Kindermund: “Der Manuel soll sich nicht immer so viel aufschreiben …”

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Diese Aussage tätigte ein kleines Kindergartenmädchen heute in der 2. Messe als ich die vielen Verlautbarungen und Einladungen vorgelesen habe. Die Mama, der Kleinen, erzählte mir die „Kindermundaussage“ nach der Messe am Stammtisch.

Der Manuel soll sich nicht immer so viel aufschreiben!“ Diese Gedanke regt mich zum Nachdenken an. Dazu muss ich hinzufügen, dass die Verlautbarungen nicht ich schreibe, sondern unser Herr Pfarrer – damit ich mich nicht mit fremden Federn schmücke!

Sind es wirklich zu viele Verlautbarungen? Ich glaube NEIN, es sind vielleicht manchmal zuwenige Einladungen, die auch bei Hörer „im Herzen“ ankommen. Wir versuchen eine lebendige Pfarre zu sein, in der man sich trifft, gemeinsam singt und betet, nachdenkt und vordenkt, miteinander weint und sich gemeinsam über Schönes freut!

Unsere vielen Verlautbarungen zeigen mir, dass sich bei uns etwas tut und versucht wird den Menschen „Glaubensorte“ zu bieten.

Die vielen Verlautbarungen u. Einladungen zeigen mir auch ein Gottesbild: Wir haben einen EINLADENDEN GOTT!

Auch du bist eingeladen! Hör das heraus, was du gerade brauchst, meint dein Pasti Manuel

Willkommen in der Familie …

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Heute im Religionsunterricht kam ein Schüler zum Lehrertisch und sagte:Herr Lehrer Manuel, ich habe eine Frage! Wann beginn am Samstag die Abendmesse?“ Ich fragte zurück warum er das wissen wolle. Darauf der Schüler: „Ich will nämlich ein Ministrant werden und ich würde am Samstag das 1. Mal kommen!“ Bevor ich noch irgendetwas dazu sagen konnte schrie schon ein anderer Schüler, ebenfalls Ministrant, mit voller Freude heraus: „Willkommen in der Familie!“

Gibt es etwas schöneres als zu einer großen „Familie“ zu gehören?! Ich freue mich sehr über diesen neuen Ministranten, kommt er doch nicht unbedingt aus einem „kirchlichen“ Haus.

Herzlich Willkommen in der „Gottesfamilie Kunterbunt“! Und vergiss nie auch DU gehörst dazu, meint dein Manuel

Wenn die pensionierte Handarbeitslehrerin an der Pfarrhausglocke läutet …

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Heute wurde mir ehrlich eine ganz große Freude zuteil. Stell dir vor: Läutet es heute Vormittag an der Haustüre und ich renne nach unten und öffne. Vor der Tür steht unsere Handarbeitslehrerin i. R. und übergibt mir ein Packerl. „Das ist für Sie, Herr Manuel!„, sagte sie mich freudiger Stimme. Ich bedankte mich und ahnte den Inhalt.

Als ich das Packerl auspackte kam ein selbstgestrickter Pullover zum Vorschein. Bei dem Pullover lag ein handgeschriebener Zettel mit folgenden Worten:

Lieber Herr Manuel! Ich weiß genau, dass Ihr Geburtstag noch fern ist, aber der Winter steht vor der Tür. Ich habe mir erlaubt, ein „Stück“ zu stricken, welches Sie vor Erkältung schützen soll, damit Sie uns in der Kirche nicht ausfallen! Herzliche Grüße und alles Gute Ihre L.L.

Ich habe mich sehr über meinen neuen Pullover gefreut, den man nämlich nirgends von der Stange kaufen kann, sondern der einem geschenkt wird. Auffällig war auch, dass mich viele Leute auf diesen neuen und vor allem gestrickten Pullover angesprochen haben. „Na, wer hat dich denn eingetrickt?“, fragt eine Lehrerkollegin. „An Ihnen ist etwas anders!“, sagte ein Schüler und eine Autoverkäuferin sagte als sie meinen Pullover aus der Jacke herausschimmern sah: „Was hast du denn für ein tollen Teil heute an?“

Ja, liebe LeserInnen, gestrickt ist halt gestrickt und wenn man so ein Geschenk von einem sehr netten und aufmersamen Menschen geschenkt bekommt, erhöht sich der Wert ins Unermessliche.

