{"id":4522,"date":"2021-03-20T18:59:27","date_gmt":"2021-03-20T17:59:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=4522"},"modified":"2021-03-20T18:59:30","modified_gmt":"2021-03-20T17:59:30","slug":"ein-weizenkorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/ein-weizenkorn\/","title":{"rendered":"Ein Weizenkorn&#8230;."},"content":{"rendered":"\n<p><strong><u>Gedanken zum 5. Fastensonntag:<\/u><\/strong><strong> B&nbsp; <\/strong><em>Johannes 12,20-26<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Weizenkorn<\/strong> versteckte sich in der Scheune. Es wollte nicht ausges\u00e4t werden. Es wollte sich nicht opfern und sterben. Es wollte sein Leben retten. Es wollte prall und goldgelb bleiben. Es wollte sich selbst finden und verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde <strong>nie zu Brot<\/strong>. Es kam nie auf den Tisch. Es wurde nie gebrochen und gesegnet, ausgeteilt und empfangen. Es schenkte nie Leben und Kraft. Es gab nie Freude und S\u00e4ttigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages kam der Bauer. Mit dem Staub der Scheune kehrte er das Weizenkorn hinweg und gab es zum Abfall.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMein Nektar geh\u00f6rt mir\u201c,<\/em> sagte die <strong>Sonnenblume<\/strong>, <em>\u201eich lasse keine Biene naschen!\u201c<\/em> Sie bl\u00fchte noch eine kleine Zeit, verwelkte dann und hatte keine Frucht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch lasse mich doch nicht zerschneiden und auspressen\u201c,<\/em> sagte die <strong>Zitrone.<\/strong> Sie war reif und saftig. <em>\u201eIch will mich selbst verwirklichen und entfalten!\u201c<\/em> Sie lag noch eine Weile in der Obstschale, verfaulte dann aber, stank und kam in den M\u00fclleimer.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichten, die im Blick auf das Sonntagsevangelium ein Bild f\u00fcr unser Leben sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Menschen m\u00f6chten leben<\/strong>, aber sie tun alles, um ihr Leben zu mindern. Sie wollen alles und verlieren dabei das Wichtigste. Sie halten Dinge fest, die sie ohnehin loslassen m\u00fcssen, und lassen Werte los, die sie in Ewigkeit behalten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein <strong>fruchtbares Leben<\/strong>, wenn man sein Leben einsetzt und sich auss\u00e4en l\u00e4sst. Dann k\u00f6nnen, vielleicht auch unter pers\u00f6nlichen Opfern, die herrlichsten Lebensfr\u00fcchte wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein <strong>furchtbares Leben<\/strong>, wenn man sein Leben nur f\u00fcr sich und sein eigenes Gl\u00fcck behalten will. Es wird nichts wachsen k\u00f6nnen und bald das Leben vertrocknen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fruchtbar und furchtbar<\/strong> \u2013 ein Buchstabe nur, der seinen Standort gewechselt hat \u2013 und schon verschafft er den beiden Worten eine so unterschiedliche Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Leben und Sterben, vom sich selbst Opfern und vom Gerettet werden spricht das Evangelium vom 5. Fastensonntag. Bei Johannes 12,24 &#8211; 25 hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es reiche Frucht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Pilgern beim Paschafest in Jerusalem sind auch einige Griechen unter den Pilgern. Die wollen Jesus sehen und sie bitten seine J\u00fcnger, ihnen den Weg zu Jesus zu ebnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Griechen galten als die gro\u00dfen Sucher nach der Wahrheit, die Gelehrten des Altertums. Sie, die Heiden, suchen die Wahrheit auch bei Jesus.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was antwortet ihnen Jesus. <strong><em>\u201eDie Stunde ist gekommen, dass der Menschsohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das geh\u00f6rt zum Kern seiner Botschaft: Jesus geht seiner Vollendung entgegen. <strong>Im Tod ist Leben.<\/strong> An ihren Fr\u00fcchten werdet ihr sie erkennen. Das gilt bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist <strong>eine junge Frau, Kayla M\u00fcller<\/strong>. Sie arbeitete bei \u201e\u00c4rzte ohne Grenzen\u201c in Syrien und wurde von der IS-Terrormiliz verschleppt und ist von ihnen ermordet worden. Ihre Briefe, die gerettet werden konnten, erz\u00e4hlen davon, was ihr in der Haft Kraft gegeben hat. Sie schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eGott ist der einzige, den man hat. Manche Menschen finden Gott in der Natur, ich finde Gott im Leid.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da gabt es <strong>21 koptische Christen<\/strong>, die \u00f6ffentlich hingerichtet wurden, weil sie Christen sind. Das Video von der Hinrichtung ging um die Welt, als Zeichen der Macht. \u201eWir werden das Meer mit eurem Blut tr\u00e4nken!\u201c so lautete die Botschaft des Videos.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben, zwei bewegende Beispiele aus der j\u00fcngsten Vergangenheit. <em>Das Weizenkorn muss sterben\u2026. Die Fr\u00fcchte sind un\u00fcbersehbar\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Briefe von Kayla M\u00fcller wurden ver\u00f6ffentlicht. Sie sind Zeugnis daf\u00fcr, dass jemand sein Leben f\u00fcr Gott hingibt, und sie werden der Same sein, der auch auf gutes Land f\u00e4llt und weiterhin Frucht bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 21 koptischen Christen sind nicht umsonst gestorben. Viele verfolgte Christen berichten, wie sehr sie dieses Beispiel in ihrem Glauben an den lebenspendenden Gott gest\u00e4rkt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts hat den Glauben an den auferstanden Herrn in der Urkirche mehr gef\u00f6rdert als die Zeit der Verfolgung. Das Blut der M\u00e4rtyrer wurde zum Samen f\u00fcr neue Christen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seien wir dankbar, dass wir unseren Glauben frei leben d\u00fcrfen, ohne daf\u00fcr verfolgt zu werden. Aber seien wir vorsichtig, dass wir <strong>den Wert unseres Glaubens an Christus<\/strong> nicht geringsch\u00e4tzen, weil er uns Christen im Westen scheinbar nicht so viel abverlangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr uns gilt: <strong>nur im Sterben kann neues Leben erstehen.<\/strong> Im Tod ist Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erleben wir am deutlichsten in der Natur. \u201e<strong>Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es reiche Frucht.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Darum ist Christus f\u00fcr uns Mensch geworden. Darum d\u00fcrfen wir Ostern feiern. Heuer hoffentlich wieder gemeinsam. Das w\u00fcnsche ich ihnen und darauf freue ich mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Pfarrer i. R. <strong>Johann Zarl<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum 5. Fastensonntag: B&nbsp; Johannes 12,20-26 Ein Weizenkorn versteckte sich in der Scheune. Es wollte nicht ausges\u00e4t werden. Es wollte sich nicht opfern und sterben. Es wollte sein Leben retten. Es wollte prall und goldgelb bleiben. Es wollte sich selbst finden und verwirklichen. Es wurde nie zu Brot. Es kam nie auf den Tisch. 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