{"id":2657,"date":"2020-08-07T14:01:29","date_gmt":"2020-08-07T12:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=2657"},"modified":"2020-08-07T14:01:31","modified_gmt":"2020-08-07T12:01:31","slug":"warten-auf-das-sanftes-leises-saeuseln-von-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/warten-auf-das-sanftes-leises-saeuseln-von-gott\/","title":{"rendered":"Warten auf das &#8222;Sanftes, leises S\u00e4useln&#8220; von Gott"},"content":{"rendered":"\n<p>WARTEN AUF DAS \u201eSANFTES, LEISES S\u00c4USELN\u201c VON GOTT<\/p>\n\n\n\n<p>Gedanken zum 19. Sonntag<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild von Gott, das uns im Alten Testament gegeben wird, ist oft das eines Milit\u00e4rbefehlshabers, der manchmal r\u00fccksichtslos gegen\u00fcber seinen Feinden ist. Er wird als F\u00fchrer dargestellt, der mit schwerer Hand f\u00fchrt. Noch heute f\u00e4llt es dem Gott, den Jesus vorgestellt hat, dem barmherzigen Vater, schwer, seinen Platz in unseren Herzen zu finden. Sicher gibt es im Alten Testament auch ganz andere Gottesbilder. Im Buch Genesis zum Beispiel sehen wir einen Gott, der beim Tagwind im Garten einen Spaziergang macht. Im Buch Exodus spricht Mose von einem barmherzigen und gn\u00e4digen Gott, langm\u00fctig und reich an Huld und Treue: Er bewahrt tausend Generationen Huld, nimmt Schuld, Frevel und S\u00fcnde weg. Im Psalm 145 h\u00f6ren wir: Der Herr ist gn\u00e4dig und barmherzig, langm\u00fctig und reich an Huld. Der Herr ist gut zu allen, sein Erbarmen waltet \u00fcber all seinen Werken. Der Prophet Micha sagt: Wer ist Gott wie du, der Schuld verzeiht und an der Verfehlung vor\u00fcbergeht f\u00fcr den Rest seines Erbteils! Nicht h\u00e4lt er auf ewig fest an seinem Zorn, denn er hat Wohlgefallen daran, g\u00fctig zu sein. Ja, du wirst in die Tiefen des Meeres werfen alle ihre S\u00fcnden. Im Buch Jesaja lesen wir: Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen gegen\u00fcber ihrem leiblichen Sohn? Selbst wenn sie ihn vergisst, ich vergesse dich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild von Gott wird uns in der ersten Lesung von heute pr\u00e4sentiert: Der Prophet Elija sucht Gott im m\u00e4chtigen Sturm, im Erdbeben und im Feuer, aber vergeblich. Am Ende geht Gott wie ein sanftes, leises S\u00e4useln an ihm vorbei und der Prophet bedeckt sein Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Passage der heutigen Lesung stammt aus dem 19. Kapitel des ersten Buches der K\u00f6nige. Elija forderte den G\u00f6tzendienst der Israeliten heraus und besiegte die Propheten von Baal, und der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin drohten ihm mit dem Tod. In Vers 3 hei\u00dft es: Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er bittet Gott: Nun ist es genug. Herr, nimm mein Leben. F\u00fcr die Sache Gottes einzutreten, ist nicht ungef\u00e4hrlich. Die Herausforderung, den Namen Jesu zu bekennen, ist heute nicht leicht. Die Einsch\u00fcchterung&nbsp; kommt von Terror und Verfolgung, aber nicht nur: Sie kommt auch von denen, die das Evangelium und die Kirche st\u00e4ndig verspotten. Wenn es um christliche Werte geht, k\u00f6nnen die hochgezogene Augenbraue und die ver\u00e4chtliche Stille Mittel sein, um zu versuchen, den Gl\u00e4ubigen einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Gott wird Elija nicht einfach fallen lassen. Ein Engel des Herrn gibt ihm Brot und Wasser und dadurch gest\u00e4rkt wandert er durch die W\u00fcste, 40 Tage, und erreicht den Berg Horeb und geht in eine H\u00f6hle, um dort zu \u00fcbernachten. Dort hat er die Gotteserfahrung, wie es in der Lesung geschildert wird. Danach sagt ihm Gott: Geh deinen Weg durch die W\u00fcste zur\u00fcck und begib dich nach Damaskus. Mit anderen Worten sagt Gott: Begib dich in deinen Alltag zur\u00fcck und tue deine Arbeit weiter. Habe keine Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Evangelium gibt uns dieselbe Botschaft. Hab keine Angst. Der Evangelist wollte damals mit dieser Geschichte vom Stillen des Sturmes den Christen seiner Zeit, die wegen des Glaubens bedroht und verfolgt wurden, Mut machen. Und auch wir bekommen heute mehr denn je den Gegenwind in der Welt zu sp\u00fcren, im Bekenntnis zu Gott, zur Kirche, in der Nachfolge Jesu. Aber Gott ist da wie ein sanftes leises S\u00e4useln, in den Worten Jesu: Habt Vertrauen, f\u00fcrchtet euch nicht. Nicht kleingl\u00e4ubig sein, nicht zweifeln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viel Kritik \u00fcber die Art und Weise, wie die Kirche ihre Aktivit\u00e4ten in der Corona-Zeit organisiert hat. Man hat der Kirche Versagen und Mutlosigkeit vorgeworfen. Sicher war die Kirche nicht besonders wortgewaltig, aber das leise, sanfte, t\u00e4gliche Handeln der Kirche war und ist \u00fcberall zu sp\u00fcren. Dies m\u00f6chten wir mit Gottes Hilfe fortsetzen. Kraft schaffen wir daf\u00fcr im Still-Werden, im Gebet, wie der Prophet in der H\u00f6hle, wie Jesus auf dem Berg.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Isaac Padinjarekuttu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WARTEN AUF DAS \u201eSANFTES, LEISES S\u00c4USELN\u201c VON GOTT Gedanken zum 19. Sonntag Das Bild von Gott, das uns im Alten Testament gegeben wird, ist oft das eines Milit\u00e4rbefehlshabers, der manchmal r\u00fccksichtslos gegen\u00fcber seinen Feinden ist. Er wird als F\u00fchrer dargestellt, der mit schwerer Hand f\u00fchrt. 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