Predigten & geistliche Texte

Hier wirst du bald „nachlesenswerte“ Predigten und Texte von mir finden! Meine große Bitte: Achtet auf den Inhalt, nicht auf eventuelle Rechtschreibfehler!

„Baustellen-Predigt“ im Advent 2018 (Foto: Hanspeter Lechner)

Diakon Manuel Sattelberger

Predigt zum 30. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

L: Ex 22,20-26 – Ich habe Mitleid!

EV: Mt 22,34-40 – Das Wichtigste: Gott und seinen Nächsten Lieben!

Liebe Schwestern u. Brüder! (Lb. Ehrw. Schwestern!) Liebe Familien, Kinder u. Jugendliche, versammelte Gottesdienstgemeinschaft!

Zum heutigen Evangelium ist mir spontan, ein Bild auf Fassade der Pfarrkirche von Pettenbach (OÖ) eingefallen, dort sieht man Gottvater mit einer Tellerwaage in der Hand. In einer Waagschale liegt ein großer Geldbeutel, in der anderen Waagschale liegt ein Herz. Das Herz ist schwerer als der Geldbeutel!

            Ich für mich interpretiere dieses Herz als Sinnbild, als Zeichen für die Liebe! Um zum springenden Punkt zu kommen: Bei Gott zählt die Liebe! (mehr als alles „Andere“) Ein schönes Bild, aber auch eines das uns herausfordert und auch unser Miteinander in Frage stellt!

            Das Bild von der Seelenwaage kennen mir in der christlichen Kunst! Neu war mir, dass schon die alten Ägypter, die Vorstellung hatten, dass beim Totengericht die Herzen der Toten gewogen werden. In den alten Pyramiden findet man diese Vorstellung in Bildern.

            Aber zurück zum Evangelium: Jesus wird heute von einem Pharisäer, also einem der ganz penibel alle Gesetze und Rechtsvorschriften einzuhalten versuchte gefragt, welches das wichtigste Gebot ist! Gar nicht so einfach, kannte doch die Thora 613 Ge- und Verbote. (248 Gebote, 365 Verbote)

            Jesus gibt ihm die berühmte Antwort: Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allen Gedanken UND deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Diese Antwort Jesu ist gesessen. Und sie sitzt auch heute noch! Denn ist gelingt Ihnen das in jeder Situation ihres Lebens, liebe Schwestern und Brüder? Mir nicht! Obwohl ich mich wirklich bemühe.

            Wenn man die Worte Jesu ganz genau zerlegt und studiert, spricht er nämlich von 3 „Liebesrichtungen“. Schnell hört man Gott und den Nächsten sollst du lieben, aber „Dich selbst“ überhören wir oft!

            Selbstliebe ist kein Egoismus, Selbstliebe ist wichtig, denn wenn ich mich selbst nicht lieben kann, mich selbst nicht annehmen kann, so wie ich bin, mit Licht und Schatten, mit Talenten und Schwächen, wenn ich zu mir selbst nicht von ganzem Herzen „Ja, ich liebe mich!“ sagen kann, kann der Mensch auch andere nicht lieben! Wer sich selbst nicht leiden kann, kann schwer andere leiden. Jesus fragt uns heute in diesem Gottesdienst auch an, wie es um unsere Selbstliebe steht! Kann ich mich und mein Leben, meine Umstände, meine „Schicksale“ liebend annehmen? Kann ich mich zumindest die meiste Zeit mit einem Lächeln im Spiegel anschauen?

            Wenn ich Gott liebe, mit meinem ganzen Leben (das meint ja mit „ganzem Herzen, ganzer Seele und allen Gedanken“) und verstanden habe, dass ich mein Leben aufgrund seiner Zuvor-Liebe aufbauen und festigen darf, dann ist die Liebe zum Nächsten eine logische Schlussfolgerung, ja dann kann ich gar nicht anders als in diese 3 „Liebesrichtungen“ zu lieben!

            Liebe Schwestern und Brüder, ich weiß, dass hört sich in der Theorie, ja auch in meiner Predigt leichter an als es in Wirklichkeit ist! Und ich glaube fest daran, dass das auch Gott weiß und uns Zeit gibt, damit wir von Lebensjahr zu Lebensjahr liebevoller werden im wahrsten Sinn des Wortes! Denn das ist unsere Aufgabe Christen, dass wir uns als von Gott Geliebte und Bejahte selbst lieben und annehmen lernen, um dann den Nächsten aus vollstem Herzen bejahen zu können!

            Und genau aus diesem Grund, ist Jesus, die menschgewordene Liebe, „die Liebe in Person“ auf unsere Welt gekommen, um es uns vor-zuleben, um vor-zulieben, damit wir seinem Beispiel folgen, mit Erfolgen und Rückschritten, mit Versuch und Irrtum, aber auch immer mit dem Wissen im Hinterkopf: Das unser Gott, ein barmHERZiger Gott ist, einer dem unser Herz nicht egal ist! Möge das Bild an der Pfarrkirche von Pettenbach uns in der kommenden Woche „nachgehen“, damit wir die Liebe leben, im hier und heute! Amen.

Papst Franziskus sagte über das Vater Unser: „… unser tägliche LIEBE (Brot) gib uns heute!