Danke, Frau Handarbeitslehrerin für die Handarbeit. Denn Handarbeit ist wert-voll, meint euer Manuel

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …

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… singen wir in diesen Tagen und denken uns hoffentlich bei diesen Liedtexten etwas dabei?! Würden wir sie nämlich „nur“ singen, damit sie halt gesungen sind, wäre das zu wenig und eigentlich sehr schade, denn haben doch diese Adventlieder eine großartige Botschaft für unser Leben! Nur den Text herunterzusingen, damit „er“ halt gesungen ist … das ist leider zuwenig und traurig noch dazu!

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit es kommt der Herr der Herrlichkeit!“ heißt ein Lied im Advent.

Was soll diese Zeile bedeuten? Sollen wir jetzt die Türstöcke herausreißen und alles erhöhen? Oder sollen wir den ganzen Tag die Türen und Tore offen stehen lassen, damit es ja nicht warm werden kann in unseren Zimmern und Wohnungen? Nein, dass ist damit sicher nicht gemeint.

Der Advent will uns mit vielen „Bildern“ die er singt und mit Worten zeichnet uns Menschen etwas sagen – etwas bedeutendes sagen: Mensch sei wach und  gib Acht, Gott möchte zu dir kommen – nicht Morgen oder Übermorgen. Gott möchte heute zu dir kommen! Sind deine Türen des Herzens öffen? Hast du die Tore der Gleichgültigkeit geöffnet oder versperren sie dir und anderen den Zugang? Bin ich überhaupt bei mir „Daheim“, damit ER auch zu mir kommen kann oder bin ich dauernd „aus dem Häuschen“ wie ein wahres Sprichwort heißt?

Der Advent lädt uns ein die Türen und Tore unseres Lebens aufzumachen, damit ER eintreten und mich bei mir finden kann!

Viel Kraft zum öffnen deiner Türen, es wird nicht immer leicht sein, denn manche alte Türen sind verzogen und zwicken ein bißchen, da braucht man schon Kraft und Geduld, aber eines geschieht auf jeden Fall: Gott kommt zu dir – Heute im Advent, meint dein Manuel

Wetten dass … ?!?

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Wetten, dass der schönste Christbaum allein  nicht Weihnachten ist?

Wetten, dass viele Geschenke unter dem Lichterbaum allein nicht Weihnachten ist?

Wetten, dass duftende Kekse und eine warme Tasse Tee allein nicht Weihnachten ist?

Wetten, dass der Verwandschaftsbesuch zu den Feiertagen allein nicht Weihnachten ist?

Thomas Gottschalk hätte sicher seine Freude mit mir und doch sollen uns meine Fragen zum Nachdenken anregen!

Was ist die „Mitte“ von Weihnachten für dich, so ganz persönlich?

Im Advent werden uns 24 Tage als Vorbereitung und zum Nachdenken geschenkt. Ich wünsche dir, dass du die „Mitte“ von Weihnachten herausfinden kannst. Die Kirche mit ihren Gottesdiensten möchte uns dabei helfen!

Denn wer glaubt, dass ein schön geschmückter Baum, viele Geschenke und ein gutes Essen, vielleicht noch ein bißchen Schnee, Weihnachten ist, der ist ein armer Mensch, denn der hat es nicht gecheckt, dass Weihnachten ganz etwas andere sein möchte …

 Wetten, dass du das Zentrum –  das Geheimnis von Weihnachten – erkennen, ja erleben kannst. Mach dich auf die Suche und fange HEUTE an, wünscht dir dein Manuel

Wir kommen wohin wir schauen …

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… heißt der Titel eines Buches das ich gerade lese. Eher zufällig ist mir das Bild dieses Hirten in die Hände gefallen oder besser gesagt ins Auge gesprungen. Der Hirte hält Ausschau. Und ich vermute er sieht auch schon etwas. Vielleicht noch in weiter Ferne, aber trotzdem kann er schon Kleinigkeiten erkennen.

Wo schaust du hin? Was siehst du?

