{"id":5525,"date":"2021-08-14T09:58:43","date_gmt":"2021-08-14T07:58:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=5525"},"modified":"2021-08-14T09:58:44","modified_gmt":"2021-08-14T07:58:44","slug":"mariae-aufnahme-in-den-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/mariae-aufnahme-in-den-himmel\/","title":{"rendered":"Mari\u00e4 Aufnahme in den Himmel"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir sind mitten im Sommer und erleben ein Leben in gro\u00dfer F\u00fclle. Wie erleben, wie die reifen Felder abgeerntet werden. Wie sehen die Fr\u00fcchte auf den B\u00e4umen. Wir erleben die Welt in ihrer Sch\u00f6nheit und Pracht. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt, und es in F\u00fclle habt. Das Leben in F\u00fclle, das Jesus uns verhei\u00dft ist aber mehr als die F\u00fclle des Sommers, der Ernte, des hiesigen Lebens, so sch\u00f6n das alles ist. Es ist verg\u00e4nglich und wir wissen, dass der Herbst und der Winter kommen werden. Wir wissen auch um die Verg\u00e4nglichkeit unseres eigenen Lebens. In diesen Tagen der weltweiten Corona-Pandemie sind Leid und Tod st\u00e4rker in unser Bewusstsein ger\u00fcckt. Aber als Christen haben wir die Hoffnung auf ein Leben in F\u00fclle, das wir f\u00fcr uns gl\u00e4ubig erwarten und erhoffen. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, das die Kirche seit dem 5. Jahrhundert feiert ist also das Fest unserer eigenen endg\u00fcltigen Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Was hat dieses Fest uns heute zu sagen? In unserem Er\u00f6ffnungsgebet haben wir gebetet: Gib, dass wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen und auf dem Weg bleiben, der hinf\u00fchrt zu deiner Herrlichkeit. Maria zeigt in ihrer Aufnahme in den Himmel und in ihrer Verherrlichung, die Erf\u00fcllung des Weges der Gl\u00e4ubigen. Aus dieser Zukunftshoffnung d\u00fcrfen wir Christen leben. Und diese Hoffnung d\u00fcrfen wir nicht aus dem Auge verlieren, falls uns auf unserem Lebensweg Entt\u00e4uschungen, Kummer und Sorgen begegnen. Dann brauchen wir umso mehr den Blick auf Maria, die uns als Zeichen der Hoffnung und des Trostes gegeben ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass wir genug Kummer und Sorgen haben, brauche ich nicht zu erl\u00e4utern. Das war immer der Fall. Aber die Liturgie heute, besonders die erste Lesung, spricht etwas mehr als die allt\u00e4glichen Kummer und Sorgen der Menschen an, symbolhaft und kr\u00e4ftig. Das Buch der Offenbarung wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus verfasst, und zwar als Brief an sieben Gemeinden, die zunehmend in Bedr\u00e4ngnis geraten waren. Er schildert einen gewaltigen Kampf der M\u00e4chte \u2013 Gott gegen den Satan, Gut gegen B\u00f6se, die Kirche gegen das r\u00f6mische Reich. Der Drache, der in der Antike f\u00fcr widerg\u00f6ttliche und chaotische M\u00e4chte, aber auch oft f\u00fcr unterdr\u00fcckerische Systeme steht, wird gest\u00fcrzt, aber (noch) nicht vernichtet. Dier Botschaft ist klar: Das B\u00f6se ist seit Ostern nicht mehr \u00fcberm\u00e4chtig, aber es ist noch vorhanden. Die Bilder der Offenbarung sind durchaus Hinweis und Fingerzeig auch f\u00fcr Auseinandersetzungen heute, wie wir sie kennen. Der ewige Kampf ist in vielen unterschiedlichen Facetten auch heute in unserer Welt vorhanden. In dieser Spannung lebt die Kirche, leben wir Christen. Das Bild der himmlischen Frau gibt den Gemeinden des Johannes und uns Grund zur Zuversicht. Der letzte Satz der Lesung spricht von dem rettenden Sieg unseres Gottes und der Vollmacht seines Gesalbten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer zunehmend sich s\u00e4kularisierende Welt, die meint, die Welt sei genug. Mehr gibt es nicht, und mehr brauchen wir nicht. Die Sinnsuche der Menschen ist rein innerweltlich geworden. Wegen seiner Einfachheit und Nachvollziehbarkeit besitzt dieses Weltbild gro\u00dfe Attraktivit\u00e4t. Aber trotzdem kann man das Verlangen nach etwas \u00fcber diese Welt hinaus, das wir Gott nennen, Leben in F\u00fclle nennen, nicht f\u00fcr immer verdr\u00e4ngen. Treffend hat Augustinus es formuliert: Du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir die Kirche, wir die Gl\u00e4ubigen m\u00fcssen eine Art Katalysator sein, der den Prozess von \u201eWelt ist genug\u201c zu \u201eWelt ist nicht genug\u201c in Gang bringt. Die Kirche ist kein Selbstzweck, kein frommer Insiderclub, kein Zirkel f\u00fcr religi\u00f6s Bed\u00fcrftige. Die Kirche hat eine Aufgabe in der Welt. Durch sie sollen die Menschen entdeckten, dass die Welt eben nicht genug ist. Durch sie sollen die Menschen entdecken: Es gibt Gott, An ihn zu glauben und mit ihm zu leben, gibt dem Leben einen wirklichen Sinn, hilft Probleme zu meistern, tut dem Herzen gut, macht lebenst\u00fcchtig, kann von lebenszerst\u00f6rerischen Zw\u00e4ngen befreien, schenkt die Gewissheit, von Gott gewollt und geliebt zu sein, und inspiriert zu einer lebendigen Hoffnung \u00fcber den Tod hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist keine Frage, dass die Kirche in den letzten Jahren zu viel Glaubw\u00fcrdigkeit und Vertrauen verspielt hat. Ja selbstkritisch m\u00fcssen wir bleiben. Aber Christinnen und Christen werden gerade jetzt gebraucht, die in ihrer Haltung zeigen, was es bedeutet, gehalten zu sein: in aller Demut getr\u00f6stet und verankert im glauben an Gott. Sie werden es mir verzeihen, dass ich am Festtag Mariens Martin Luther zitiere, der sagte: \u201eWir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten k\u00f6nnten. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachkommen werden es auch nicht sein, sondern, der ist es gewesen, ist es noch und wird es sein, der da sagt: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.\u201c Wir m\u00fcssen herauskommen aus der Haltung der Verzagtheit, und getrost und unverzagt unseren Glauben leben. Ich w\u00fcnsche Ihnen einen sch\u00f6nen Festtag, Mari\u00e4 Aufnahme in den Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Isaac Padinjarekutttu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind mitten im Sommer und erleben ein Leben in gro\u00dfer F\u00fclle. Wie erleben, wie die reifen Felder abgeerntet werden. Wie sehen die Fr\u00fcchte auf den B\u00e4umen. Wir erleben die Welt in ihrer Sch\u00f6nheit und Pracht. Jesus hat gesagt: Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt, und es in F\u00fclle habt. 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