möchte, muss ich lernen, aus seiner Grundhaltung heraus zu leben. Was ist diese Grundhaltung Jesu? Das erste: wir sind alle Brüder und Schwestern. Das bedeutet Achtung, Respekt, Wertschätzung vor jedem! Das bedeutet bereit sein zum Dienst am anderen, bereit sein, ihm so zu begegnen, dass es ihm guttut. Das ist nicht leicht Vorort – in meiner Gemeinschaft, wo ich jetzt bin, immer aus dieser Haltung heraus zu leben oder an dem Arbeitsplatz, an dem ich stehe. Immer wieder erfahre ich, das überschreitet meine Grenzen.
Jesus wusste das. Markus, Matthäus und Lukas berichten uns davon, dass er an diesem Abend als Zeichen seiner bleibenden Gegenwart auch die Eucharistie einsetzt.

Jesus spürt und kennt unsere Grenzen. Er weiß, wir brauchen IHN, wir brauchen seine Gegenwart, seine Liebe. „Bleibt in meiner Liebe!“ ist seine Empfehlung! Und er schenkt uns dazu dieses besonderes Zeichen – die Eucharistie und verspricht uns: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm“
Gründonnerstag 2020
Kommunionempfang ist in der Coronakrise für die meisten von uns nicht möglich. Wir können zwar im Radio, Fernsehen…. mitfeiern oder in der Familie selber eine Feier machen, aber wir können an keiner Eucharistiefeier in der Kirche teilnehmen. Das ist schmerzlich!
Auf das letzte Abendmahl folgt der Gang auf den Ölberg

Jesus spürt seinen nahen Tod! Er hat Angst! Er muss ringen, dass ihm die Blutstropfen aus allen Poren kommen… und er ringt sich durch zum „JA VATER! Dein Wille geschehe!“
Auch wir tun uns schwer, die jetzige Situation mit der Corona-Virus-Krise zu verstehen, wie überhaupt so Vieles, was Gott zulässt in unserem Leben, auf dieser Erde —-
Vielleicht kann uns der Blick auf Jesus am Ölberg ein wenig helfen. Er sehnt sich nach menschlicher Nähe. Seine Bitte: „Bleibet hier und wachet mit mir!“
Auch uns gilt diese Einladung! Suchen wir einen Ort der Stille, wo wir bei ihm, er bei uns ankommen kann.
Legen wir unsere Angst in seine Angst, unseren zaghaften Versuch Ja zu sagen zu dem, was wir nicht verstehen, was uns schmerzt, wovor uns graut —-

Vielleicht ist es uns geschenkt, seine aufrichtende und stärkende Nähe zu erahnen.
Im Gebet mit Ihnen verbunden
Sr. Rosa Wieser
Marienschwester, Klein Erla
Anmerkung:
Die ersten drei Bilder sind von Sieger Köder
Das letzte Bild ist von: Bild Gertrud Deppe (https://www.google.com/search?q=bild+gertrud+deppe&tbm=isch&ved=2ahUKEwj4t7bV9MfoAhUfwQIHHWoCBmkQ2-cCegQIABAA&oq=bild+gertrud&gs_lcp=CgNpbWcQARgAMgQIIxAnOgIIADoGCAAQCBAeUMKrAliXwQJgjs4CaAFwAHgAgAGgAYgB-gaSAQMwLjiYAQCgAQGqAQtnd3Mtd2l6LWltZw&sclient=img&ei=s-SEXriSBZ-Ci-gP6oSYyAY&bih=873&biw=1284&client=firefox-b-d#imgrc=Uu6uXV1zMn2SvM&imgdii=VsCCkuFaheCx6M)