Wir kommen wohin wir schauen. Wenn wir nur auf den Stress schauen der uns verschlingen will, dann werden wir in den Stressstrudel kommen. Wenn wir in die hektischen Gesichter schauen, werden wir oft selber hektisch.

Wenn wir aber auf Weihnachten schauen und wissen das der für uns Advent die Zeit sein möchte die uns hinführt zu diesem Fest, dann kommen wir auch im Geheimnis des Weihnachtsfestes an.

Wir kommen wohin wir schauen, ganz sicher, meint dein Manuel

Die “Rolle” des Josef ist mir (noch) nicht klar …

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„Die „Rolle“, die Aufgabe des Heiligen Josef ist mir noch nicht klar?!“, meinte vor einigen Tagen ein Freund als wir miteinander über das Weihnachtsgeschehen geplaudert haben.

Welche „Rolle“ hat der Hl. Josef? Maria bekommt ein Kind – und Josef ist nicht der leibliche Vater …

Die Aufgabe des Hl. Josef ist eine hörende Aufgabe. Dazu habe ich ein tolles Bild gefunden. Josef sitzt auf einer Kiste. Wer gute Augen hat und genau schaut kann auf der Kiste links die Gesichter von Maria und dem Jesuskind erkennen. Ja, Josef hört auf die „Stimme Gottes“ die ihm die Engel im Traum verkünden …

Die Aufgabe des Josef ist das Hören, das Dasein und Begleiten. An ihm könnten wir uns ein Beispiel nehmen genauer hinzuhören – die Zwischentöne in unseren Gesprächen herauszuhören und anderen Gehör zu verschaffen!

Eines möchte ich auf keinen Fall vergessen: Josef war sicher ein guter Vater für Jesus. Gott hat schon gewusst, wen er sich für seinen Sohn als „Nährvater“ aussucht. Josef nährte seinen Sohn auch mit Liebe, Zuwendung und dem Gebet … Da könnte sich so mancher „richtige“ Vater unserer Zeit ein Beispiel nehmen. Wann hast du als Vater das letzte Mal mit deinem Kind gemeinsam gebetet?

Ja, der Advent stellt uns auch den Hl. Josef als Vorbild auf, damit wir wieder genauer hinhören und die Botschaften Gottes an uns heraushören können aus dem Stimmengewirr unserer Zeit! Ein kleiner Tipp: Dreh einmal das Radio ab, das im Hintergrund den ganzen Tag dudelt und genieße einmal Bewusst die Stille um dich herum.

Die Stille ist die Sprache Gottes mit der er zu dir sprechen will! Aufhören mit dem Weghören und anfangen mit dem Hinhören, wünscht dir dein Manuel

Was ein Adventkranz verändern kann …

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Heute sagte ein älterer Mann zu mir: „Herr Manuel, meine Frau und ich überlegen schon einige Tage ob wir uns heuer überhaupt noch einen Adventkranz und einen kleinen Christbaum kaufen sollen, wir sind alleine haben keine Kinder …“.

Wenn man(uel) solche Aussägen hört, ist sicher jeder betroffen. Solche Sätze aus dem Mund eines alten Menschen betreffen mich immer sehr!

Bevor ich ihm noch zureden konnte und ihm einen Adventkranz schenken wollte fügte er hinzu: „Ja, Herr Manuel, wir kaufen uns schon wieder einen Adventkranz und auch einen kleinen Christbaum, denn erst dann kann es bei uns so richtig Advent und dann Weihnachten werden. Außerdem ist das Rosenkranzbeten mit einer leuchtende Kerze am Adventkranz besinnlicher!“

Ich habe mir vorgenommen diese 2 alten Menschen im Advent zu besuchen und mit ihnen beim Adventkranz zu singen und zu beten!

Ja, der Adventkranz „spricht“ seine eigene Sprache, eine Sprache die nur das Herz verstehen und hören kann, meint dein Manuel

Warum ich den Hl. Toni so toll finde …

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… mit dem Hl. Toni, meine ich den Hl. Antonius von Padua ist er doch der Schutzpatron für die Schlampigen oder für die die etwas verloren haben oder nicht mehr finden!

