Mani's Blog

„Sonntagszeilen“ zum 15. Sonntag im Jahreskreis A

Ach, wie gerne wäre ich zu biblischer Zeit, unter den Zuhörerinnen und Zuhörern Jesu gesessen, hätte ihm mit Begeisterung zugehört. Wie gerne wüsste ich den Klang seiner Stimme, seine Eigenart zu reden!

Wir sind „Nachhörende“, viele Menschen vor uns, haben Jesu Stimme schon gehört und als die Zeit der Augenzeugen zu Ende ging, seine Worte, Geschichten und Gleichnisse, seine Reden und Taten aufgeschrieben.

Heute dürfen wir von den Erlebnissen den Matthäus mit Jesus hören, wir dürfen heute Sonntag hören, wie es Matthäus vor 2000 Jahren selbst gehört oder wie es ihm von anderen Augenzeugen erzählt wurde! Die einzige Bestimmung der Evangelien ist es, unseren Glauben zu stärken!

In der Lesung aus der prominenten Feder des Propheten Jesaja, wurde uns klar gemacht, dass man schon vor Jesus daran glaubte, dass das Wort Gottes, einzig das Hören, einen Menschen, ein Menschenleben, eine Einstellung ver-ändern und ver-wandeln kann.

Matthäus, unser Sonntagsevangelist, hat es ja am eigenen Leib erfahren, dieses an-gesprochen werden von Jesus, als er am Zoll saß und seinen Mitmenschen zu viel Geld abknöpfte.

An unserer Kanzel hat der neugotische Bildhauer, das eben gehörte Gleichnis in Stein verewigt, für uns hier in St. Valentin. Ich lade sie ein, nach der Messe zur Kanzel zu gehen und dieses Bild genauer zu betrachten.

Die Aussageabsicht Jesu ist klar, wir, du und ich, wir die wir seine Worte hören sind der Ackerboden und Jesus sät seine Worte in uns hinein, in unsere Herzen und Gedanken, wenn man es so will. Bewirken die Worte Jesus etwas in mir, lösen sie etwas aus? Verändern sie mein Denken, Reden und Handeln, verändert das Bibelwort meinen Blick auf mich selbst und meinen nächsten?

Wie ist meine Bodenbeschaffenheit?

Jesus sät immer aus, das ist klar! Aber sind wir „offen“, bereit zu empfangen? Hören wir das Wort Gottes, oder hören wir es? Oft kommen mir die Bibeltexte wie ein ICE-Zug vor, die Lesungen und Evangelien zischen durch, ja ich habe gehört, aber habe ich wirklich zugehört?

Im Alltag ist es nicht anders! Hören wir unserem Gegenüber wirklich zu, oder warten wir nur darauf, dass wir zu Wort kommen? Versuche ich meinen Mitmenschen und hier im Gottesdienst, dem Gehörten eine Chance zu geben?

Wir haben 2 Ohren und einen Mund! Ihr kennt diese Weisheit: Mehr hören als reden!

Dass das nicht immer leicht ist, wissen wir wohl alle! Die heutigen Bibelstellen, möchten uns motivieren, dem Wort eine große Chance zu geben! Egal zu wem oder mit wem wir sprechen!

„Und das Wort ist Fleisch geworden!“, in diesen geheimnisvollen Worten, möchte uns der Evangelist Johannes klarmachen, wer Jesus ist! Das lebendige Wort Gottes!

Das Wort das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen! Amen.

Lassen wir uns vom Wort Gottes lesen? Oder lesen, hören wir das Wort Gottes nur?  (Dorothe Sölle)

HIER GEHT ES ZU DEN SONNTAGSBIBELSTELLEN!