Holy: Jugend gestaltete Ölberg-Andacht!

Ölbergandacht am Gründonnerstag 2017

Thema: Vater, nimm diesen Kelch von mir!

Symbol: beleuchteter Kelch auf dem „nackten“ Altar

Setting: gleich im Anschluss an die Abendmahlsfeier, beginnt die Ölbergandacht mit einem Musikstück bzw. Lied. (Musik-Team: Kathi und Co.)

Musikstück/Lied:

Einführung:

Liebe Schwestern und Brüder! Nach der Feier des letzten Abendmahles, begleiten wir nun Jesus und seine Jünger auf den Ölberg. Jesus hat Angst und fühlt sich von Gott und von seinen Jüngern im Stich gelassen. Von Gott verlassen fühlen sich auch Menschen, die unter der Wucht von Leid, Krankheit oder Einsamkeit zusammenzubrechen drohen. Die Stunde der tiefsten Verlassenheit teilt Jesus Christus mit uns allen, mit dir und mit mir heute Abend – im Ölgarten Gethsemani.

Auf unserem Altar steht ein Kelch. Er erinnerst uns heute Abend an die Worte aus dem Mund Jesu: „Vater, bitte nimm diesen Kelch des Leidens aus meinem Leben! Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern der deine!“

Meditationstext:

Herr, mach mich heute Abend zu einem Kelch, offen zum Nehmen, offen zum Geben, offen zum Beschenkt werden, offen zum Bestohlen werden.

Herr, mach mich zu einem Kelch für dich, aus dem du etwas nehmen kannst, in den du etwas hineinlegen kannst.

Wirst Du bei mir etwas finden, was Du nehmen könntest? Bin ich wertvoll genug, sodass Du in mich etwas hineinlegen wirst?

Herr, mach mich zu einem Kelch für meine Mitmenschen, offen für die Liebe, für das Schöne, das sie verschenken wollen; offen für ihre Sorgen und Nöte,

offen für ihre traurigen Augen und ängstliche Blicke, die von mir etwas fordern. Herr, mach mich zu einem Kelch. Amen.

Musikstück/Lied:

Bibelstelle:

Aus dem Evangelium nach Lukas: (Lk 22, 39-46)

Nach dem Abendmahl, verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm. Als er dort war, sagte er zu ihnen: „Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!“ Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurfweit, kniete nieder und betete: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen“. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft. Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend; denn sie waren vor Kummer erschöpft. Da sagte er zu ihnen: „Wie könnt ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet“.

Musikstück/Lied:

Meditation:

Als Jesus an der Schwelle seines Leidensweges angekommen ist, befindet er sich in der Gegenwart des Vaters. Wie hätte es auch anders sein können, da sein heimlicher Dialog der Liebe mit dem Vater niemals aufgehört hatte? „Die Stunde ist da“, die von Anbeginn vorausgeahnte, den Jüngern angekündigte Stunde, die keiner anderen gleicht, die sie alle enthält und zusammenfasst, während sie sich in den Armen des Vaters vollenden. Und plötzlich fürchtet er sich vor jener Stunde. Von dieser Angst bleibt uns nichts verborgen. Aber da, in äußerster Angst, sucht Jesus im Gebet Trost beim Vater. An jenem Abend in Getsemani wird ein zermürbender Kampf Mann gegen Mann ausgefochten, der so hart ist, dass sich auf dem Angesicht Jesu der Schweiß in Blut verwandelt. Und Jesus wagt es ein letztes Mal, vor dem Vater der Beunruhigung Ausdruck zu geben, die ihn befällt: „Vater, wenn du willst, nimmt diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.

Zwei Willenskräfte stehen für einen Augenblick einander gegenüber, um dann in eine von Jesus schon angekündigte Hingabe der Liebe einzumünden: „Die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat“.

Wir halten eine kurze STILLE …

Rosenkranz: Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat

Musikstück/Lied:

Gebet:

Jesus, unser Bruder! Um allen Menschen den Weg auf Ostern hin zu öffnen, hast du Versuchung und Angst durchmachen wollen und hast uns so gelehrt, bei dir Trost zu suchen und deine Worte der Hingabe und des Festhaltens am Willen des Vaters zu wiederholen, die in Getsemani die Rettung der Welt bereitet haben. Lass die Welt durch deine Jünger die Macht deiner grenzenlosen Liebe erkennen, der Liebe, die darin besteht, dass einer sein Leben für die Freunde hingibt.

Jesus, im Garten am Ölberg, allein, vor dem Vater, hast du das Festhalten an seinem Willen erneuert. Wir danken dir für dein Vorbild, es möge uns Trost und Orientierung für unser eigenes Leben sein. Amen.

Danke für das Mitbeten unserer Ölbergandacht!