Es war Dienstag. Im Pfarrhof war extrem viel los. Die Adventkranzbinderinnen werkelten fleißig im JS-Raum, dauernde klingelte das Telefon mit Mama die den Nikolaus bestellen möchten, dazwischen soll ich auch noch in der Schule unterrichten und supplieren und dann verletzt sich auch noch eine Bindern am Finger und leistete 1. Hilfe. Schnell war der 1. Hilfe-Koffer hervorgeholt und die Wunde verbunden. 

Als aber die Wunde verbunden war, ich den 1. Hilfe-Koffer wieder zurück gestellt habe, bemerkte ich das mir mein Schlüsselbund fehlt. Ich suche das ganze Haus verzweifelt ab und verliere nach längerer Suche sogar ein bißchen die Nerven. Die bohrende Frage: „Wo ist nur mein Schlüssel?!

Weißt du schon wo ich den Schlüssel wiederfinden kann?

Am späten Nachmittag, ich mit meinen Such-Nerven fast am Ende, schreien mir die Adventkranzbinderinnen mit lauter Stimme: „Manuel, wir haben deinen Schlüssel wiedergefunden! Jetzt kannst du dem Hl. Antonius danken!“

Kaum zu glauben, mein Schlüssel war im 1. Hilfe-Koffer! Anscheinend habe ich ihn beim Verbinden unabsichtlich dort hineingegeben. GOTT SEI DANK! Ich habe ihn wieder meinen Zentralschlüssel. Dankeschön, Hl. Toni – denn auch auf dich ist auch Verlass und heute waren die Binderinnen deine Mitarbeiter, meint euer Manuel

Was man(uel) sich beim Schneeschaufeln denken kann …

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Ja, sie kommt wieder die Zeit wo man früher aufsteht um den Schnee wegzuscheren. Man macht die Wege zu den Haustüren schneefrei, säubert die Einfahrten und macht einen Schneehaufen größer als den anderen. Die einen streuen Salz auf die Wege damit niemand ausrutscht, andere dagegen verwenden lieber den „Riesel“ also Kieselsteine. Manche haben motorisierte Schneeschaufeln oder im alpinen Gebieten sogar eine Schneefräse, andere legen Wert auf einen mit der Hand ausgescherten Gehweg – ist es doch auch eine körperliche Ertüchtigung in Zeiten in denen Fitness groß geschrieben wird. Da bräuchten manche nicht dauernd ins Fitnessstudio gehen, würden sie mehr Schneeschaufeln und Wege säubern …

Aber zurück was man sich dabei denken kann: Im Alten Testament verkündet der Prophet Jesaja „Eine Stimme ruft in der Wüste, bereitet dem Herrn die Wege!„. Die Worte des alten Jesaja erfüllen sich in dem Menschen Johannes des Täufers. Ist er doch dieser – heute würde man ihn einen „Alternativen“ nennen – Rufer oder „Schreihals“ in der Wüste der seine Zeitgenossen mit dem Ruf „Bereitet dem Herrn die Wege!“ wachrütteln und aufwecken wollte! Die Zeit damals war nicht viel anders als heute: Da gibt es viele die nicht wirklich „munter“ sind was gewisse (Glauben-) Dinge angeht und es hatte den Anschein viele verschlafen die Wirklichkeit Gottes in der Welt.

Wenn ich die Schneeschaufel in der Hand halte denke ich mir immer: Wie schauen eigentlich meine Wege aus. Meine ganz persönlichen Wege für Gott? Kann er zu mir kommen oder ist der Weg nicht frei, vielleicht verstellt oder so verschneit, das er „stecken“ bleiben würde?

Der Advent möchte uns wieder einladen, unsere ganz persönlichen Herzenswege für Gott freizuschaufeln von all dem  was IHM den Weg versperrt …

Nehmen wir das Wort des Johannes auch im Jahr 2007 ernst wenn er uns alternativ zuruft: „Bereite Gott einen Weg!“ … ich möchte hinzufügen: „Bereite Gott einen Weg in dein Herz, damit ER dir das Licht von Weihnachten bringen kann und nicht irgendwo stecken bleibt …!“ – meint dein Manuel