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Diakon Manuel Sattelberger

Predigt zum Gründonnerstag 2018

L: (II.) 1 Kor 11,23-26 – Nahm das Brot, nahm den Kelch

EV: Joh 13,1-15 – Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe ehrw. Marienschwestern! Liebe Familien, liebe EK-Kinder, liebe Kinder, geschätzte Jugend! Hw. Hr. Pfarrer Geiblinger, versammelte Abendmahlsgemeinschaft!

Jesus hat viel gepredigt! Wenn man das neue Testament aufschlägt, auf jeder Seite können wir Worte von Jesus (nach-) lesen. In meinem Arbeitszimmer habe ich eine Karte über meinem Computerbildschirm hängen mit der Aufschrift: Man wirkt durch das was man sagt, mehr noch durch das, was man tun, am meisten wirkt man durch das, was man ist! (Ignatius von Antiochien, Hl. Des 2. Jahrhunderts)

            Jesus gibt uns heute Abend, drei Zeichen mit auf unseren Lebensweg!

In der Lesung haben wir gehört, wie der Apostel Paulus das Abendmahlsgeschehen beschreibt, diese Worte kann, so scheint es mir, fast jeder von uns auswendig zitieren, hören wir doch diese Worte und Sätze in jeder Hl. Messe bei der sogenannten Wandlung der Gaben!

            Jesus betet und nimmt Brot in seine Hände! Das 1. Zeichen, wenn man so will, dass ich mit euch heute Abend kurz bedenken möchte. Brot – ist das Nahrungsmittel aller Zeiten! Im Vater-Unser beten wir, dass Gott uns immer unser tägliches Brot geben möge! Brot ist der Inbegriff von Nahrung! Jesus möchte uns mit diesem Zeichen eindeutig sagen: Ich, Jesus, bin für euch Christenmenschen, so wichtig wie das tägliche Brot! Was das Brot vom Bäcker oder selbstgebacken für euren Magen ist, dass bin ich auf geistliche Weise, Ich bin eure Seelen-Speise! Nehmet und esset alle davon … das ist nicht Kannibalismus, wie man uns Christen auch schon einmal vorgeworfen hat! Jesu Leib, ER ist für uns das Brot, dass uns erst richtig leben lässt!

            Und oft habe ich den Eindruck, dass uns dieses geistliche Brot nicht mehr „vom Hocker haut“ … sollte es aber!

Jesus nimmt den Kelch mit Wein in seine Hände! Nehmet und trinket alle daraus! Wieder ein Zeichen: Ohne Blut kein Leben! Blut als Sitz des Lebens. Blut der Lebenssaft schlechthin! Wenn wir verbluten, dann sterben wir, unser ganzer Organismus wird vom Blut am Leben erhalten! Verstehen Sie, verstehst du was Jesus uns damit sagen will? Ich, Jesus, bin für euch Christinnen und Christen, so lebensnotwendig wie das Blut, dass in euren Adern fließt! Ohne mich, habt ihr das wahre, ewige Leben nicht in euch! Und damit sind wir keine Vampire, sind wir keine Blut-Sauger!

            Das dritte Zeichen, dass Jesus heute schier wortlos setzt, hat mehr mit Brot und Wein zu tun als wir oft denken! Das Evangelium erzählt uns heute von einem Skandal im Abendmahlssaal! Jesus nimmt sich die Waschschüssel und beginnt einem Jünger nach dem anderen die Füße zu waschen! Ein extrem starkes Zeichen! Es muss uns bewusst sein, dass Jesus hier den (Haus-) Sklavendienst vollzieht, der Letzte im Haus, der oft auch als das Letzte galt, musst die dreckigen Füße der Leute waschen, die von der Straße das Haus betraten! Das ist ja heute auch noch ähnlich so. Wenn wir von der Straße in ein Haus kommen, ziehen wir doch hoffentlich auch vor der Tür oder im Vorhaus, im Eingangsbereich unsere wo möglichen „Drecklatschen“ aus!

            Mit dem Zeichen der Fußwaschung ist auch ein Auftrag an uns Christinnen und Christen verknüpft! Wir sollen es Jesus nachmachen! Achtung: Füße waschen! Nicht den Kopf, den dem anderen den Kopf waschen im Sinne der Lieblosigkeit ist nicht im Sinne Jesu!

Es gibt ein altes Bild von der Fußwaschung, bei der Petrus dem Jesus den Vogel zeigt! Sie wissen welchen Vogel ich meine!

            Liebe Schwestern und Brüder, es kann uns als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu auch heutzutage noch oder auch wieder neu passieren, dass man uns den Vogel zeigt! Weil wir im Sinne Jesu reden, denken und handeln! Jesus gibt uns heute Abend ganz wichtige Zeichen, die mehr als ein Zeichen sind, die wie ein Kompass sind, die uns die „Marschrichtung“ im Sinne Jesu vorgeben! Was alle Zeichen verbindet, ist die Liebe Jesu, die wir nun in dieser Abendmahlsmesse wieder erleben, erfahren, ja in uns „hinein-essen“ dürfen. Amen.

mittelalterliche Kirche von St. Gilles-du-Gard in Südfrankreich