{"id":4040,"date":"2021-01-15T15:53:58","date_gmt":"2021-01-15T14:53:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=4040"},"modified":"2021-01-15T15:54:37","modified_gmt":"2021-01-15T14:54:37","slug":"wo-wohnst-du-gedanken-zum-2-sonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/wo-wohnst-du-gedanken-zum-2-sonntag\/","title":{"rendered":"&#8222;Wo wohnst du?&#8220; Gedanken zum 2. Sonntag im Jahreskreis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Impuls zum 2. Sonntag im Jahreskreis B<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Evangelium: Joh 1, 35-42<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gelegentlich lese ich die Partnerschaftsannoncen im Regionalteil der Zeitung. &nbsp;Da wundere ich mich oft \u00fcber die Personenbeschreibungen vom \u00bbgutaussehenden Porschefahrer\u00ab \u00fcber die \u00bbwarmherzige Krankenpflegerin\u00ab mit der guten Figur bis zum \u00bbr\u00fcstigen Rentner\u00ab? \u00bbEr sucht sie\/sie sucht ihn\u00ab, das sind noch immer die klassischen Spalten in der Wochenendausgabe der Zeitung. Inzwischen wird l\u00e4ngst vermehrt im Internet gesucht\u2013 nach Freunden, unternehmungslustigen Gleichgesinnten, Reisegef\u00e4hrten und Partnern beiderlei Geschlechts. Vermutlich wird dabei ziemlich h\u00e4ufig die Wahrheit gesch\u00f6nt. Die Gesichtsaufnahmen, Gewichtsangaben und der Gesundheitszustand, die vielseitigen Interessen und das hohe Bildungsniveau, das dort angegeben wird, l\u00e4sst manchen Zweifel aufkommen. Wer sich wirklich hinter einer Annonce, einem Facebook-Profil verbirgt, erfahren wir erst, wenn es zu einer echten Begegnung kommt. Und auch dann, bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee an einem neutralen Ort, kann noch vieles vorget\u00e4uscht werden und unbemerkt bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zuk\u00fcnftigen J\u00fcnger, mit denen Jesus in Kontakt tritt, wollen genauer wissen, mit wem sie es zu tun haben. Sie gehen ihm und seiner Sache nach und sie stellen die Frage: \u00bbWo wohnst du?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man so gefragt wird, kann man sich mit einer Visitenkarte aus der Aff\u00e4re ziehen oder Farbe bekennen und die Fragenden zu sich einladen. Wer die R\u00e4ume eines anderen Menschen betritt, erf\u00e4hrt eine ganze Menge \u00fcber dessen Pers\u00f6nlichkeit, seinen Geschmack, seinen Ordnungssinn, die Hobbys und Interessen. Der B\u00fccherschrank ist aussagekr\u00e4ftig, der Zustand der K\u00fcche und die Art und Weise, wie man bewirtet wird. Privatr\u00e4ume haben zumeist einen Eigengeruch, der auf manche Vorlieben der Bewohner schlie\u00dfen l\u00e4sst: Wird hier ausreichend gel\u00fcftet und geputzt? Leben da Raucher? Mag man hier Knoblauch, Parf\u00fcm, Tiere? Wenn jemand unverhofft, wie die J\u00fcnger im Evangelium, mitk\u00e4me in mein Zuhause, was w\u00fcrde er \u00fcber mich erfahren?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Evangelium erz\u00e4hlt nicht, was die J\u00fcnger bei Jesus vorgefunden und angetroffen haben. Es wird ihnen dort gefallen haben, denn sie sind an jenem Tag und von da an immer bei ihm geblieben. Nach dem Hausbesuch fiel prompt die Entscheidung zur Nachfolge. Dabei hatte Jesus mit Sicherheit keine besondere Unterkunft. Schlichtheit ist sein Markenzeichen. Was mag die J\u00fcnger so beeindruckt haben an diesem Nachmittag?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDer ist gut bei sich zuhause\u00ab oder \u00bbDie ruht in sich\u00ab, so sagen wir \u00fcber Leute, die man nicht so leicht aus dem Gleichgewicht bringt und die mit tragf\u00e4higem Selbstvertrauen ausgestattet sind. Solche Menschen strahlen Sicherheit und Verl\u00e4sslichkeit aus. In ihrer Gegenwart f\u00fchlt man sich wohl und bleibt gerne, auch wenn die Ausstattung ihrer Wohnung einfach ist und das Mobiliar Gebrauchsspuren aufweist. Jesus hat noch viel mehr zu bieten. Er ist bei Gott beheimatet, tief verbunden mit dem Himmlischen und gleichzeitig so herrlich irdisch! Im Betreten seiner Privatsph\u00e4re konnten die J\u00fcnger diese einzigartige N\u00e4he, dieses Zusammentreffen von G\u00f6ttlichem und Menschlichem sp\u00fcren. Es muss sie begeistert und \u00fcberzeugt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWo wohnst du?\u00ab Wenn Menschen so fragen und eine Einladung erhalten, mitzukommen, zu sehen und zu erleben, was den anderen ausmacht, wird diese Erfahrung sie ver\u00e4ndern. \u00bbWo wohnst du?\u00ab, so k\u00f6nnen und d\u00fcrfen auch wir fragen, um n\u00e4her bei Jesus zu sein. Er ist Gottes Mensch gewordenes Wort, hat unter uns gewohnt und tut es noch immer, l\u00e4dt uns ein und l\u00e4sst sich von uns einladen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor jedem Kommunionempfang beten wir wie der Hauptmann: \u00bbHerr ich bin nicht w\u00fcrdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort\u2026\u00ab Dieses Wort ist ein f\u00fcr alle Mal gesprochen. Er hat uns f\u00fcr w\u00fcrdig erkl\u00e4rt, ihn zu empfangen. Er kehrt ein unter unser Dach, auch wenn manchmal nicht alles in Ordnung ist bei uns. Vielleicht lautet seine Antwort auf die Frage nach seiner Heimatadresse so wie in einer bekannten Weisheitsgeschichte: \u00bbIch wohne immer da, wo man mich einl\u00e4sst.\u00ab \u00d6ffnen wir ihm die T\u00fcr und das Herz. Es lohnt sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Monika Gundendorfer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Impuls zum 2. 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