{"id":4788,"date":"2021-04-16T21:19:35","date_gmt":"2021-04-16T19:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=4788"},"modified":"2021-04-16T21:19:37","modified_gmt":"2021-04-16T19:19:37","slug":"gedanken-zum-3-sonntag-in-der-osterzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/gedanken-zum-3-sonntag-in-der-osterzeit\/","title":{"rendered":"Gedanken zum 3. Sonntag in der Osterzeit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><u>Gedanken zum 3. Sonntag in der Osterzeit<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie soll ich mir das vorstellen, dass Jesus, der gestorben ist, den J\u00fcngern begegnet?\u201c, war eine Frage eines Jugendlichen in der Firmstunde. \u201eDas gibt es doch nicht und wenn doch, dann nur in den Gruselfilmen.\u201c Was soll man darauf antworten? Auf den Glaubenssatz verweisen? Das Glaubensbekenntnis anf\u00fchren? Es fehlen einem die Worte, man ger\u00e4t ins Stottern. Auch dem heutigen Evangelium fehlen die Worte, die Worte etwas Unbegreifliches zu beschreiben. Das Unbegreifliche, dass Jesus, der get\u00f6tet und begraben wurde, lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der kleinen Gemeinschaft gibt es schon Ger\u00fcchte und Vorahnungen, \u00fcberliefert uns Lukas. Verschiedene Berichte haben die Freunde Jesu in Aufruhr versetzt. Die Frauen sind vom Grab zur\u00fcckgekommen mit der Botschaft des Engels, dass Jesus lebt. Das konnte noch als Geschw\u00e4tz abgetan werden. Selbst Petrus, der zum Grab lief, ging voll Verwunderung nach Hause. Kein Wort des Glaubens. Was nicht sein kann, darf nicht sein. Dann kommen zwei J\u00fcnger zur\u00fcck und berichten von ihrem Weggef\u00e4hrten auf dem Weg nach Emmaus und ihrem Erkennen im gebrochenen Brot. Mitten in die hitzige Debatte dar\u00fcber, ob es wahr sein k\u00f6nnte oder nicht, tritt Jesus hinein in die Runde. Aber auch da keine Rede von Freude und Glauben. Nein, sie hatten gro\u00dfe Angst und erschraken, denn sie glaubten einen Geist zu sehen. Aber wie haben die J\u00fcnger dann zum Glauben an die Auferstehung gefunden?<\/p>\n\n\n\n<p>Das leere Grab war es nicht, das zum Glauben f\u00fchrte. Das f\u00fchrte nur zu Spekulationen \u00fcber geschw\u00e4tzige Frauen. Bei Petrus, der es mit eigenen Augen sah, f\u00fchrte es nur zu Verwunderung. Verwunderung, aber nicht Glauben. Jesus tritt ihnen entgegen, gibt sich zu erkennen &#8211; &nbsp;Angst, aber nicht Glauben. Selbst als er sich angreifen l\u00e4sst und mit ihnen isst, ist da Freude, aber noch nicht Glaube. Das Nichtglauben und der Zweifel ziehen sich durch das ganze Lukasevangelium wie ein roter Faden. Lukas spricht immer wieder, dass den Aposteln und Freunden Jesu das Glauben so schwer f\u00e4llt. Also bin ich und auch der Firmling in guter Gesellschaft, wenn wir um Glauben ringen. Auferstehung liegt au\u00dferhalb unseres Lebenshorizontes. Wir k\u00f6nnen sie nicht verstehen, bis Jesus, der Lebendige selber, uns die Augen \u00f6ffnet. All die Hinweise auf den Lebendigen f\u00fchrten nicht zum Glauben, nicht einmal Jesus leibhaftig konnte ihren Glauben wecken. Den Wendepunkt beschreibt Lukas so: \u201eDarauf \u00f6ffnete er ihren Sinn f\u00fcr die Verst\u00e4ndnis der Schriften\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus \u00f6ffnet ihnen den Sinn. Der Glaube an das Osterwunder ist ein Geschenk. Nicht aus uns heraus k\u00f6nnen wir es erfahren, was es bedeutet zu glauben. Die Heilige Schrift kann uns an der Hand nehmen, mit all dem was davor \u00fcber den Messias und danach \u00fcber Christus geschrieben wurde, und uns vorbereiten. Aber erst ein Einlassen auf den Auferstandenen kann wirklich zum Glauben f\u00fchren. Erst wenn einem der Sinn von Jesus ge\u00f6ffnet wird, kann sich der eigene Lebenshorizont verlagern, kann begriffen werden, was es hei\u00dft: \u201eJesus Christus leben in der Herrlichkeit des Vaters\u201c. Dieser Christus ist nicht ein Traum, ein Schattengebilde unserer Fantasie, nicht ein lebender Leichnam, der wieder heruml\u00e4uft. F\u00fcr ihn gelten die Gesetze nicht mehr, die f\u00fcr unser Leben gelten. Er ist der ganz bei Gott lebende. Das aber nicht in der Ferne \u00fcber den Wolken, sondern in der N\u00e4he ganz bei uns. Jesus ist lebendiger, wirklicher und realer, als wir uns das \u00fcberhaupt vorstellen k\u00f6nnen.&nbsp; Dieser auferstandene Jesus Christus kann nur im Leben gefunden werden. Aber er ist nicht ein komplett anderer, alles was ihn als Mensch ausmachte, seine Beziehungen, seine Lehren, seine F\u00fcrsorge sind noch Teil von ihm. Er ist noch gezeichnet vom irdischen Leben bis hin zu den Wunden, mit denen die Welt ihn verletzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn es ein langer Weg ist zu diesem vollendeten Osterglauben, alle drei Begegnungen mit dem Auferstandenen im Lukasevangelium haben eine Konstante. Auf dem Weg zum Grab dachten und sprachen die Frauen in ihrer Trauer \u00fcber Jesus. Die J\u00fcnger auf dem Weg nach Emmaus machten sich Gedanken \u00fcber ihre zerbrochenen Tr\u00e4ume mit Jesus. Im Moment, in dem Jesus in die Mitte seiner Freunde trat, war er in aller Munde ob er es wirklich sein k\u00f6nnte. Damit der Auferstandene in das Leben der Menschen treten kann, muss dieser Platz schaffen, sich \u00f6ffnen und bereit sein zu erkennen. Der Moment, in dem Jesus uns dann begegnet, um uns den Sinn zu \u00f6ffnen, ist das Gespr\u00e4ch miteinander \u00fcber diesen unseren Glauben. Dabei d\u00fcrfen wir vertrauen. Jesus steht jedem einzelnen auch heute noch so nahe als den J\u00fcngern damals. Wir sind von ihm Begleitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Eglseer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum 3. 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