{"id":2122,"date":"2020-05-01T16:08:52","date_gmt":"2020-05-01T14:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/?p=2122"},"modified":"2020-05-01T16:09:58","modified_gmt":"2020-05-01T14:09:58","slug":"jesus-die-tuer-zum-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kj-valentin.at\/wp_pfarrevalentin\/jesus-die-tuer-zum-leben\/","title":{"rendered":"Impuls zum 4. Sonntag nach Ostern &#8222;Jesus, die T\u00fcr zum Leben&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Jesus, die T\u00fcr zum Leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Jahr begeht die Kirche am 4. Ostersonntag den Weltgebetstag f\u00fcr geistliche Berufe. Diese Feier wurde 1964 vom Papst Paul VI. eingef\u00fchrt. Wir alle tragen Verantwortung. Die Berufungen zum Christsein, Priestertum, Ordensleben oder andere Formen der Nachfolge Jesu kann man nicht einfach planen und organisieren. Sie fallen auch nicht einfach vom Himmel. Ja, selbst das Gebet um Berufungen, so wichtig und unverzichtbar es ist, reicht allein nicht immer aus. Heute wie damals vor 2000 Jahren ist es der Herr selbst, der Menschen ruft. Nur er kann die Herzen von Menschen ber\u00fchren und ergreifen. Nur er selbst kann in das Leben von Menschen eintreten und zu einer Freundschaft einladen, die niemals endet und, die das Herz erfreut. Doch wo ist heute dieser rufende Gott? Die Tatsache ist, dass die Zahl derer, die geistliche Berufe aufnehmen wollen, sehr gering ist. Deshalb wird diese Frage immer aktueller. Wo k\u00f6nnen Menschen Gott heute erfahren, seine N\u00e4he sp\u00fcren und seine Stimme h\u00f6ren?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen es. Gott lebt dort, wo Kirche gelebt wird. Wo Menschen in der gegenseitigen Liebe geschwisterlich miteinander leben, da wohnt Gott in ihrer Mitte, da ist der rufende Gott. Das bekannte Lied mit dem Jesuswort: &#8222;Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.&#8220; ist fast zu einem Schlager geworden. Vielleicht geht uns dieses Lied zu leicht \u00fcber die Lippen. Im Namen Jesu versammelt sein hei\u00dft: in seiner Liebe beisammen zu sein. Eine Liebe, die alle meint, sogar die Feinde; eine Liebe, die sich klein machen kann und dient; eine Liebe, die bedingungslos liebt; eine Liebe, die sich ganz in den anderen hinein versetzt und Freude und Schmerz mit ihm teilt. Wo Christen in dieser Liebe zusammenleben, wo diese Liebe gegenseitig wird, konkret gelebt wird, da ist Gott. Da wohnt Gott in ihrer Mitte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass da, wo Christen so leben, wo wir in herzlicher Freundschaft ein Netz lebendiger, liebevoller Beziehungen verwirklichen, der rufende Gott anwesend ist. In einer Kirche und in einer Gemeinde, in der in vielen Gruppen und Gemeinschaften Familie erlebt wird, wo man diese Freude erf\u00e4hrt, dort sp\u00fcrt man die Gegenwart Jesu in ihrer Mitte.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem solchen Klima der Einheit sind Menschen fasziniert und werden dadurch angezogen. Dort sp\u00fcren sie die Einladung zum Christsein. Dort wird die sch\u00f6nste und grundlegendste Berufung geweckt: Die Berufung zum Christsein. Dort geschehen dann auch besondere Berufungen: die zur christlichen Ehe und Familie, zum Priester und Ordensberuf, zum pastoralen Dienst und Berufungen jeglicher Art. Nehmen wir diesen Tag der geistlichen Berufe zum Anlass, uns neu \u00fcber unsere eigene Berufung zum Christsein zu freuen. Beten wir, dass die Kirche alle Dienste und Berufungen hat, die sie heute braucht, um ein guter Lebensraum f\u00fcr uns Menschen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im heutigen Evangelium sagt Jesus, dass er die T\u00fcr ist, die sich immer wieder f\u00fcr alle \u00f6ffnet und uns die Weide der Freiheit und des Lebens schenkt. Jesus \u00f6ffnet uns die T\u00fcr des Glaubens, die zum Leben f\u00fchrt, weil er gesagt hat: \u201eIch bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in F\u00fclle haben\u201c. Er garantiert absolute Verl\u00e4sslichkeit und Sicherheit f\u00fcr das Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus ruft uns immer zu diesem Leben in Freiheit und Frieden. Die geistlichen Berufe sind ein Ruf Menschen dieses Leben in Freiheit und Frieden zu erm\u00f6glichen. Das ist ein Ruf, um T\u00fcren f\u00fcr anderen zu werden und zu \u00f6ffnen. Wir Christen sollen auch von uns sagen: \u201eIch bin die T\u00fcr\u201c, wie Jesus es sagt. Ich bin daf\u00fcr da, andere zu sch\u00fctzen, ihnen \u00c4ngste zu nehmen und Geborgenheit zu schenken. Ein Christ ist niemals nur f\u00fcr sich selbst da. Wie Christus ist er immer da f\u00fcr die anderen. Der Ruf bedeutet f\u00fcr andere Menschen zu leben, wie Mutter Theresa von Kalkutta oder Maximilian Kolbe usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider m\u00fcssen wir feststellen, dass es manchmal schwarze Schafe nicht nur unter den Schafen gaben, sondern auch unter den Hirten. Die Skandale der letzten Jahre haben das schwerwiegende Versagen und den besonders tiefen Vertrauensverlust gegen\u00fcber den Hirten offengelegt. Im Evangelium geht es nicht nur um den Hirten Jesus, sondern um die, die ihn repr\u00e4sentieren, die in seiner Nachfolge seine Herde weiden. Als entscheidendes Kriterium wird genannt, dass der Hirt durch die T\u00fcr zu den Schafen geht und nicht sonst irgendwie einsteigt in den Stall. Die T\u00fcr selbst ist aber Jesus. Durch ihn und mit ihm und in ihm nimmt man legitim am Hirtendienst teil. Wir beten heute, dass alle, die Verantwortung in der Kirche tragen, nach dem Beispiel des guten Hirten Jesus leben und handeln. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich haben wir heute auch Gelegenheit, denen zu danken, die in den Ordensgemeinschaften und in anderen Formen des Gott-geweihten Lebens auf so vielf\u00e4ltige Weise in der Nachfolge Jesu stehen. Dankend denken wir auch an die Frauen und M\u00e4nner, die hauptamtlich und ehrenamtlich, liebevoll und aufopfernd, ihren Dienst in unseren Pfarren tun. Sie zeigen damit, dass wir alle diesen Ruf Jesu verwirklichen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlie\u00dfe meine Gedanken mit einem Gebet: Herr, du hast uns zum Dienst in Deiner Kirche berufen, um Zeugen Deines Wortes und Deiner Liebe zu sein. Gib uns Deinen Geist f\u00fcr die Begegnung mit Menschen. Mache uns f\u00e4hig, miteinander zu helfen und zu lieben. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Isaak Padinjarekuttu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesus, die T\u00fcr zum Leben Jedes Jahr begeht die Kirche am 4. Ostersonntag den Weltgebetstag f\u00fcr geistliche Berufe. Diese Feier wurde 1964 vom Papst Paul VI. eingef\u00fchrt. Wir alle tragen Verantwortung. Die Berufungen zum Christsein, Priestertum, Ordensleben oder andere Formen der Nachfolge Jesu kann man nicht einfach planen und organisieren. 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