{"id":4212,"date":"2021-02-05T16:11:15","date_gmt":"2021-02-05T15:11:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=4212"},"modified":"2021-02-05T16:11:18","modified_gmt":"2021-02-05T15:11:18","slug":"alle-suchen-dich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/alle-suchen-dich\/","title":{"rendered":"&#8222;Alle suchen dich&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><u>5. Sonntag im Jkr.:<\/u><\/strong> B&nbsp; 7. 2. 2021<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Mensch ist ein Suchender<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eAlle suchen dich\u201c<\/em><\/strong>, so sagen die J\u00fcnger zu Jesus, nachdem sie selbst lange nach ihm gesucht hatten. <strong>Alle suchen Jesus Christus.<\/strong> Diese Feststellung k\u00f6nnen wir leider heute nicht mehr so machen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Warum haben die Menschen Jesus gesucht?<\/em> Weil sie geh\u00f6rt haben, dass er die Kranken heilen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sehnsucht nach Heil ist die Triebfeder der Menschen<\/strong>. Ich glaube, das ist heute gar nicht viel anders als damals.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Buchhandel kann man h\u00f6ren, dass die B\u00fccher zum Thema Gesundheit die Verkaufsschlager sind. Wenn das Katholische Bildungswerk einen Vortrag zum Thema Gesundheit anbietet, dann ist meistens garantiert, dass der Saal voll ist. Bei einem rein theologischen Thema kommen meistens nur wenige.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Warum ist das so? Suchten die Menschen damals wirklich Jesus?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Alle suchen. Die beiden ersten Worte dieses Satzes im heutigen Evangelium, die stimmen ganz sicher. <strong>Alle suchen<\/strong> &#8230; <strong>alle sind auf der Suche<\/strong> &#8211; die Sehnsucht nach Gl\u00fcck, Geborgenheit und Best\u00e4ndigkeit, die treibt wohl alle Menschen mehr oder weniger heftig an. Der Mensch ist ein Leben lang auf der Suche. <strong><em>Die tiefste Triebfeder im Menschen ist die Sehnsucht<\/em><\/strong>, sagt uns die <strong>Dichterin Nelly Sachs<\/strong>, wenn sie es so formuliert. <strong><em>\u201eAlles beginnt mit der Sehnsucht.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber, ob in Jesus Christus unsere Sehnsucht, unsere Suche ein Ziel erkennen kann, das ist eine Frage, die jeden von uns angeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Evangelium heute berichtet: Da haben die Menschen gro\u00dfartige Zeichen vom Herrn gesehen. Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus, die mit Fieber im Bett liegt. Die Leute bringen die Kranken und Besessenen zu Jesus und er heilt viele. Der Andrang wird so gro\u00df, dass er schon in aller Fr\u00fch aufbricht und sich in die Stille zur\u00fcckzieht. Daher machen sich die J\u00fcnger auf die Suche nach ihm und sie berichten ihm: \u201e<strong>Alle suchen dich!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seien wir ehrlich: Wenn heute irgendwo so ein Guru auftritt, der Heilung verspricht, dann laufen ihm auch die Massen nach. Alle sehnen sich nach Heilung. Das Gott uns Heil verspricht, haben wir Menschen vielfach vergessen. Oder anders ausgedr\u00fcckt. Erleben die Menschen an den Christen heute, dass Jesus Heil schenkt. Sie kennen das Zitat von Friedrich Nietzsche: <strong><em>\u201eDie Christen m\u00fcssten erl\u00f6ster ausschauen, damit ich ihrer Botschaft glauben k\u00f6nnte!\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ja, warum sieht man den Christen die Erl\u00f6sung nicht an?<\/em> Weil sie nicht das Gl\u00fcck und Heil bei Gott, sondern das Gl\u00fcck und Heil in dieser Welt suchen. Das Heil der Welt als oberste Maxime muss den Menschen immer wieder entt\u00e4uschen, weil es sehr begrenzt, ja nur endlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heutige Lesung aus dem <strong>Buch Ijob<\/strong> sagt uns das sehr eindringlich. Sie m\u00fcsste uns eigentlich vom Hocker rei\u00dfen: <strong><em>&nbsp;\u201eUnser Leben ist nur ein Hauch. Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist das nicht die Erfahrung, die viele machen, wenn sie \u00e4lter werden und ein wenig innehalten und ihr Leben bedenken. \u201e<strong><em>Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Jesus h\u00f6ren wir heute im Evangelium. Die Leute suchen ihn, weil er in aller Fr\u00fche in die Einsamkeit gegangen ist, um zu beten, um mit Gott Zwiesprache zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jesus l\u00e4dt uns heute ein. <\/strong>Vergesst nicht, immer wieder inne zu halten, die Seele nachkommen zu lassen, das Leben immer wieder neu zu orientieren an dem, der allein unserem Leben Heil und Heilung schenken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort wo der Faden meines Lebens ausgeht, <strong>da streckt Gott mir seine Hand entgegen.<\/strong> Und ich darf sie ergreifen. Das gibt mir Halt. Das erf\u00fcllt mich mit Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn ihn heute nicht mehr alle suchen. Wer Gott sucht, von dem wird er sich finden lassen. Gott l\u00e4sst keinen im Stich, der sich ehrlich nach ihm auf die Suche macht. <strong><em>Ist das nicht ungeheuer tr\u00f6stlich? Macht nicht diese Zusage unser Leben erst wirklich reich?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Pfarrer i.R. Johann Zarl<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. Sonntag im Jkr.: B&nbsp; 7. 2. 2021 Der Mensch ist ein Suchender \u201eAlle suchen dich\u201c, so sagen die J\u00fcnger zu Jesus, nachdem sie selbst lange nach ihm gesucht hatten. Alle suchen Jesus Christus. Diese Feststellung k\u00f6nnen wir leider heute nicht mehr so machen. Warum haben die Menschen Jesus gesucht? 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