{"id":5485,"date":"2021-08-07T08:34:56","date_gmt":"2021-08-07T06:34:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=5485"},"modified":"2021-08-07T08:34:57","modified_gmt":"2021-08-07T06:34:57","slug":"impulsgedanken-zum-19-sonntag-im-jahreskreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/impulsgedanken-zum-19-sonntag-im-jahreskreis\/","title":{"rendered":"Impulsgedanken zum 19. Sonntag im Jahreskreis"},"content":{"rendered":"\n<p>Bereits den dritten Sonntag in Folge besch\u00e4ftigt uns das Brot als \u00dcberbegriff in den Texten. Vieles in den Texten muss man nach 2000 Jahren erkl\u00e4ren. Aber Brot hat selbst nach dieser langen Zeit einen ann\u00e4hernd gleichen Stellenwert in der Gesellschaft. Und wer glaubt, es ist heute anders, soll sich an den Beginn der Pandemie erinnern, als \u00fcberall der Germ ausverkauft war. Die Menschen hatten begonnen in dieser unsicheren Zeit Brot zu backen. Die Internet Foren waren voll von Rezepten und Bildern stolzer Brotb\u00e4cker. Ich kann das verstehen, denn auch f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist Brot sehr wichtig, so wichtig, dass ich es seit Jahren selber backe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Jesus mit einer Hand voll Brote 5000 Menschen satt machte, suchten sie ihn. Getrieben von Eigennutzen, dachten sie, da ist einer, der uns satt macht. Den machen wir zu unserem Anf\u00fchrer! Da lohnt es sich zu folgen, da hat alle Not ein Ende. Das ist aber nicht das Ansinnen Jesu. So wird er letzten Sonntag schon konkreter, als sie ihn fanden \u201eIch bin das Brot des Lebens!\u201d Das Brot in eurer Hand macht euch satt f\u00fcr eine bestimmte Zeit. Es erh\u00e4lt euch vor\u00fcbergehend am Leben. Ihr werdet vorerst zufrieden sein. Aber ist ein voller Bauch wirklich der Weg zu einem rundum zufriedenen Leben? Wirklich zufrieden kann euch nur das Brot, das euch der Vater gibt, machen. Es kommt vom Himmel und gibt der ganzen Welt das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da murrten die Leute, wie soll das gehen? Sie haben immer noch das physische Brot vor Augen und den Duft in der Nase. Sie verstehen Jesus nicht oder wollen ihn nicht verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Brotmangel gibt es in unserem Land schon l\u00e4nger nicht mehr, aber die Bilder von Unterern\u00e4hrung kennen wir alle. Ausgemergelt, mit leeren Augen blicken uns Menschen entgegen, abgek\u00e4mpft und ohne Hoffnung. Das leuchtet ein, das ist verst\u00e4ndlich. Doch wie sieht es aus, wenn uns anderes fehlt im Leben? N\u00e4her an den Kern der Botschaft kommen wir, wenn wir uns einen seelischen Mangel vor Augen f\u00fchren. Diese Menschen sind nicht so leicht zu erkennen. Sie unterscheiden sich im ersten Augenblick nicht von der Masse der Menschen. Auf den zweiten Blick k\u00f6nnte schon der Arbeitslose, der sich unn\u00fctz vorkommt und sich nicht mehr unter die Leute traut, auffallen. Oder das Mobbingopfer, das sich von der Welt verlassen f\u00fchlt. Der Obdachlose, der f\u00fcr die Gesellschaft unsichtbar in deren Mitte lebt. Missbrauchte, ausgen\u00fctzte, gedem\u00fctigte Menschen. Menschen, die ihrer Zukunft durch das geltende System beraubt wurden. Allen fehlt es nicht an Nahrung, dennoch hungern sie. Sie leiden seelisch und auch k\u00f6rperlich unter ihrem Hunger nach Liebe, Anerkennung, Wertsch\u00e4tzung, aber auch Gerechtigkeit. Innerlich abgek\u00e4mpft und ohne Hoffnung, gehen sie geschw\u00e4cht durchs Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Jesus spricht: \u201eIch bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist\u201c, hat er genau diesen unendlich gro\u00dfen, ungestillten Hunger von uns Menschen im Blick. Einen Hunger, den er allzu gut kennt und dem er mit Wertsch\u00e4tzung und Achtsamkeit auf Augenh\u00f6he begegnet. So werden diese Begegnungen f\u00fcr den Betroffenen zum Heil.&nbsp; Er will f\u00fcr die Hungernden der sein, der satt macht, der diesem Mangel entgegentritt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer von dem Brot isst, wird in Ewigkeit leben\u201c. So wie das eucharistische Brot bei der Kommunion mit uns eins wird und in uns aufgeht, sich verteilt und bis in die letzte Zelle Energie liefert.&nbsp; So will auch das geistige Gottesbrot, von dem Jesus spricht, mit uns eins werden, in uns aufgehen, sich ausbreiten bis in die kleinste Zelle. All die Existenz- und Lebens\u00e4ngste, die uns plagen, ob berechtigt oder unberechtigt, m\u00fcssen wir nicht alleine tragen. Wir haben jemanden, der uns liebt, so wie wir sind. Der uns annimmt mit genau den Fehlern, die wir haben und an unserer Seite steht, in diesem Leben und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Eglseer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits den dritten Sonntag in Folge besch\u00e4ftigt uns das Brot als \u00dcberbegriff in den Texten. Vieles in den Texten muss man nach 2000 Jahren erkl\u00e4ren. Aber Brot hat selbst nach dieser langen Zeit einen ann\u00e4hernd gleichen Stellenwert in der Gesellschaft. 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