{"id":2695,"date":"2020-08-14T22:06:56","date_gmt":"2020-08-14T20:06:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=2695"},"modified":"2020-08-14T22:10:24","modified_gmt":"2020-08-14T20:10:24","slug":"es-ist-nicht-recht-das-brot-den-kindern-wegzunehmen-und-den-hunden-vorzuwerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/es-ist-nicht-recht-das-brot-den-kindern-wegzunehmen-und-den-hunden-vorzuwerfen\/","title":{"rendered":"&#8222;Es ist nicht recht das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><u>20. Sonntag im Jahreskreis<\/u><\/strong>: <strong>A <\/strong>16.8.2020<\/p>\n\n\n\n<p>Das heutige Sonntagsevangelium ist eine echte Herausforderung. So kennen wir doch Jesus nicht! Sein Wort: <strong><em>\u201eEs ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen\u201c<\/em><\/strong> tut sogar uns heute als Zuh\u00f6rer weh.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht einmal die Bitte der J\u00fcnger: <strong><em>\u201eHerr, befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her<\/em><\/strong>\u201c, n\u00fctzt etwas. Warum wohl?<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus m\u00f6chte an Hand der kanaan\u00e4ischen Frau den Glauben seiner J\u00fcnger hinterfragen. Und damit sind wir bei uns selber, bei dem, was dieses Evangelium dir und mir sagen m\u00f6chte. Dazu zur Verdeutlichung:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schriftsteller <strong>Kurt Martin Magiera<\/strong> hat in seinen Erz\u00e4hlungen eine Figur geschaffen, &#8211; er nennt sie <strong>Herr Zett<\/strong> &#8211; dessen \u00fcberraschenden Einf\u00e4lle mich beim Lesen faszinieren haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal hat er etwas ganz Verr\u00fccktes getan: Herr ZETT brachte eines Tages einen Koffer voll kleiner H\u00e4mmer mit in die Kirche, wo er sie kostenlos anstatt der \u00fcblichen Kerzen verteilte. <strong><em>\u201eZum Abklopfen der Fassade!\u201c<\/em><\/strong> kl\u00e4rte er die Neugierigen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Provokation, aber eine heilsame. Herr ZETT stellt mich vor die Frage: <strong><em>Ist mein Glaube echt?<\/em><\/strong> H\u00e4lt der Inhalt meines Glaubensgeb\u00e4udes, was die Fassade verspricht? Sind die Worte, die ich im Gottesdienst h\u00f6re oder spreche, durch meine \u00dcberzeugungen und Taten gedeckt? Er gibt keine Anweisungen, was ich im Einzelnen tun soll. Er sagt nur: <strong>Pr\u00fcfe einmal<\/strong>, ob du das, was du sagst, auch wirklich meinst. Ob hinter den gro\u00dfen Worten wie Gemeinschaft, Dienst, N\u00e4chstenliebe oder Teilen auch eine Lebenspraxis steht:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Fassade der kanaan\u00e4ischen Frau hat den Schl\u00e4gen Jesu standgehalten<\/strong> und Jesus ist \u00fcberw\u00e4ltigt von ihrem gro\u00dfen Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das heutige Evangelium l\u00e4dt uns im Blick auf die heidnische Frau und ihren Glauben ein, wieder einmal die Fassade unseres Lebens- und Glaubensgeb\u00e4udes abzuklopfen. Vielleicht muss manches abbr\u00f6ckeln, was hohl und leer geworden ist. Es kann mir aber auch wieder einmal deutlich machen, und daf\u00fcr darf ich dankbar sein, wie viel Gutes hinter meiner Fassade steckt. Vielleicht l\u00e4sst mich so ein Blick hinter die Fassade wieder einmal entdecken: Wie viel Gutes ist auch mir in die Hand gegeben oder konnte ich selbst erreichen. Vielleicht gilt das Wort Jesu auch mir: Dein Glaube ist gro\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kann vielleicht auch von mir Heil ausgehen, wenn ich mein Herz \u00f6ffne f\u00fcr die Menschen in Not. Gelegenheit dazu ist heute, wenn in den Kirchen bei der <strong>Augustsammlung f\u00fcr die \u00c4rmsten der Armen in Afrika<\/strong> gesammelt wird, die auf die Brotreste warten, die vom Tisch unserer Wohlstandsl\u00e4nder fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen allen ein gesegneten Sonntag! <\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer in R. Johann Zarl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20. Sonntag im Jahreskreis: A 16.8.2020 Das heutige Sonntagsevangelium ist eine echte Herausforderung. So kennen wir doch Jesus nicht! Sein Wort: \u201eEs ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen\u201c tut sogar uns heute als Zuh\u00f6rer weh. 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