{"id":2432,"date":"2020-06-12T14:08:48","date_gmt":"2020-06-12T12:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=2432"},"modified":"2020-06-12T14:11:40","modified_gmt":"2020-06-12T12:11:40","slug":"impulsgedanken-zum-11-sonntag-im-jahreskreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/impulsgedanken-zum-11-sonntag-im-jahreskreis\/","title":{"rendered":"Impulsgedanken zum 11. Sonntag im Jahreskreis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><u>Gedanken zum 11. Sonntag im Jahreskreis<\/u><\/strong>: A 14. Juni 2020 <em>(Mt 9,36 &#8211; 10,8)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie aktuell die Botschaft Jesu, das Evangelium ist, zeigt dieser Sonntag. Jesus sieht die vielen Menschen, die m\u00fcde und ersch\u00f6pft sind wie Schafe, die keinen Hirten haben. <em>\u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenig Arbeiter\u201c<\/em>, h\u00f6ren wir aus dem Munde Jesu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ja, das ist auch unsere Situation heute!<\/strong> Wir merken es auch in unserem Pfarrverband. So viel w\u00e4re zu tun. Die Menschen brauchen Hirten, die f\u00fcr sie da sind, die ihnen den Weg weisen, die ermutigen, heilen, von Schuld lossprechen. Dabei geht fast die ganze Energie in Organisation auf. Z\u00e4hlen, wie viele in die Kirche d\u00fcrfen u.\u00e4.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alles umsonst!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es wundert mich dann nicht, wenn ich fast frustriert h\u00f6re: <strong><em>&nbsp;\u201eEs ist ja eh alles umsonst &#8230;\u201c<\/em><\/strong> Wie oft sagen wir das. Wir haben uns nach Kr\u00e4ften engagiert, aber der erhoffte Erfolg bleibt aus. Wir haben viel investiert und es ist kein Fortschritt zu erkennen, eher geht alles zur\u00fcck. Es lohnt sich nicht, denken wir: <strong><em>\u201eEs ist ja doch <\/em><\/strong><strong><em>alles umsonst &#8230;\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das lateinische Wort f\u00fcr dieses \u201eumsonst\u201c hei\u00dft <strong>frustra<\/strong>, es ist heute in aller Munde: <strong>frustriert!<\/strong> Ich bin frustriert, weil meine Anstrengungen so wenig bringen; ich bin frustriert, weil ich nicht weiterkomme; ich bin frustriert, weil bei all meinem religi\u00f6sen Bem\u00fchen, bei Gebet, Gottesdienst und N\u00e4chstenliebe so wenig herausspringt. Alles umsonst!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gratis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein ganz anderes Umsonst: <strong><em>\u201eUmsonst habt ihr emp<\/em><\/strong><strong><em>fangen, umsonst sollt ihr geben\u201c<\/em><\/strong>, so h\u00f6ren wir es diesen Sonntag im Evangelium aus dem Munde Jesu. <strong>Das ist ein Kernwort unseres Glaubens<\/strong>. Im lateinischen Text steht da nicht frustra, sondern <strong>gratis<\/strong>. Das klingt ganz anders. Unser deutsches <strong>\u201eumsonst\u201c<\/strong> ist doppeldeutig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die lateinische Sprache hat daf\u00fcr zwei Ausdr\u00fccke: <strong>frustra und gratis<\/strong>. Was ich euch geben m\u00f6chte, sagt Jesus, das k\u00f6nnt ihr euch nicht erarbeiten, <strong>das bekommt ihr gratis<\/strong>. Das folgt nicht den Gesetzen des Rechnens, sondern des Schenkens. <strong>Ihr empfangt das Heil umsonst<\/strong>. Es ist von seinem Wesen her ganz und gar gratis. Deshalb k\u00f6nnt ihr es auch nur umsonst weitergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Erfahrungen, die kann man nicht machen oder mit Geld kaufen. Auch nicht mit dem gr\u00f6\u00dften Einsatz seiner Talente.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Den Glauben<\/strong> kann man nicht herstellen, er stellt sich ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freude<\/strong> kann man nicht herstellen, sie stellt sich ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liebe<\/strong> kann man nicht herstellen, sie stellt sich ein. Man kann sie sich letztlich nicht verdienen, sie ist gratis. Wer an verschm\u00e4hter Liebe leidet, der wei\u00df, dass Geliebt-Werden <strong>Gnade<\/strong> ist. Liebe ist unbezahlbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Geschenk des Himmels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So ist es mit der Liebe Gottes, die sich in Jesus Christus offenbart hat. Sie ist nicht zu verdienen, f\u00fcr kein Geld in der Welt. <strong>Sie ist unbezahlbar, gratis<\/strong>. Wer seinen Glauben berechnen will in Aufwand und Ertrag, der merkt bald: Das bringt nichts, das ist umsonst, und er ist frustriert. Wer ihn dagegen wie ein Geschenk des Himmels annimmt, der merkt bald: <strong>Das kann ich mir gar nicht verdienen und erkaufen, das ist unbezahlbar, gratis<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gratis<\/strong>, darin steckt das lateinische <strong>gratia (= Dank<\/strong>). Dank ist nicht gleichzusetzen mit Erfolg oder Entgelt. Aber Dank ist <strong>auch nicht nichts<\/strong>. Dank ist die angemessene Antwort auf das empfangene Geschenk. Er geb\u00fchrt zun\u00e4chst nicht den Boten des Evangeliums. Sicher ist auch ihnen zu danken, wenn sie gratis weitergeben, was sie empfangen haben. Aber an erster Stelle und vor allem ist Christus zu danken, denn von ihm haben wir das Heil empfangen. <strong>Darum feiern wir <\/strong><strong>die Eucharistie, die gro\u00dfe Danksagung der Kirche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ich w\u00fcsche Ihnen einen Sonntag, an dem sie entdecken, wie beschenkt sie sind! Umsonst! Gratis!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ihr Pfarrer in R. Johann Zarl<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum 11. Sonntag im Jahreskreis: A 14. Juni 2020 (Mt 9,36 &#8211; 10,8) Wie aktuell die Botschaft Jesu, das Evangelium ist, zeigt dieser Sonntag. 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